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Die Liebe hat Julian Meyer nach Tellmer verschlagen und dort auch mit der örtlichen Feuerwehr zusammengebracht. Foto: t&w

Tellmer: Neuer Ortsbrandmeister Meyer brennt für die Feuerwehr

Tellmer. Mit 23 Jahren ist er der jüngste Ortsbrandmeister im Landkreis Lüneburg, wenn nicht sogar des Landes. Julian Meyer wurde kürzlich vom Samtgemeinderat Amelinghausen ins Amt berufen als Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Tellmer. Allerdings wurde er zunächst nur kommissarisch für zwei Jahre ernannt. In der Zeit muss er noch den notwendigen Gruppenführerlehrgang nachholen, um das Amt auch regulär ausüben zu dürfen. Doch auch wenn die frühe Übernahme eines solch verantwortungsvollen Postens aus der Not geboren wurde, geht für den 23-Jährigen jetzt ein Kindheitstraum in Erfüllung. Denn Feuerwehrmann ist er mit Leidenschaft. Und er hat sich für seine Ortsfeuerwehr Tellmer, in die er erst Anfang des Jahres eingetreten ist, einiges vorgenommen.

„Wir sind die Ersten, die helfen, falls etwas passiert, sei es ein schwerer Autounfall oder ein Brand.“
Julian Meyer, Ortsbrandmeister

Eigentlich stand die 1904 gegründete Freiwillige Feuerwehr Tellmer vergangenes Jahr fast vor dem Aus, wegen Mitgliedermangels. Doch es bewegte sich einiges im Dorf. Die Wehr verzeichnete gut ein Dutzend Neueintritte. Heute zählen die Tellmeraner Brandschützer etwas mehr als 30 aktive Mitglieder. Eine gute Basis, auf der sich aufbauen lässt, meint Julian Meyer, der das Amt des Ortsbrandmeisters von Thimo Rutschmann übernommen hat. Auch wenn Meyer von seinen Kameraden mit großer Mehrheit gewählt wurde, weiß er um die zusätzliche Herausforderung, auf der einen Seite die Neuankömmlinge zu motivieren und auf der andere Seite, von den älteren Kameraden respektiert zu werden. „Keiner sagt es, aber manche denken es vielleicht: Was hat der Junge mir schon zu sagen.“ Dabei mangele es ihm trotz seines zarten Alters nicht an Feuerwehr-Erfahrung, sagt er selbstbewusst.

Waldbrandbekämpfung eine wichtige Aufgabe

Seine Kindheit verbrachte Julian Meyer in Reinstorf. Dort war auch der Vater Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Das hat er bewundert, das hat ihn geprägt. „Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich schon mit fünf Jahren in die Feuerwehr eingetreten“, sagt er.

Der ausgebildete Landwirt war mittlerweile in mehreren Feuerwehren aktiv, unter anderem auch in Bingen am Rhein in Rheinland-Pfalz. „Da hatten wir vielleicht 400 bis 500 Einsätze im Jahr.“ In Tellmer seien es in der Regel vielleicht eine Handvoll. Doch damit will er die Bedeutung der kleinen Ortsfeuerwehr nicht herunterspielen, im Gegenteil: „Auch wenn wir hier nur eine Grundausstattung haben, wir sind die Ersten, die helfen, falls etwas vor Ort passiert, sei es ein schwerer Autounfall oder ein Brand.“ Mit Blick auf das nahe Waldgebiet Süsing sieht Meyer denn auch für die Zukunft eine weitere wichtige Aufgabe für die Feuerwehr Tellmer: die Waldbrandbekämpfung. Umso wichtiger sei es, dass die Wehr das zugesagte neue Löschfahrzeug mit einem Wassertank bekommt. Derzeit hegen die Tellmeraner in ihrem „Sprüttenhus“ noch einen alten VW-Bus, dessen Wasserpumpe das gleiche Baujahr aufweist wie das Fahrzeug selbst: 1987, sieben Jahre älter als der amtierende Ortsbrandmeister.

„Ehrenamt ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, sagt Meyer zu der Frage, warum er sich überhaupt in der Feuerwehr engagiert. Dafür nimmt er auch lange Wege auf sich. Seit 2014 ist er Zeitsoldat. Offiziell ist der Stabsunteroffizier in Würzburg stationiert, absolviert derzeit bei der Bundeswehr aber eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer in Schwerin und in dem Rahmen wiederum gerade ein Praktikum in Lüneburg. Vier Tage die Woche könne er auf jeden Fall in Tellmer sein. Ansonsten setzt er auf die Unterstützung seines Onkels Clemens Reher, stellvertretender Ortsbrandmeister.

Und auch einen Beitrag zur Stärkung der Verbindung zwischen Feuerwehr und Dorfgemeinschaft will Meyer mit seinen Kameraden leisten und im September das Sommerfest mit neuem Leben erfüllen.

Von Dennis Thomas