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Stefanie Mendel, Clemens Leder und Dr. Markus Quante (v.l.) hissen die Flagge vor der Grundschule in Wendisch Evern. Foto: phs

Wendisch Evern setzt Zeichen für den Frieden

Wendisch Evern. Die Gemeinde Wendisch Evern hat ein Zeichen für eine friedliche Welt gesetzt. Vor der Grundschule hissten Bürgermeister Clemens Leder, seine Ste llvertreterin Stefanie Mendel und ZeitlosLauf-Organisator Dr. Markus Quante gestern Vormittag erstmals die Flagge des Bündnisses „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) und appellierten damit an die Staaten der Welt, Atomwaffen abzuschaffen. „Das ist nur ein kleiner Beitrag“, sagte Leder, „aber auch viele kleine Zeichen können etwas bewegen.“

Bundesweit haben sich 240, international mehr als 7200 Städte und Kommunen an dem Flaggentag des Bündnisses beteiligt – und bereits am 7. Juli die Flagge mit weißer Taube auf grünem Grund gehisst. „Auch ich habe die Fahne am 7. Juli schon gehisst, doch da fehlte Markus Quante vom ZeitlosLauf, deswegen haben wir das heute noch einmal gemeinsam nachgeholt“, erklärte Leder. Quante und seine Mitstreiter vom ZeitlosLauf hatten 2007 den entscheidenden Anstoß gegeben für die Mitgliedschaft der Gemeinde in dem internationalen Friedens-Bündnis.

Das besondere Engagement der Wendisch Everner für eine friedliche Welt hat einen konkreten Hintergrund: die Kapitulation der deutschen Truppen gegenüber der Britischen Armee am 4. Mai 1945 am Wendisch Everner Timeloberg – „ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs und zum demokratischen Neuanfang“, erklärt Quante. Auch der ZeitlosLauf erinnert seit 2004 jedes Jahr an dieses Ereignis, soll damit ein Zeichen für Frieden setzen. „Darüber hinaus organisieren wie regelmäßig Vorträge zu dem Thema, versuchen auch so, aufmerksam auf Gefahren wie Atomwaffen zu machen“, sagt Quante.

Auch Bürgermeister Clemens Leder machte in einer kurzen Ansprache deutlich, dass Atomwaffen leider immer noch verbreitet seien. „Mittlerweile sind sogar kleinere Atomwaffen entwickelt worden, und ich fürchte, dass diese leichtfertig eingesetzt werden könnten.“

Die „Bürgermeister für den Frieden“ wollen den politischen Druck auf die Nuklearstaaten erhöhen, mit dem „Flaggentag“ erinnert das Bündnis an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag vom 8. Juli 1996. Darin heißt es, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen generell mit den Regeln des humanitären Kriegsvölkerrechts unvereinbar sind. Das Gutachten ist zwar nicht bindend, trotzdem gibt es erste Schritte in Richtung einer atomwaffenfreien Welt.

Am 7. Juli erst haben mehr als 130 Staaten bei den Vereinten Nationen in New York einen Vertrag ausgehandelt, der Atomwaffen verbietet. Die Staaten, auf die es ankommt, haben zwar daran nicht teilgenommen. „Trotzdem ist das ein großer Fortschritt für die Welt“, sagte Wendisch Everns Bürgermeister Clemens Leder.

Von Anna Sprockhoff