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Das Team des Blutspendedienstes Niedersachsen im Einsatz: 2300 Blutspender täglich werden in Niedersachsen gebraucht. Doch diese Zahl wird in den Ferien nicht erreicht. Foto: nh

Engpass bei Blutspenden

Westergellersen. Der Hilferuf kam aus Springe. Der in der Stadt am Deister ansässige Blutspendedienst der Landesverbände des Deutschen Roten Kreuzes Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen bat den Ortsverein Westergellersen, in den Ferien einen Blutspendetermin zu organisieren. „Der Grund für die Anfrage war, dass es im Sommer immer Engpässe bei der Versorgung mit Blutkonserven gibt“, sagt Gesa Geselle, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Westergellersen.

Sie und die anderen Mitglieder zögerten nicht lange, stellten die erste Sommerspende überhaupt im Ort auf die Beine. Als Termin für die Premiere wurde Montag, 24. Juli, festgelegt. Von 15 bis 20 Uhr findet die Blutspende in den Räumen der Mehrzweckhalle statt. „Ein gutes Dutzend Mitglieder hilft mit, bereitet die Sporthalle für die Blutspende vor und baut im Clubraum ein Büfett zur Stärkung der Spender auf“, berichtet Gesa Geselle.

Eigentlich bietet der Ortsverein keine Blutspendetermine mehr an. Zum einen ist das Angebot an Blutspenden in den Nachbarorten über das Jahr verteilt recht gut. Zum anderen stehen außerhalb der Ferien keine Räume zur Verfügung. „Wir wollen aber helfen, die angespannte Lage beim Blutspendedienst zu entlasten. Daher nutzen wir die in den Ferien freien Räume in der Mehrzweckhalle“, erläutert Gesa Geselle.

Unfälle fordern bis zu zehn Blutkonserven pro Opfer

Alleine in Deutschland werden pro Tag durchschnittlich 15 000 Blutspenden benötigt. Die DRK-Blutspendedienste sind verantwortlich für die Versorgung der Krankenhäuser und Kliniken mit Blutpräparaten. Der hohe Bedarf an Blut ist in erster Linie eine Folge des medizinischen Fortschritts. Viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden. Statistisch gesehen wird das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen.

Freiwillige und unentgeltliche Blutspenden beim DRK sichern seit 1952 die Versorgung der Patienten in Deutschland. Daher gibt es für das aktuelle Engagement in Westergellersen viel Lob von Markus Baulke, Hauptabteilungsleiter Blutspenderwerbung und Öffentlichkeitsarbeit des Blutspendedienstes NSTOB (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg, Bremen). „Beide Daumen hoch für den Einsatz des Ortsvereins“, sagt er. „In Niedersachsen benötigen wir jeden Tag 2300 Spender. Das Ziel erreichen wir in den Sommerferien nicht, sodass wir um jeden Blutspender kämpfen müssen.“

DRK-Vorsitzende Geselle hofft nun, dass viele Spender am 24. Juli kommen. Wichtig ist es, den Personalausweis mitzubringen. Zur Belohnung für die Teilnahme kann jeder Blutspender bei einer Verlosung mitmachen. Zu gewinnen gibt es ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC. „Wenn die Blutspende gut läuft, sind wir nächsten Sommer wieder am Start“, verspricht Gesa Geselle.

Von Stefan Bohlmann

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