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Kate Kitchenham mit ihrem Hund Knox, den sie möglichst immer mit auf Reisen nimmt. Foto: t&w

Was tun, wenn Frauchen im Urlaub ist?

Lüneburg. Die Deutschen haben 30 Millionen Haustiere. Mindestens einmal im Jahr stellen sich viele die Frage: Was mache ich mit meiner Katze o der meinem Hund während der Ferien, wenn ich das Tier nicht mitnehmen kann? Die LZ sprach darüber mit der Lüneburgerin Kate Kitchenham. Sie ist Wissenschaftsjournalistin und moderiert die ZDF-Sendung „Haustier-Check“.

Interview

Frau Kitchenham, leiden Haustiere, wenn Herrchen oder Frauchen ohne sie auf Reisen gehen?
Kate Kitchenham: Das kommt stark auf die Tierart an – Meerschweinchen merken natürlich, dass ein anderer kommt zum Versorgen, aber sie vermissen ihren Besitzer nicht vergleichbar wie zum Beispiel ein Hund oder auch manche Katzen. Grundsätzlich sollte jedes Tier im Vorfeld schon mal den Ferien-Betreuer kennenlernen.

Wenn mein Tier zu Hause bleibt, ist dann eine Tierpension oder eine private Betreuung besser?
Für jedes Tier ist es besser, wenn es in seiner vertrauten Umgebung bleiben kann. Ist dies nicht möglich, dann muss sichergestellt werden, dass die tierischen Hausgenossen ähnliche Bedingungen vorfinden wie daheim. Katzen sind sehr territorial, deshalb sollten sie am besten zu Hause versorgt und betreut werden. Dabei ist es wichtig, dass nicht nur jemand zum Füttern und Säubern vorbeikommt, sondern auch Zeit für ausgiebige Kuscheleinheiten mitbringt. Bei Hunden gilt, dass sie eine sehr starke Bindung zum Frauchen oder Herrchen haben.

Deshalb empfehle ich, dass von Anfang an auch positive Beziehungen zu Freunden oder zur Familie aufgebaut werden, damit der Hund im Falle einer Trennung auch von diesen Menschen betreut werden kann. Zu dem Training gehört auch, dass er lernt, über Nacht oder länger bei einer dieser Personen zu bleiben, damit er das Leben bei anderen Menschen im Urlaubs-Fall schon gewohnt ist. Bei anderen Tieren wie Hamstern, Meerschweinchen oder Wellensittichen kommt es eher darauf an, dass sie regelmäßig gefüttert, Käfige gereinigt werden und sie Auslauf bzw. Freiflug bekommen.

Wenn eine private Unterbringung nicht möglich ist, worauf sollte ich bei einer Tierpension achten?
Es gibt hochprofessionelle Tierpensionen, die fachlich gut sein können. Um diese zu finden, muss man Zeit investieren und sich schlau machen, was einzelne Einrichtungen anbieten. Auf jeden Fall sollte ich rechtzeitig Kontakt mit ihnen aufnehmen und mir einen Eindruck vor Ort verschaffen. Kriterien sind neben Hygiene und viel persönlicher Zuwendung durch den Betreiber eine gute Einrichtung wie zum Beispiel viele Kratzbäume und Kletterbretter für Katzen an den Wänden oder individuelle, häusliche Betreuung von Pensionshunden.

Welche Qualifikationen sollte ein Tiersitter mitbringen?
Er sollte neben dem erforderlichen Paragraph-11-Schein eine Ausbildung zum Tierpfleger oder Fortbildungen nachweisen können und viel Erfahrung mitbringen. Im Kontakt mit dem Tier muss sich zeigen, dass er in der Lage ist, das Vertrauen zu gewinnen und das Verhalten richtig einzuordnen. Ein wesentlicher Aspekt ist außerdem: Er muss dem Halter sympathisch sein, denn das ist oft ein Indiz dafür, dass er ähnlich mit dem Tier umgehen wird wie er selber.

An wen kann man sich wenden, um gute Tipps für eine Unterbringung zu bekommen?
Lokale Tierheime sind diesbezüglich gut vernetzt. Auch Tierärzte kann man fragen. Und man kann sich an den Deutschen Tierschutzverband wenden, der die Aktion „Nimmst Du mein Tier, nehm‘ ich Dein Tier“ initiiert hat, über die Tierfreunde eine Betreuungsstelle anbieten oder einen Urlaubsplatz für ihre Tiere suchen.

Hunde gehen ja gerne mit auf Reisen. Was sollte der Halter dabei berücksichtigen?
Ich selber plane meine Urlaube grundsätzlich so, dass meine Hunde Knox und Erna möglichst immer dabei sein können. Wenn es mit dem Auto auf Tour geht, sollte man regelmäßig Pausen einlegen. Wanderungen, Erkundungstouren, aber zum Beispiel auch Kanufahrten sind für meine Hunde das Schönste! Solche gemeinsamen Aktivitäten bedeuten nicht nur, dass man eine schöne Zeit hat, sondern auch noch mehr zusammenwächst.

Von Antje Schäfer