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Die Erica tetralix, auch Glocken- oder Moorheide genannt, sorgt für die ersten lila Tupfer der neuen Heideblütensaison. (Foto: dth)

Die ersten lila Vorboten der großen Heideblüte

Lüneburg. Obwohl sie in der Region eher rar ist, kennen viele sie dank einer berühmten Liedzeile: „Auf der Heide blüht ein kleines Blümelein … und das heißt Eri ka.“ Gemeint ist Erica tetralix, die Glocken- oder Moorheide. Nicht zu verwechseln mit der dominierenden Pflanze der Lüneburger Heide. Aber Erica ist einer der ersten lila Vorboten der neuen Heideblütensaison. Die eigentliche Charakterpflanze der Region ist die Calluna vulgaris, die gemeine Besenheide. Während Erica in der Regel bereits im Juli in Blüte steht, zeigt Calluna meist erst ab August ihr farbenprächtiges Kleid. Einer Faustformel nach blüht die Besenheide vom „8.8. bis 9.9.“ eines Jahres. Inwiefern sie sich an den Kalender hält, hängt auch von der Witterung ab.

Heide ist nicht gleich Heide

Im Gegensatz zur Besenheide kann die Glockenheide nasse Füße eher leiden, sie bevorzugt feuchte und torfige Böden. Sicher finden kann man sie an Moorrändern oder in der Nähe von Fließgewässern. Aber es gibt auch Ausnahmen. Beispielsweise gedeiht sie vereinzelt im Umfeld des Luhmühlener Reitturniergeländes in der Westergellerser Heide. „Dort ist der Boden etwas lehmiger, und Regenwasser bleibt länger stehen“, sagt Experte Burkhard Jäkel vom Fachdienst Umwelt des Landkreises Lüneburg. Zwischen dem satten Grün der dortigen Besenheide streckt die Erica mit den nadelförmigen Blättern ihr zartlilafarbenes Haupt in die Höhe. Vereinzelte Bienen und Hummeln suchen dort ihr Glück.

Die Blüten der Glockenheide liegen am Ende des Stängels, wo sie in Grüppchen von fünf bis 15 Blütenköpfen auftreten. Sie sind mit zirka einem Zentimeter um einiges größer als die Blütenkelche der Calluna. Die Blüten der Besenheide erreichen hingegen eine Größe von drei bis fünf Millimetern und hängen traubenartig eng am Stängel entlang. Die Calluna ist wie die Erica auch ein immergrüner Zwergstrauch, mag aber eher kalkfreie, nährstoffarme oder sandige Böden. Ein Beispiel für die sogenannte Sandheide ist in der Oldendorfer Totenstatt zu finden. Ein Indikator für nährstoffhaltigere Böden neben der Glockenheide auch der Wacholder, im Landkreis Lüneburg ist das besonders gut in der Rehrhofer Heide zu besichtigen.

Angesichts des zuletzt wechselhaften und vor allem feuchten Wetters mag Naturkundler Jäkel noch keine genaue Prognose wagen, wie die Blüte in der Lüneburger Heide, den größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas, ausfallen wird. In manchen Ecken habe Käferbefall der Besenheide zugesetzt. „Am besten und vitalsten ist im Landkreis Lüneburg die Heide, die wir vor fünf Jahren gebrannt haben“, sagt Jäkel. Das war bei Schwindebeck. Dort hat sich aufgrund des höheren Nährstoffeintrags mancherorts auch die Erica nach vorne gekämpft.

Von Dennis Thomas