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Gerry Hungbauer und Brigitte Antonius sind seit der ersten Stunde dabei, Caroline Grothgar war in der ersten Staffel die Lynn. Foto: be

2500 Folgen Rote Rosen und es ist kein Ende in Sicht

Lüneburg. Glamour auf dem von Fans gesäumten roten Teppich vor und im Libeskind-Bau der Universität: Die weiblichen Darstellerinnen glänzten in schicken Kostümen, auch einige der Herren hatten sich in schmucke Garderobe geworfen, während andere eher lässig gekleidet erschienen. Produzent Emmo Lempert von der Studio Hamburg Serienwerft hatte alle aktuellen und ehemaligen Stars und natürlich auch alle anderen Mitarbeiter der Erfolgsserie wie auch die Programmverantwortlichen ins Audimax eingeladen – inklusive Begleitung. Mehr als 600 Gäste feierten am Sonnabend eine rauschende Party bis in den Morgen.

Ein neues Konzept im deutschen Fernsehen

Anlass war die gerade abgedrehte 2500. Folge der Erfolgsserie, die voraussichtlich am 5. September ausgestrahlt wird. Es wird noch lange nicht die letzte sein. Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, verkündete: „Es ist kein Ende in Sicht.“ Bis auf den Bayerischen Rundfunk (BR) hätten inzwischen alle Rundfunkräte der ARD der Verlängerung um die Staffeln 16 und 17 zugestimmt, der BR werde folgen. Das heißt: Die Rosen sind auf jeden Fall bis Folge 3000, also bis Ende 2019, zu sehen. Ein Indiz dafür, dass dann noch lange nicht Schluss ist: Die Studiohallen sind bis 2021 angemietet.

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Für Herres sind die Rosen eine ganz besondere Serie: „Sie ist 2006 in meinem Büro entstanden, als ich noch NDR-Fernsehdirektor war. Die Redakteurin Angelika Paetow kam mit einer Idee zu mir, einer Serie über eine Frau in mittleren Jahren, die mittendrin in Krisen steckt – das klang erstmal nicht nach Wohlfühlen, war neu im Fernsehen.“ Er sei stolz darauf, die Rosen mitgepflanzt zu haben: „Heute stehen sie mit festem Stamm in voller Pracht da.“ NDR-Intendant Lutz Marmor lobte die seit mehr als zehn Jahren anhaltende „großartige Teamleistung“, für den Erfolg seien aber nicht nur die Menschen am Set verantwortlich: „Die beliebteste Rolle ist die der Stadt Lüneburg selbst.“ Das freute Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der Verwaltungschef weiß, dass die Hitserie eine unbezahlbare Werbung ist, Touristen zieht und die Wirtschaftskraft der Stadt deutlich gesteigert hat.

Zwei Gäste vom „Sturm der Liebe“

Zum Erfolgsrezept der Rosen gehört, dass deren Hauptdarstellerin samt sozialem Umfeld in der Serie alle 200 Folgen ausgetauscht wird – auch das war neu in der TV-Geschichte. Und natürlich die familiäre Atmosphäre am Set, die sich auf die Drehs überträgt. So war die Gala am Sonnabend auch ein Familientreffen, zu dem beispielsweise sieben der mittlerweile 13 Haupt-Rosen kamen: Annett Kruschke, Isabel Varell, Mona Klare, Saskia Valencia, Maike Bollow, Anne Moll, Cheryl Shepard und die aktuelle Protagonistin Patricia Schäfer – die anderen waren beruflich verhindert. Besonders herzlich waren die Begegnungen der Darsteller, die in der Pionierzeit, also den ersten 200 Folgen, dabei waren: „Johanna“ Brigitte Antonius und „Thomas“ Gerry Hungbauer, die weiter aktiv sind, trafen auf „Jule“ Kim-Sarah Brandts, „Miriam“ Sarah Maria Besgen, „Carmen“ Nadine Arents, „Lynn“ Caroline Grothgar, „Franziska“ Johanna Bönninghaus und Rolf Nagel, der zunächst als Konrad, dann als dessen Bruder Alfred Albers in der Serie agierte.

Nach den Rosen läuft der „Sturm der Liebe“ im Ersten – und aus dieser Serie machten zwei Stars einen Abstecher zur Party: Kai Albrecht war zuvor als Christian bei den Rosen aktiv, Sturm-Hauptdarsteller Dietrich Adam wurde mit einer langen Umarmung von Hermann Toelcke geherzt – Adam hatte die Rolle des Hotel-Inhabers Gunter übernommen, als Toelcke längere Zeit erkrankt war.

Nach Empfang, Reden und Büfett wurde der weiter sprießende Erfolg der Rosen mit reichlich Getränken begossen.

Crew erledigt Mammutpensum

Arbeitspensum: Die Studio Hamburg Serienwerft produziert seit Sommer 2006 die Rosen in den ehemaligen Konica-Hallen im Industriegebiet Hafen, die zu einem hochmodernen Studio-Komplex umgebaut wurden. An jedem Wochentag werden 48 Minuten und 30 Sekunden sendefertiges Material abgeliefert. Die erste Folge wurde am 6. November 2006 ausgestrahlt.

Schauspieler: Inklusive der aktuell laufenden 14. Staffel wurden 143 Schauspieler in Hauptrollen eingesetzt, hinzu kommen mehr als 350 Episodenrollen.

Statisten: Die Komparsenkartei der Serienwerft umfasst aktuell 2000 Namen.

Sendezeiten: Die Erstausstrahlung ist wochentags um 14.10 Uhr. Die Wiederholungen laufen tags drauf um 6.20 Uhr im rbb, um 7.15 Uhr im MDR, um 7.20 Uhr im NDR, um 9.05 Uhr im Ersten und um 11.25 Uhr im Hessischen Rundfunk. Über die Mediathek sind die Rosen weltweit abrufbar.

Quoten: Am ersten Sendetag schalteten 1,4 Millionen Zuschauer ein, Marktanteil: 14 Prozent, die erste Staffel brachte es auf durchschnittlich 1,19 Millionen Zuschauer bei 9,4 Prozent Quote. Aktuell gibt es einen Marktanteil von etwa 15 Prozent bei rund 1,5 Millionen Zuschauern. Die zehnte Staffel war mit 1,66 Millionen Zuschauern bei 17,3 Prozent die erfolgreichste. Der Höchstwert an einem Tag mit 2 Millionen Zuschauern und 21,3 Prozent Marktanteil brachte die Folge in Staffel 11, in der Jenny Jürgens vor einem Tornado gerettet wurde. Die niedrigste Quote gab‘s 2010 mit 3,65 Prozent – im Zweiten lief parallel das Fußball-WM-Spiel Deutschland-Australien. Hinzu kommen jeweils die Zuschauer der Wiederholungen – rund 350 000 morgens in der ARD plus die in den Regionalprogrammen.

Von Rainer Schubert