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Über die neuen Musikinstrumente und Spiele freuen sich (v.l.) Maya (5), Christoph Schlieper (Sparkasse Lüneburg), Julius (7), Lichtblick -Projektleiterin Kati Lüdecke, Piet (11) und Lily (9). Foto: nh
Über die neuen Musikinstrumente und Spiele freuen sich (v.l.) Maya (5), Christoph Schlieper (Sparkasse Lüneburg), Julius (7), Lichtblick -Projektleiterin Kati Lüdecke, Piet (11) und Lily (9). Foto: nh

Spende für das Projekt „Lichtblick“

Lüneburg. Am meisten mag Julius die Ocean Drum. Wenn der Siebenjährige die Rahmentrommel mit den Tausenden kleinen Stahlkugeln nach rechts und links neigt, klin gt es, als würde das Meer rauschen. Die Wellentrommel gehört zu den vielen neuen Musikinstrumenten beim Projekt „Lichtblick“. Dort trifft sich Julius mit anderen Kindern einmal in der Woche. „Lichtblick“ heißt das Angebot, weil sie alle einen sehr nahen Angehörigen verloren haben: Geschwister, Mutter oder Vater.

Der Vater von Julius ist bei einem Unfall zu Hause ums Leben gekommen, als der Junge noch nicht einmal zur Schule ging, er rutschte in der Badewanne aus. Seit drei Jahren kommt Julius nun schon in die Hügelstraße, wo der Verein PädIn eine Wohnung für das Projekt gemietet hat. Zu Hause spielt Julius Schlagzeug, deswegen freut er sich über all die neuen Musikinstrumente, die Projektleiterin Kati Lüdecke und ihr Team jetzt für die Kinder und Jugendlichen angeschafft haben.

„Gerade bei plötzlichen Todesfällen wie Unfall, Suizid oder Mord ist es für die betroffenen Familien sehr schwierig, damit umzugehen“, sagt die Sozialpäda-gogin und Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche. „Professionelle Unterstützung ist enorm wichtig, um wieder in den Alltag zu finden und mit dem Erlebten umgehen zu können.“

In der Hügelstraße bekommen Kinder, Jugendliche und Eltern diese – und einen Raum, um mit ihrer Trauer umgehen zu können. Dazu gehören für die Mädchen und Jungen jetzt nicht nur jede Menge neue Trommeln und Rasseln, sondern auch neue Spiele und Fußballtore. Letztere findet Lily klasse. „Zu Hause bei Opa darf ich in der Wohnung natürlich nicht Fußball spielen – hier schon“, sagt die Neunjährige. Sie kommt her, weil ihre Oma gerade im Alter von 53 Jahren gestorben ist. Das Mädchen lebt bei den Großeltern in Rolfsen.

„Lichtblick“ besteht seit neun Jahren

Drei Hauptamtliche und drei Ehrenamtliche arbeiten einmal in der Woche mit den Trauernden. Kati Lüdecke beschreibt den Umgang der Kinder mit ihren toten Angehörigen so: „Wir nennen es Trauerpfützen. Sie springen rein und wieder raus, anders als wir Erwachsenen.“ Hier geht es um Fragen wie die letzten Worte der Verstorbenen, aber auch ums Lachen und Toben. Wenn die Kinder merken, dass sie hier nicht die Einzigen sind, die schon mal einen toten Menschen gesehen haben, tut ihnen das gut.

„Lichtblick“ besteht seit neun Jahren. Das Angebot finanziert sich komplett aus Spenden. Einen Geldregen haben dem Projekt Kunden der Sparkasse Lüneburg beschert. Sie haben entschieden, dass 10.000 Euro aus der Initiative „Das tut gut“ an „Lichtblick“ fließen. Neben den Anschaffungen zahlt die Initiative davon die Ausbildung eines Kollegen zum Trauerbegleiter für Kinder und Jugendliche. lz