Aktuell
Home | Lokales | Bleckede | Noch mal glimpflich ausgegangen
Ein Triebwagen der Bleckeder Kleinbahn, hier ein Archivbild, prallte am Sonntag im Bereich Rullstorf auf ein Geländer, das Unbekannte auf dem Gleisbett abgelegt hatten. Foto: A/t&w

Noch mal glimpflich ausgegangen

Bleckede. „Das war kein Dummerjungenstreich“, sagt Pero Schmidt – und der örtliche Betriebsleiter der Bleckeder Kleinbahn ist richtig sauer: Am Sonntagmorgen, gegen 10 Uhr, prallte der Museumsbahnzug auf dem Weg von Lüneburg nach Bleckede, im Bereich Rullstorf, gegen ein Geländer, das noch Unbekannte dort auf die Gleise gelegt hatten.

„Wenn das Geländer unter den Zug gekommen wäre, hätte er schlimmstenfalls entgleisen können“, sagt Schmidt. Dazu kam es glücklicherweise nicht, aber der Triebwagenführer konnte den Zug auch nicht rechtzeitig zum Stehen bringen.

Triebwagen konnte Fahrt fortsetzen

Er prallte mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 Stundenkilometern gegen das Geländer, das er mit den Puffern vor sich her schob, ehe er zum Stehen kam. Sachschaden: rund 1000 Euro.
Um 9.48 Uhr war der Museumszug vom Lüneburger Bahnhof gestartet, an Bord unter anderem Besucher des Bleckeder Hafentags, der dort am vergangenen Sonntag zum vierten Mal in diesem Jahr stattfand. Nach der Kollision im Bereich Alte Dorfstraße in Rullstorf konnte der Triebwagen die Fahrt in Richtung Elbe fortsetzen, auch die weiteren Fahrten zwischen Lüneburg und Bleckede fanden am Sonntag statt.

Über die Urheber des Hindernisses mochte Betriebsleiter Pero Schmidt nicht spekulieren. Aber das Hindernis könne nicht „im Vorbeigehen“ im Gleisbett platziert worden sein: Das Geländer, das zur Absturzsicherung für einen erst vor einigen Monaten installierten Signalmastsockel dient, hat die Maße 3 x 1 x 1 Meter, musste erst einmal vom Mast abgebaut werden und ist „unhandlich zu transportieren“. Schmidt: „Man muss sich das vorstellen wie ein Balkongeländer. Das kann niemand allein schaffen.“

Polizei hofft auf Zeugenhinweise

Gestern erstattete Pero Schmidt Anzeige bei der Polizei – wegen „gefährlichen Eingriffs in den Eisenbahnverkehr“. Bei der Lüneburger Polizei gab es noch keine Erkenntnisse über die Tat, erklärte deren Sprecherin Antje Freudenberg.

Wer in der Zeit vom Wochenende 24./25. Juni, als die Bleckeder Kleinbahn zuletzt zwischen Lüneburg und Bleckede gefahren war, und dem vergangenen Wochenende, verdächtige Beobachtungen im Bereich Rullstorf gemacht hat, wird gebeten, sich bei der Polizei unter (04131) 83062215 zu melden.

Von Ingo Petersen