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Günter Schwarz (hinten) und Peter Oehser bei der Zählung an der Scholze-Kreuzung. Foto: t&w

Straßenverkehr: Finger weg vom Smartphone

Lüneburg. Nachrichten schreiben, Facebook checken, Musik hören oder Handyspiele spielen und dabei immer den Blick aufs Display gerichtet, so b ewegen sich viele Fußgänger und Radfahrer durch den Straßenverkehr. Die Ablenkung durch das Smartphone führt zu gefährlichen Situationen zum Beispiel beim Überqueren von Straßen. Aus diesem Grund hat der Auto Club Europa (ACE), Deutschlands zweitgrößter Autoclub, die bundesweite Aktion „Finger weg! Smartphone im Verkehr“ angeschoben, um auf die Gefahr durch diese Ablenkung aufmerksam zu machen.

In Lüneburg postierten sich am Sonnabend Günter Schwarz, Kreisvorsitzender des ACE Nordheide, der ehemalige Vorsitzende Peter Oehser, sowie Thomas Baas und Rüdiger Rohlf an der Scholze- sowie der Scharffkreuzung zwecks einer Zählung.

Den Blick aufs Handy gerichtet

„Von 8.30 bis 11 Uhr haben wir 1738 Erwachsene und 97 Jugendliche notiert, die die Fußgängerübergänge an den beiden Kreuzungen genutzt haben“, berichtet Günter Schwarz. Das Ergebnis: 15 Prozent der Männer sowie 16 Prozent der Frauen hatten den Blick aufs Handy gerichtet oder einen Knopf im Ohr, um zum Beispiel Musik zu hören. Fast jeder zweite gezählte männliche Jugendliche, nämlich 46 Prozent, lief als „Smombie“ (Kunstwort aus Smartphone und Zombie) über die Kreuzungen, bei den Mädchen waren es 23 Prozent.

„Was uns auch aufgefallen ist: Obwohl die Fahrbahnmarkierungen sehr deutlich sind, haben sich 30 Prozent der Radfahrer nicht korrekt verhalten, sind unter anderem noch bei Rot über die Kreuzung gefahren. Führerscheininhaber hätten sich bei einer Polizeikontrolle in Flensburg wiedergefunden.“ In einigen Fällen hätten Unfälle nur verhindert werden können, „weil Autofahrer in letzter Minute noch reagiert haben“. Schwarz plädiert dafür, dass gerade in diesen beiden Kreuzungsbereichen häufiger Kontrollen durch die Polizei durchgeführt werden sollten. Allerdings räumt er auch ein, dass die Zahl der Radler, die sich an diesem Tag verkehrswidrig verhalten haben, gering gewesen sei. Doch die, die noch mal schnell bei Rot weiterfuhren, hätten sich uneinsichtig gezeigt, als man sie ansprach. Da hätte es geheißen: „Mir passiert schon nichts.“ Dabei sei Rotlicht-Missachtung von Fußgängern und Radfahrern eine häufige Unfallursache.

„Mit der Aktion möchten wir auf die Gefahren hinweisen, wenn man sich mit Blick aufs Smartphone im Straßenverkehr bewegt und an die Einsicht der Leute appellieren. Denn jedes Unfallopfer ist eines zu viel.“ Die Ergebnisse der bundesweiten Aktion, die noch bis Anfang Oktober läuft, werden zusammengefasst und auf der Homepage des Verkehrsclubs im Internet veröffentlicht.

Von Antje Schäfer

One comment

  1. Darwin Awards: Die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen (Taschenbuch)

    Nach dem fulminanten Erfolg des ersten Bands der „Darwin Awards“ präsentiert die internationale Bestsellerautorin Wendy Northcutt weitere ungeahnte Möglichkeiten, das Zeitliche zu segnen.

    Und wieder sind es nur die skurrilsten und schlichtweg idiotischsten Arten, aus dem Leben zu scheiden und somit den allgemeinen Genpool zu entlasten.

    Sehr lesenswert; und wenn sich diese Mitmenschen halt frühzeitig aus dem Geenpool entfernen möchten, lasst sie doch. Ich habe für solche „Blindläufer und -radler“ kein Verständnis und schon gar kein Mitleid.