Aktuell
Home | Lokales | Samtgemeinde Elbmarsch im digitalen Himmel

Samtgemeinde Elbmarsch im digitalen Himmel

Marschacht. Während der Ausbau des digitalen Breitbandnetzes in anderen Gemeinden und Landkreisen noch Zukunftsmusik ist, gehen die Arbeiten in der Samtgemeinde Elbmarsch dem Ende entgegen: Bis Ende Juli sollen 95 Prozent der Haushalte, die am Breitbandprojekt teilnehmen, angeschlossen sein.

Das berichtet Uwe Luhmann, Vorstand der samtgemeindeeigenen „Elbmarsch Kommunal Service“ (Elbkom). In absoluten Zahlen: 3400 Hausanschlüsse in den Dörfern Marschacht, Tespe und Drage werden bis Ende Juli über schnelles Internet verfügen. Die restlichen fünf Prozent, so Luhmann, „bis zum 30. September“.

Luhmann: „Zur Zeit werden pro Woche etwa 80 Hausanschlüsse fertiggestellt.“ Aber auch letzte Tiefbauarbeiten laufen noch, so werden unter anderem die „maximal 40 Haushalte“ in Eichholz jetzt erschlossen. Das Gewerbegebiet Eichholz, so Luhmann, sei bereits aus anderer Richtung mit dem Breitbandnetz verbunden.

Einzelne Kritiken über schlechte Verbindungen hatte es in den vergangenen Wochen gegeben, die große Mehrheit der Kunden sei aber zufrieden, ist Uwe Luhmann überzeugt. Er sagt: „Das Netz läuft stabil. Die Redundanz, die Reserveleitung, in Marschacht ist fertiggestellt und wird demnächst betriebsbereit sein. Damit haben wir eine weitere Ausfallsicherheit und Lastverteilung im Netz.“

Weiter erklärt der Elbkom-Vorstand: „Mittlerweile sind auch die Kinderkrankheiten abgearbeitet. Ich hoffe, der Netzbetreiber pepcom wird das Netz und die Netztechnik nicht nur pflegen, sondern auch weiterentwickeln, so dass wir demnächst weitergehende Produkte mit besseren Upload-Geschwindigkeiten anbieten können.“ Aus dem Hause pepcom heißt es dazu: „Wir arbeiten an der Einführung des 400er-Tarifs und der Erhöhung des Uploads für alle Bestandskunden.“

Am 24. Juni 2015 hatte der erste Spatenstich für das Mammutprojekt Breitbandausbau in der Elbmarsch begonnen, im Frühjahr 2016 konnten die ersten Einwohner der Gemeinde Tespe sich über ihre Anschlüsse und Internetgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s und mehr freuen.

Zwei Jahre Projektdauer hatte Uwe Luhmann im Vorwege geschätzt, mit weniger Zeit hatte der Netzbetreiber gerechnet. Immerhin, so sagt Luhmann jetzt, habe man in den letzten zwei Jahren 110 Kilometer Hauptleitung unter die Erde gebracht, außerdem 300 000 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt.

„Man muss dabei auch bedenken, dass wir mit 3000 Anschlüssen angefangen hatten, mittlerweile liegen wir bei 3600 bestellten Anschlüssen.“ Unter anderem der Ausfall eines Subunternehmens, eines Tiefbauers aus Dänemark, hatte die Planungen im vergangenen Sommer durcheinandergebracht.

In den Samtgemeinden Bardowick und Gellersen wollen verschiedene Gemeinden sich dem Breitbandprojekt der Samtgemeinde Elbmarsch anschließen. Am Donnerstag traf sich Elbkom-Vorstand Uwe Luhmann mit den Gemeinderäten der betreffenden Gemeinden für nähere Absprachen. Für die Zeit „ab Mitte August“ plant Luhmann die ersten Bürgerinformationsveranstaltungen.
Von Ingo Petersen

Hintergrund

Startschuss 2012

Die Planungen für ein eigenes Glasfasernetz laufen in der Elbmarsch seit 2012. Ende 2013 wurde die „ElbKom“ gegründet, Ende 2014 einigte man sich mit dem Kabelnetzbetreiber „pepcom“ aus München.

Das Prinzip: Die Samtgemeinde trägt zunächst – kreditfinanziert – die Erschließungskosten. Anfangs wurden die auf rund 8,5 Millionen Euro geschätzt. Mittlerweile sind sie auf 8,9 Millionen Euro gestiegen – auch aufgrund der gewachsenen Anschlusszahlen.

Die Elbkom ist Eigentümerin des Kabelnetzes. Pepcom pachtet das Netz und zahlt dafür an die Samtgemeinde Elbmarsch, die so ihre Kosten refinanziert.