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Gemeinsam haben Vertreter von Politik, Verwaltung, Gärtnerei- und Steinmetzbetrieben den Memoriam-Garten eröffnet. Foto: phs

Gellersen: Erster Memoriam-Garten im Landkreis eröffnet

Reppenstedt. Zur letzten Ruhe gebettet ist auf jenen rund 60 Quadratmetern noch niemand, dennoch stehen schon die Grabsteine – irgendwie adrett – zwischen den leicht geschwungenen Pflanzreihen. Sowohl Steinmetze als auch Gärtner sind in Vorleistung gegangen, um auf einer Anschauungsfläche auf dem Alten Friedhof Reppenstedt zu zeigen, wie moderne Grabgestaltung aussehen kann, sei es nach einer klassischen Erdbestattung oder ob man in einer Urne versenkt wird. Es handelt sich um einen sogenannten Memoriam-Garten, nach dem Bestattungswald bei Südergellersen ein weiterer Baustein, um auf Wünsche in einer sich verändernden Bestattungskultur zu reagieren. „Die letzte Ruhestätte in einem blühenden Garten ist dabei ein Weg, den wir gehen wollen“, sagt Gellersens Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers.

Für das neue Bestattungsangebot kooperiert die Samtgemeinde als Friedhofsträger mit der berufsständischen Organisation „Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachsen/Sachsen-Anhalt GmbH“. Röttgers glaubt, dass das gärtnerbetreute Grabfeld den Nerv der Zeit trifft. „Für viele Hinterbliebene ist es schwierig, sich um die Grabpflege zu kümmern. Die meisten Angehörigen wohnen weiter weg, sind beruflich voll ausgelastet oder körperlich nicht dazu in der Lage.“

Erster Memoriam-Garten 2009 in Schwerin vorgestellt

Im Prinzip ist der Memoriam-Garten eine hübsche Variante des pflegeleichten Rasenreihengrabs, mit dem großen Unterschied, dass bei dem neuen Angebot kein schnöder Rasen den Grabstein umgibt, sondern eine malerische Gartenanlage, die als Ganzes dauerhaft von qualifizierten Friedhofsgärtnereien gepflegt wird. Insofern heben sich die Grabstellen auch von den Einzelgrab-Beeten ab, die von Hecken umsäumt sind. Beim Memoriam-Garten sind die letzten Ruhestätten Teil einer zusammenhängenden Anlage. In Reppenstedt stehen zunächst vier Erdbestattungsplätze zur Verfügung sowie zwölf Urnenpartnergräber und 21 Urneneinzelgräber.

Uwe Stapelmann, Geschäftsführer der Treuhandstelle für Dauergrabpflege, freute sich bei der Vorstellung des neuen Angebots auf dem Alten Friedhof Reppenstedt: „Das ist der erste Memoriam-Garten im Landkreis Lüneburg und der sechste in Niedersachsen.“ Der erste Memoriam-Garten seiner Art überhaupt wurde laut Stapelmann 2009 auf der Bundesgartenschau in Schwerin vorgestellt.

Informationsnachmittag am 6. Juli

„Die Grabstätten sind bereits vor der Auswahl eines Bestattungsplatzes angelegt, sodass jeder zukünftige Nutzungsberechtigte weiß, wie die Grabstätte auch in Zukunft aussehen wird“, erklärt Sandra Waltje von der Gellerser Friedhofsverwaltung. Ausgeschlossen ist bei dieser Variante allerdings eine anonyme Bestattung. Gutheißt das Reppenstedts Pastors Henning Hinrichs: „Zur Trauerarbeit gehört neben einem Ort, zu dem man hingehen kann, auch immer ein Name, um an den Verstorbenen zu erinnern.“ So gehören zu der Gestaltung der Gartenanlage ebenso Grabmale, die individuell gestaltet werden können.

Das Rundum-Sorglos-Paket der gärtnerischen Dauergrabpflege hat allerdings auch seinen Preis: Ein Urnengrab am Baum kostet bei einem Vorsorgevertrag mit der Treuhandstelle 3 278,21 Euro für eine Laufzeit von insgesamt 20 Jahren. Die Bandbreite geht bis zur Erddoppelstelle für zwei Särge bei einer Laufzeit von insgesamt 25 Jahren, dafür werden per Vorsorgervertrag dann allerdings schon 13 669,07 Euro fällig. Stapelmann sagt: „Darin sind neben der Grabpflege auch Nutzungsrechte, Bestattungs- und Friedhofsgebühren enthalten.“

Wer Näheres zu dem neuen Bestattungskonzept erfahren möchte, hat dazu die Gelegenheit bei einem Informationsnachmittag, den die Gellerser Samtgemeindeverwaltung anbietet am Donnerstag, 6. Juli, von 15 bis 17.30 Uhr auf dem Alten Friedhof Reppenstedt bei der Friedhofskapelle.

Von Dennis Thomas