Donnerstag , 18. Oktober 2018
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Zwei der drei Jungstörche von Lüdersburg liegen im trockenen Stroh – wenig später kommt die Mutter dazu, versorgt die beiden. Foto: nh

Lüdersburg: Glückliches Ende für zwei junge Störche

Lüdersburg. Dramatische Rettungsaktion in luftiger Höhe: Einen der drei Jungstörche auf dem Scheunendach in Lüdersburg können Hartmuth Rohstock und seine Enkeltochter Loovie (12) nicht mehr retten. Er ist tot, in dem völlig durchnässten Nest wohl gestorben an den Folgen des Dauerregens der vergangenen Woche. Aber seine zwei Geschwister können sie retten.

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Tagelang hat es in der vergangenen Woche im Kreis Lüneburg geregnet. Darunter gelitten haben auch viele Störche in der Region, etwa die gefiederte Storchenfamilie, die seit langem Jahr für Jahr vom Frühjahr bis zum Spätsommer in Lüdersburg zu Gast ist.

Wohl schon mindestens 60, 70 Jahre sind regelmäßig Störche auf dem Grundstück in der Kirchtwiete zu Gast. Schon in der Vergangenheit waren dabei Jungstörche lang anhaltenden Regenfällen zum Opfer gefallen, erinnert sich Rohstock.

„Altstörche“ beobachteten Geschehen aus sicherer Distanz

Das befürchtete er auch diesmal, als der Regen kein Ende nehmen wollte. Am Sonnabendnachmittag startete er die Rettungsaktion. Zugutekam ihm, dass sein Schwiegersohn Andreas Sippel Inhaber des Handwerksbetriebs Die Nestbauer ist. Sippel fuhr mit einem Kranwagen vor, Hartmuth Rohstock und Enkelin Loovie ließen sich im Korb zum Storchennest fahren.

Während der weibliche Altstorch sich auf ein nahes Dach verzog, kümmerten sich Rohstock und seine Enkelin um die Jungtiere. Gabriele Menke: „Aus sicherer Entfernung hat der Altvogel das Ganze geduldig beobachtet. Als ob er wüsste, dass den Jungen geholfen wird.“

„Ein Jungstorch war leider schon tot, die beiden anderen aber am Leben“, erzählt Hartmuth Rohstock. Mit einem Tuch tupfte er die beiden ab, verteilte reichlich frisches, trockenes Stroh im Nest und schob es den beiden unter. Von unten beobachteten Loovies Geschwister Jossa (17), Jaart (7) und Kappa (5) und Gabriele Menke die Ereignisse. „Gleich danach ist der Altvogel wieder zum Nest geflogen, hat sich um die Kleinen gekümmert und das Stroh sortiert. Ganz sorgfältig, da ist nichts heruntergefallen“, erzählt Gabriele Menke.

Toten Vogel bestattet

Den toten Vogel haben Hartmuth Rohstock und seine Familie anschließend unter einem Fliederbusch begraben. Den verbliebenen Jungvögeln geht es gut, die Eltern kümmern sich eifrigl um die beiden.

Anfang Mai war das Storchenpaar in Lüdersburg eingetroffen, hatte sein Nest bezogen. „Es ist immer ein richtiges Familienfest, wenn sie kommen“, sagt Gabriele Menke. Vor rund vier Wochen war dann der Nachwuchs geschlüpft, in etwa zwei bis drei Wochen dürfte der seine ersten Flugversuche machen. „Auch darauf freuen wir uns schon.“ Ab Mitte August werden die Gäste dann wieder in Richtung Süden verschwinden.

Von Ingo Petersen