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Wenn Hermann Lütjens mit seinem Rollator unterwegs ist, fühlt sich der Kolkhagener äußerst unwohl. Viele Autofahrer seien zu schnell unterwegs und fahren zu dicht an ihm vorbei – so wie auf dem gestellten Foto. Foto: kre

Kolkhagen: Anwohner klagen über Raser

Kolkhagen. Baulich ist der Bokenkamp – die Verbindungsstraße zwischen Kolkhagen und Lager Kolkhagen – in einem guten Zustand. Weder Risse noch Schlaglöcher verunzieren den Asphalt. Und trotzdem gibt es Kritik an der Straße. Oder besser gesagt am Fahrverhalten so mancher Verkehrsteilnehmer. Heidi und Klaus Leder sind Anwohner der Straße. Sie sagen: „Manche sind viel zu schnell unterwegs!“

Die beiden sind nicht die einzigen, die sich unwohl fühlen. Nachbar Hermann Lütgens ist nicht mehr gut zu Fuß, traut sich nur noch mit dem Rollator aus den Haus. „Das ist dann schon mitunter ein echtes Abenteuer“, sagt der Senior und fügt hinzu: „Selbst unser Gemeindearbeiter fühlt sich unwohl, wenn er Arbeiten an der Straße erledigen muss.“

Busse und Schwertransporter nutzen Abkürzung – verbotenerweise

Dadurch, dass der Bokenkamp vergleichsweise schmal ist – 4,90 Meter inner- und 3,50 Meter außerorts – wird es eng, wenn sich der Verkehr begegnet. Bei Pkw mag das noch gehen, eng wird es, wenn landwirtschaftliche Zugmaschinen oder Lkw entgegenkommen.

„Selbst Gelenkbusse nutzen verbotenerweise Weise den Weg als Abkürzung“, berichtet Klaus Leder, und seine Frau Heidi kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als ihr ein Schwertransporter entgegenkam – mit Planierraupe auf dem Tieflader.

Und das, obwohl für den Bokenkamp ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gilt. Ausgenommen sind landwirtschaftliche Fahrzeuge. , stellt auch Anwohnerin Margret Siegler-Lütjens fest. Schließlich sei die Straße auch noch als Radwanderweg gekennzeichnet.

Während der Bürgersprechstunde hat Klaus Leder das Problem Barnstedts Bürgermeister Randolf von Estorff (CDU) geschildert. „Der hat auch fleißig alles aufgeschrieben“, sagt Leder – gehört habe er danach aber nichts mehr. Für die LZ war der Bürgermeister gestern ebenfalls nicht erreichbar.

Kreis: „Bokenkamp nicht als Unfallschwerpunkt bekannt“

Dafür machen die Anwohner Vorschläge, wie die Straße aus ihrer Sicht sicherer gemacht werden könnte: Innerorts ein Tempo-Limit von 30 und außerorts von 70 Stundenkilometern schlägt Klaus Leder vor. Außerdem ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen – ausgenommen nach wie vor landwirtschaftliche Gefährte.

Und was sagt die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises dazu? „Zuständig für die Straße ist die Gemeinde“, erklärt Kreissprecherin Katrin Holzmann und fügt hinzu: „Der Bokenkamp ist uns aber nicht als ein Unfallschwerpunkt bekannt.“ Im Übrigen zeige die Erfahrung, dass das bloße Aufstellen von Schildern in der Regel nicht viel bringe. „Wenn nicht auch kontrolliert wird, halten sich viele Autofahrer nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.“ Eine Antwort, mit der sich die Anwohner des Bokenkamps nicht zufriedengeben wollen. „Wir bleiben dran“, zeigt sich Klaus Leder kämpferisch. kre