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Gute Chancen für junge Fachkräfte

Lüneburg. Mit nur 4581 Arbeitslosen registrierte das damalige Arbeitsamt Lüneburg im Jahr 1992 den niedrigsten Juni-Wert, danach kletterten die Zahlen für den Monat immer deutlich über die 5200er-Marke. Mit 5186 Betroffenen im Juni 2017 wurde nun der zweitbeste Juni-Wert seit damals erreicht. Die Arbeitslosigkeit in Stadt und Landkreis Lüneburg hatte sich von Ende Mai bis Ende Juni 2017 um 60 Personen reduziert, gegenüber Juni vergangenen Jahres waren es 220 arbeitslose Frauen und Männer weniger. Die Quote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen blieb mit 5,5 Prozent gegenüber Mai konstant, lag allerdings 0,2 Prozent unter der vom Juni des Vorjahres.

Während die Zahl insgesamt sank, stieg sie jedoch bei den jungen Arbeitssuchenden im Alter von 15 bis 25 Jahren von 503 auf 526 Betroffene. „Mit dem Start in die Ferienzeit entwickelte sich der Arbeitsmarkt saisontypisch, denn mit dem Schul- und Ausbildungsende nahm auch in diesem Jahr die Jugendarbeitslosigkeit zu“, sagt Jens Mathias, Geschäftsführer Operativ bei der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen.

1200 Lehrstellen noch unbesetzt

Er macht den jungen Leuten aber Mut: „Junge Fachkräfte, die nach ihrer Ausbildung nicht im Lehrbetrieb bleiben konnten, haben gute Chancen, rasch eine neue Beschäftigung zu finden.“ Dafür sprechen einerseits das nach wie vor große Angebot an freien Stellen und andererseits eine geringere Arbeitslosenquote von Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung.

Dazu hatte die Bundesagentur für Arbeit kürzlich Daten vorgelegt, aus denen hervorgeht, wie hoch das Arbeitslosigkeitsrisiko je nach Qualifikation ist. Im Agenturbezirk Lüneburg-Uelzen lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2016 bei 5,3 Prozent, bei Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung betrug sie im gleichen Zeitraum 19,7 Prozent. „Das Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, lag bei der Personengruppe mit abgeschlossener Ausbildung deutlich geringer, hier betrug die Quote nämlich 3,4 Prozent“, verdeutlicht der Geschäftsführer. Er appelliert: „Ausbildung und Qualifikation sind ein wichtiges Fundament für das Berufsleben. Jugendliche, die dieses Jahr die Schule verlassen und noch keinen Lehrvertrag in der Tasche haben, sollten daher nicht länger zögern und die Berufsberatung aufsuchen.“ Denn Ende Juni waren im kompletten Agenturbezirk 1200 Lehrstellen noch nicht besetzt.

Projekt ‚Zukunftsstarter‘ für junge Erwachsene

Auch für noch junge Erwachsene im Alter von 25 bis 35 Jahren sieht Mathias gute Chancen, wenn sie noch keinen Berufsabschluss haben, sollten sie ihn nachholen: „Diese Personengruppe spricht die Arbeitsagentur mit dem Programm ,Zukunftsstarter‘ an. Interessierte können sich in den örtlichen Agenturen und Jobcentern dazu beraten lassen.“

Im Juni gab es auf dem Lüneburger Arbeitsmarkt folgende Bewegungen: Es meldeten sich 1155 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos, 105 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1217 Personen ihre Arbeitslosigkeit (- 178). Seit Jahresbeginn gab es 8226 Arbeitslosmeldungen, die Veränderung zum Vorjahreszeitraum ist mit einem Plus von neun Betroffenen nur gering. Demgegenüber stehen 8369 Abmeldungen von Arbeitslosen (+287). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juni um 45 Stellen auf 1546 gestiegen, im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 55 Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Juni 472 neue Arbeitsstellen. Seit Januar gingen 2680 Arbeitsstellen ein.

Hier geht’s zum ausführlichen Arbeitsmarktreport.

Von Rainer Schubert