Aktuell
Home | Lokales | Sorgen um die spielenden Kinder
Das Foto hat Kai Tönjes auf dem Sportplatz in der Goseburg geschossen, er fragt sich, wieso die Baustelle nicht gesichert ist. Foto: nh

Sorgen um die spielenden Kinder

Lüneburg. Seit einiger Zeit beobachtet Kai Tönjes das Treiben auf dem Sportplatz in der Goseburg genau. Dass dort nun nebenan auf dem Spielplatz eine Schaukel entfernt und ein Zaun abgebaut wurde, gefällt dem Anwohner nicht. „Die Pfosten liegen da einfach rum. Jetzt können da keine Kinder mehr spielen, weil Verletzungsgefahr besteht.“ Die Umbauarbeiten haben einen Grund, der Fußball-Regionalligist Lüneburger SK wird dort künftig trainieren (LZ berichtete). Tönjes befürchtet, dass dafür ein Spielplatz weichen muss. Und er kritisiert, dass dieser nicht mal abgesperrt sei während der Arbeiten.

„Da können keine Kinder mehr spielen, weil Verletzungsgefahr besteht.“
Kai Tönjes, Anwohner

Der Lüneburger macht sich für den Erhalt des Spielplatzes stark und wünscht sich, dass er erneuert wird. „Der Drehkreisel quietscht schon seit über einem Jahr. Ich stoße bei der Stadt auf taube Ohren.“ Seine Kritik habe er unter anderem beim Betriebshof und bei der Bauaufsicht vorgebracht. Denn auch auf dem Sportplatz würden viele ungesicherte Gefahrenstellen lauern. So sollen dort Löcher im Boden sein, in denen vorher die Pfosten steckten, außerdem ein offener Graben. „Und beim Vereinsheim liegt Schutt und Stahl herum.“ Der öffentliche Parkplatz werde teilweise durch Metallschrott blockiert.

Stadt: Spielplatz soll erhalten bleiben

Bei der Stadt sagt Pressesprecherin Suzanne Moenck, dass es sich um eine private Baustelle handle. „Wir haben den Verein als Bauherrn angesprochen.“ Vor Ort habe sich nun jemand der kritisierten Punkte angenommen. Der Graben soll bereits geschlossen sein, um den Schrott werde man sich ebenfalls kümmern. Ein Schild soll aufgestellt werden, das vor dem Betreten der Baustelle warnt.

Suzanne Moenck appelliert aber auch an Eltern, auf ihre Kinder Einfluss zu nehmen, „dass sie nicht verbotenerweise den Sportplatz betreten“. Sie kann Kai Tönjes in einem Punkt aber auch beruhigen. Denn der kleine Spielplatz neben dem Sportplatz soll erhalten bleiben. Die Schaukel sei zurzeit nur eingelagert und werde wieder aufgestellt. „Wem es dort zurzeit für seine Kinder zu unruhig ist, dem können wir als Alternative den Spielplatz Sternkamp ans Herz legen. Er ist nur wenige Gehminuten entfernt über eine Unterführung erreichbar und ist zuletzt 2015 erweitert und aufwendig saniert worden“, sagt die Sprecherin und weist auch auf Trainingsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche hin, die der LSK nach Fertigstellung des Sportplatzes anbieten werde.

Von Anna Paarmann

4 Kommentare

  1. Das sie es absperren ok, ist auch vollkommen richtig!
    Aber welche Kinder? Ich wohne jahrelang schon in der goseburg und seitdem der Spielplatz da ist, haben da übern Daumen gerechnet 10 Kinder gespielt und in den letzten Jahren gar keine mehr!
    Man sollte richtig recherchieren und mehrere Anwohner befragen, nicht nur einen!

    Außerdem war nie die Rede davon, dass der Spielplatz wegkommt. Denn der LSK möchte nun aus dem Sportplatz etwas machen und das die da nunmal graben und da eine Baustelle entsteht ist ganz klar.
    Beim vorigen Verein hat es auch keinen gestört, wenn da Sperrmüll rumlag, kaputte Bierflaschen oder sonstige gefährliche Gegenstände!!

  2. Dorothea von Kleist-Dotterstern

    Ich möchte auf keinen Fall mögliche Baustellen-Gefahren relativieren, aber evtl. irren Pressesprecherin und Anwohner, und der Spielplatz Goseburg wurde von einem Künstler umgestaltet? Das Ganze müsste dann natürlich auch eingezäunt werden, um das Werk zu schützen. Mich erinnert das Foto jedenfalls an bedeutende Arbeiten des internationalen Kunstmarkts. Maschendraht und Fussballnetz als Metaphern für eine zunehmend als eng empfundenen Industrie-Welt, dahinter rebellische Grafifiti, das Ganze konzeptionell sehr geschickt eingebettet in den lokalen Zusammenhang (LSK). Rückblick und Perspektive eng miteinander verschränkt, eine Arbeit, die die Legitimität des Neuen beweist, indem es die „Baustelle“ als Brache, als Reflexionspunkt für Innovation und Erneuerung präsentiert. Obgleich kunstgeschichtlich verpackt (arte povera), ist die Argumentation doch zweifellos politisch gemeint. „Sorgen um spielende Kinder“ – sind wir damit nicht alle damit gemeint? Weitere Bezugs- und Anknüpfungspunkte zu diesem Narrativ siehe z.B. hier:
    https://www.landeszeitung.de/blog/kultur-lokales/776972-tote-ratten-im-kuenstlerhaus

    • Herrlich, Dorothea von Kleist-Dotterstern!

      WAS WIR SEHEN UND ERLEBEN, HAT EINFLUSS AUF UNSER DENKEN UND HANDELN. SO EIN STÜCK KONSTRUKTIV DEKONSTRUKTIVER LANDSCHAFTSARCHITEKTUR BEEINFLUSST BILDUNG UND WISSENSCHAFT

      Das Kunstobjekt „Spiel- und Sportplatz in der Goseburg“ steht – als Kontraposition zur geleckten „Arena Lüneburger Lackmeierei“ – für Inspiration, Interaktion, Innovation und Intervention. Es bietet Inspiration für gesellschaftlich relevantes Wissen und schafft Bildung. Es ist ein Ort für Interaktion zwischen Universalität und Gesellschaft. Es steckt voller technischer Innovationen für eine nachhaltige Nutzung und interveniert in das soziale Gedächtnis der Region Lüneburg als Voraussetzung für eine gemeinsame bessere Zukunft. (Mehr dazu: http://zentralgebaeude.leuphana.de)

  3. Hauptsache der LSK macht was anständiges raus.
    Der VFB war nie ein schöner Verein und hatte auch keinen guten Ruf. Das Vereinsheim ist runter gekommen und die Scheiben sind seit Monaten kaputt.
    Drinnen sieht es kein bisschen besser aus.

    Hoffen wir das da jetzt was schönes entsteht.