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Jürgen Barth gewann vor 40 Jahren die 24 Stunden von Le Mans. Das Siegerauto, ein Porsche 936 Spyder, auf der legendären Rennstrecke in Frankreich. Fotos: nh

Weltklasse-Rennfahrer fährt Altstadt Grand Prix

Lüneburg. Zu den weltbesten Sportwagen-Piloten zählte Jürgen Barth in den 1970er- und 1980er-Jahren. Den wohl größten Triumph seiner Rennfahrerkarriere erlebte Barth vor 40 Jahren, als er an der Seite des Belgiers Jacky Ickx und des Amerikaners Hurley Haywood das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewann. Natürlich mit einem Porsche – der Marke, für die Barth fast alle Wettbewerbe auf den Rennpisten und Rallyestrecken bestritten hat.

Mit dem Porsche durch die Altstadt

Deutlich gemütlicher als damals im 936 Spyder wird es Jürgen Barth am Sonntag, 13. August, beim Lüneburger Altstadt Grand Prix angehen lassen. Der 69-Jährige wird dann den 356er Porsche von Organisator Rolf Moormann durch die beschaulichen Straßen der Hansestadt steuern – und seinen Spaß haben an der schönen Kulisse und tollen Atmosphäre, wie auch alle anderen Teilnehmer im Feld der insgesamt 76 historischen Fahrzeuge.

Jürgen Barth verbrachte sein erstes Lebensjahrzehnt in der damaligen DDR, ehe die Familie Ende 1957 von Ost- nach West-Berlin flüchtete. Das Rennfah–rerblut hat ihm Vater Edgar vererbt, der selbst erfolgreich viele Rennen bestritt. Jürgen Barths nächster großer Erfolg folgte 1980 an der Seite des unvergessenen Rolf Stommelen, als das Duo mit einem Porsche 908 beim 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring triumphierte. Sein fahrerisches Talent stellte Barth zusammen mit Roland Kussmaul auch auf den Rallye-Strecken immer wieder unter Beweis.
Im normalen Leben verdingte er sich als Testfahrer bei seiner Marke Porsche, fungierte für die Stuttgarter später auch als Rennleiter für das Werksteam bei Langstreckeneinsätzen.

Auch unter die Buchautoren ist Jürgen Barth gegangen, natürlich ebenfalls für Porsche. „Das neue Buch der Porschetypen“ von 2005 etwa stammt ebenso aus seiner Feder wie das Werk mit dem Titel „Porsche 904“. Am 10. Dezember feiert Barth seinen 70. Geburtstag. Der Jahrgang 1947 scheint ein besonders guter für erfolgreiche Rennfahrer gewesen zu sein, denn auch Rallye-Legende Walter Röhrl stiegt vor einigen Monaten auf in den Club der Siebziger. cst