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Der Kanal schafft es nicht mehr, das Regenwasser aufzunehmen. Die Fluten drücken den Deckel im Birkenweg hoch. Seit langem fordern die Anwohner einen leistungsfähigeren Regenwasserkanal. Foto: nh

Melbeck: Auf der Suche nach dem Kanal

Melbeck. Auf diese Nachricht haben viele Hausbesitzer in Melbeck lange gewartet. Die Gemeinde will das Regenwasserproblem in Teilen des Ortes jetzt grundlegend angehen – nachdem in den vergangenen Jahren bei Starkregen viele Melbecker immer wieder „Land unter“ melden mussten. Vom morgigen Dienstag, 11. Juli, an wird die Purena Consult GmbH im Auftrag der Kommune eine Bestandsaufnahme des Kanalnetzes erstellen. Das Untersuchungsgebiet reicht dabei westlich der Bundesstraße 4 vom Melbecker Bach in Höhe der Eisdiele bis zum Ortsausgang in Richtung Bienenbüttel. „Damit haben wir das Untersuchungsgebiet ausgeweitet“, erklärt Gemeindedirekor Peter Gentemann.

Denn schnell war klar, dass eine „kleine Lösung“ nicht ausreicht. „Es gibt kein Kataster für den Regenwasserkanal“, sagt Gentemann. „Und in vielen Bereichen weiß heute keiner mehr so genau, wie und wo in früheren Jahrzehnten die Rohre verlegt wurden.“ Denn darüber gebe es so gut wie keine Aufzeichnungen, bedauert Gentemann und fügt ironisch hinzu: „Einfach so unter die Erde gucken können wir aber nicht.“

Fest steht nur: In den vergangenen Jahren hat sich die Überflutungsgefahr deutlich verschärft. Und das nicht nur, weil die Regengüsse immer heftiger ausfallen. „Es wurden immer mehr Straßen an den Regenwasserkanal im Birkenweg angeschlossen und damit die Problematik verschärft,“ kritisierten Anwohner im vergangenen Jahr in einem Schreiben an die Gemeinde (LZ berichtete). Zusätzlich habe der ausgebaute Hasenwinkel die Lage im Birkenweg verschlimmert, weil das Regenwasser jetzt noch schneller in den Kanal eingeleitet werde. Die Folge: Schon stärkere Schauer reichen, um das Kanalnetz in den Straßen Hasenwinkel, Osterberg, Am Berge und Birkenweg zu überlasten. Nicht nur, dass die Straßen dann bis zu 30 Zentimeter hoch überflutet sind, Anwohner berichten auch, dass Regenwasser in den Schmutzwasserkanal gelangt, Gullydeckel hochdrückt und die stinkige Brühe sich im ungünstgsten Fall auf die Straße und die Keller von Wohnhäusern im Birkenweg und Hasenwinkel verteilt.

Bis Freitag, 14. Juli, werden die ersten Untersuchungen und Messungen des Regenwasser-Kanalsystems voraussichtlich dauern. Anschließend wird mit Hilfe der Daten ein digitales Modell des Kanals erstellt. Im zweiten Schritt sind dann Kamera-Befahrungen im Kanal geplant, um sich so einen Überblick über den baulichen Zustand des Regenwasser-Systems zu verschaffen. 34 000 Euro hat die Gemeinde für die Kanaluntersuchung im aktuellen Haushalt eingestellt. „Bis Ende Oktober“, hofft Gentemann, „liegen die Ergebnisse vor.“ Außerdem werde die Gemeinde in den nächsten Tagen allen Haushalten in dem Untersuchungsgebiet einen Fragebogen zuschicken, um so Auskunft über versiegelte Dach- und Hofflächen zu bekommen. Denn Wasser, das auf dem eigenen Grundstück nicht versickern kann, belaste zusätzlich den Kanal. Sind alle Daten zusammengetragen, wird die Purena für die Gemeinde ein Konzept erarbeiten, wie man künftige Überschwemmungen verhindert.

Doch nur den Status Quo zu ermitteln ist das eine. Bauliche Missstände zu beseitigen und den Regenwasserkanal zu ertüchtigen das andere. „Das wird nicht billig!“, schwant Peter Gentemann schon jetzt.

Von Klaus Reschke

One comment

  1. Heinz-Georg Pleschke

    kleiner Hinweis an GD Gentemann… die Gemeinde Melbeck hat früher, auch in meiner Zeit als Bürgermeister und Gemeindedirektor, ihre Regenwasserkanäle und Straßen durch das Ing. Büro BEUSSEL in Lüneburg planen und auch den Bau durch Tiefbaufirmen überwachen und abnehmen lassen… auch der Regenwasserkanal im Birkenweg dürfte dort geplant worden sein… vielleicht kann hier nachfragen viel Zeit und Geld sparen…