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Richtfest in der Hafencity von Geesthacht: Im Juni 2018 sollen die ersten Mieter in die 103 Wohnungen einziehen können. Foto: tja

Geesthacht feilt an ihrer Hafencity

Geesthacht. Das Projekt „Geesthacht an die Elbe“, mit dem die Stadt 2003 den Preis für zukunftsweisendes Bauen gewonnen hatte, geht jetzt einen Schritt weiter: Um die wachsende Hafencity auch für die Geesthachter attraktiv und erlebbar zu machen, soll es an der Wasserkante entlang eine öffentliche Promenade geben – und die wird ganz im Osten an die Hafenbrücke aus dem Projekt „Geesthacht an die Elbe“ anschließen.

„Wir sind eine Stadt und entwickeln hier städtischen Charakter.“
Olaf Schulze, Bürgermeister

Wie die Promenade im Bereich des bisherigen Umschlagplatzes einschließlich der Neugestaltung der heutigen Baustraße aussehen soll, darüber informieren Ingenieure den Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt in dessen Sitzung am Montag, 3. Juli, ab 18 Uhr im Ratssaal, Markt 15.

Größte Mietwohnungen mit 104 Quadratmetern

1,265 Millionen Euro sollen die Bauarbeiten kosten. Geld, das die Stadt aus dem Verkauf des Grundstücks für die „Elbterrassen“ vom Baukonzerns Züblin eingenommen hatte. Die Stadt hat sich in dem geschlossenen Vertrag dazu verpflichtet, die Promenade und die Zufahrtsstraße bis zum Einzug der ersten neuen Bewohner im Sommer 2018 herzurichten.

Züblin feierte für die 103 Mietwohnungen in der Hafencity jetzt Richtfest. 10 000 Kubikmeter Bodenaushub für Tiefgarage, Sockelgeschoss und Keller, 380 Bohrpfähle zur sicheren Gründung, 6000 Kubikmeter Beton mit 800 Tonnen Stahlbewehrung, 20 000 so genannte „produktive Stunden“ – das sind die Eckdaten für das Projekt „Elbterrassen Geesthacht“ des Bauunternehmens an der Steinstraße, Ecke Baustraße.

Die 103 Mietwohnungen (8000 Quadratmeter Mietfläche) haben zwei bis vier Zimmer und Größen zwischen 62 und 104 Quadratmetern. Erst vor einem Jahr hatte Züblin mit den Bauarbeiten begonnen, jetzt ist der Rohbau nahezu fertiggestellt.

Ein Tempo für 103 Wohnungen, von dem die Käufer der „Exklusiv Wohnbau GmbH“ nebenan nur träumen können: An deren 25 Wohnungen wird bereits seit zweieinhalb Jahren gearbeitet, es gibt immer neue Fertigstellungstermine. Zurzeit hoffen die Käufer auf Oktober. Sie verhalten sich aber bisher ruhig, als zu attraktiv werden die günstigen Kaufpreise gewertet.

Uferpromenade soll zum Spazieren einladen

Nun ist laut Andreas Schröder, Leiter der städtischen Tiefbauabteilung, die Planung für die Baustraße inklusive der Uferpromenade soweit fertiggestellt, dass sie vorgestellt werden könnte. Schröder: „Die Baustraße ist wieder als Sackgasse mit einer Wendemöglichkeit am Ende geplant.“ Die Fahrbahn soll in Asphalt und der Gehweg mit Betonsteinpflaster hergestellt werden, die vorhandene Kanalisation muss aus Altersgründen erneuert werden.

Von Fußgängern und Radfahrern kann direkt am Wasser entlang die künftige Uferpromenade benutzt werden. Weil die Baustraße höher als die geplante Promenade liegt, gibt es als Anschluss Treppen und Rampen. Zur geplanten Aussichtsplattform der Hafencity werden zwei Wege hergestellt, wobei der höhere als hochwassersicher gilt.

Im Osten und im Westen werden sich weitere Promenaden-Abschnitte je nach Baufortschritt der Hafencity anschließen. Züblin wird die Gebäude und die hergerichteten Außenanlagen nach Abschluss der Arbeiten an die Alte Leipziger Lebensversicherung übergeben. Die wird die Immobilien als Geldanlage halten und vermieten. Die aufkommende Kritik, die Hafencity werde viel zu eng und massiv bebaut, konterte Bürgermeister Olaf Schulze (SPD): „Wir sind eine Stadt und entwickeln hier städtischen Charakter.“

Von Timo Jann