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Selbst Dauerregen kann die gute Laune von Familie Ortseifen nicht trüben. Die vier genießen auch bei schlechtem Wetter den Zelturlaub auf dem idyllisch gelegenen Campingplatz in Radenbeck. Foto: kre

Radenbeck: Echte Camper stört der Regen nicht

Radenbeck. Dieser Sommer macht seinem Namen bislang wenig Ehre. Statt Sonnenschein gibt‘s nur Regen satt und Fröstel-Temperaturen – das drückt auf‘s Gemüt. Aber nicht bei allen Erholungssuchenden. Familie Ortseifen aus dem Westerwald scheint das typisch norddeutsche Schietwetter nämlich nicht im Geringsten zu stören. Obwohl nur eine dünne Zeltbahn zurzeit das einzige Dach über ihrem Kopf ist, das sie vor dem vielen Regen schützt. Michael Ortseifen (47), seine Frau Stephanie (46) und ihre beiden Kinder Johanna (17) und Jan (12) verbringen nämlich eine Woche Urlaub auf dem Campingplatz in Radenbeck – in einem Familienzelt. Trotz des schlechten Wetters. „Aber das ist kein Problem!“, sagen die vier.

Und während der eine oder anderen Wohnwagen-Besitzer vom Regenwetter genervt seinen Camping-Urlaub bereits vorzeitig abbricht, genießen die vier aus dem Westerwald unverdrossen jede Minute ihres Camping-Urlaubs.

Zeit mit der Familie in der Natur verbringen

Der Regen trommelt unaufhörlich aufs Zeltdach, das trotz der Unmengen Wasser erstaunlich dicht hält: Es ist kurz nach 13 Uhr, die Familie hat sich zum Kartenspiel im Zelt versammelt.

Urlaubsleben auf wenigen Quadratmetern. Kein Fernseher, kein Computer, keine Playstation, keine technische Gerätschaften, mit denen man sich gemeinhin bei schlechtem Wetter sonst die Zeit vertreibt. Sohn Jan und Tochter Johanna finden das Familien-Abenteuer Camping trotzdem – oder gerade deswegen – toll. Zeit mit der Familie gemeinsam in der Natur zu verbringen.

Gemeinsam Karten spielen, gemeinsam etwas mit der Familie unternehmen. Langweilig? „Nicht die Spur“, sind sich die vier aus dem Westerwald einig. „Wir sind alle begeisterte Camper“, sagt Michael Ortseifen und nennt dann aber doch ein Zugeständnis, das die Familie an das schlechte Wetter gemacht hat. „Gewöhnlich fahren wir vier mit dem Motorradgespann in den Urlaub“, sagt Michael Ortseifen, „jetzt haben wir ausnahmsweise mal das Auto genommen.“

Auf den Campingplatz in Radenbeck ist die Familie im Internet gestoßen. „Wir hatten einen Platz in der Nähe von Lüneburg gesucht, und der in Radenbeck hat uns sofort zugesagt“, berichtet Michael Ortseifen, der von Beruf Service-Techniker ist.

Urlaubsziele Lüneburg und Hamburg

Von dem 1,2 Hektar großen Platz mit seinen insgesamt 81 Stellplätzen sind die vier absolut begeistert. „Der Campingplatz ist toll“, loben sie, „idyllisch gelegen und sauber“. Hinzu kommt, dass sie aufgrund des Schietwetters derzeit fast die einzigen auf dem Platz sind, die das Camper-Leben genießen. „Gewöhnlich sind um diese Zeit zwei bis dreimal so viele Camper bei uns zu Gast“, sagt Camping-Platzbesitzerin Sylvia Joost und zuckt hilflos lächelnd die Schultern: „Aber das Wetter können wir halt nicht ändern!“

„Wir wollen uns in diesem Urlaub vor allem Lüneburg und Hamburg anschauen“, berichtet Michael Ortseifen. Natürlich können sie in der einen Woche nicht alle Sehenswürdigkeiten besuchen. „Aber wir kommen wieder“, sagen sie. Mit dem Motorrad – und bei Sonnenschein.

Von Klaus Reschke