Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Die Gebrüder Volker und Detlef Hartmann sind sauer auf die Postbank. Denn die zieht sich auch aus Barendorf zurück. Foto: be

Postbank Barendorf ist Geschichte

Barendorf. Wirtschaftliche Gründe alleine sind es wohl nicht, die die Postbank dazu veranlassten, sich aus Barendorf zu verabschieden – auch wenn Postsprecher Jens-Uwe Hogardt das vermutet: Schließlich läuft der Edeka-Aktiv-Markt der Gebrüder Hartmann in Barendorf gut. So gut, dass die beiden Unternehmer den neuen Markt durch einen Anbau erweitern müssen. Und auch eine Drogeriemarktkette sieht wirtschaftliches Potenzial in der Gemeinde, errichtet dort ebenfalls eine Filiale. Nur die Postbank, die zieht sich aus der Gemeinde und damit weiter aus der Fläche zurück. „Im November ist endgültig Schluss“, bestätigte jetzt auf LZ-Anfrage verärgert Edeka-Chef Volker Hartmann.

Über die Gründe des Rückzugs des gelben Giganten kann Hartmann nur spekulieren: „Die Postbank gehört der Deutschen Bank, und die hat offenbar wenig Interesse an kleinen Filialen“, bedauert Hartmann. „Es finden zu wenige Transaktionen statt“, bestätigt Hogardt – das Engagement rechne sich für die Postbank nicht mehr.

Schrumpfungsprozess des Finanzdienstleisters fortlaufend

Der Schrumpfungsprozess des Finanzdienstleisters im Osten des Landkreises setzt sich damit munter fort. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte die Postbank in Dahlenburg ihre Leistungen eingestellt – und damit etliche langjährige Kunden verprellt (LZ berichtete). Zu denen gehörte auch Helga Welling aus Bavendorf. „Gerade die älteren Kunden auf dem Land sind mit dieser Konzern-Entscheidung angeschmiert“, schimpfte die 65-Jährige vor wenigen Monaten. Noch kann die Postbank-Kundin für ihre Geldgeschäfte nach Barendorf – doch das auch nur noch bis November. Dann ist auch hier die Finanzdienstleistung der Postbank Geschichte.

Um Geld abzuheben, Überweisungen zu tätigen oder Einzahlungen auf das Sparbuch vorzunehmen, muss Helga Welling als Postbank-Kundin künftig also noch längere Wege in Kauf nehmen. Etwa nach Bleckede oder nach Lüneburg fahren. „Ich bin noch mobil“, sagt Welling, aber was sei mit den Rentnern, die über keinen fahrbaren Untersatz verfügen? Kundenfreundlichkeit und Service sieht für die Bavendorferin anders aus. „Die Postbank investiert Unsummen in ihre Werbung, aber der ‚kleine Mann‘ bleibt auf der Strecke“, ärgert sich die ehemalige Postmitarbeitein.

Schließung trifft Markt in Phase der Erweiterung

Ungehalten ist auch Volker Hartmann über das Aus der Postbank-Dienstleistungen in seinem Markt, wenngleich er sagt: „Wir haben mit dieser Entscheidung der Postbank gerechnet“.
Die Finanzdienstleistungen der Postbank in Barendorf stehen schon länger auf der Streichliste. Ursprünglich sollte die Postbank-Dienstleistung auch in Barendorf schon zum 31. Oktober des vergangenen Jahres gestrichen werden. Nachdem Volker Hartmann und sein Bruder Detlef mehrere Gespräche mit den Verantwortlichen geführt hatten, wurde die Frist noch einmal bis zum 30. Juni dieses Jahres verlängert (LZ berichtete).

Doch jetzt ist die Entscheidung endgültig gefallen – gegen den Standort Barendorf. „Das Ding ist durch“, sagt Volker Hartmann. Für die beiden Edeka-Chefs ist diese Konzern-Entscheidung auch deshalb besonders ärgerlich, weil sie sich mit ihrem Markt mitten in der Erweiterungsphase befinden, den Markt baulich vergrößern. Voraussichtlich ab dem 16. Oktober muss der Supermarkt deshalb für drei Wochen schließen. Die Wiedereröffnung ist für den 9. November geplant – dann aber ohne die Postbank.

Von Klaus Reschke