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Die Dreharbeiten für den Geisterfilm führten die Kinder und Jugendlichen auch in die Kapelle auf dem Nikolaihof in Bardowick. Foto: vbm

Jugendliche lassen es bei Filmdreh spuken

Bardowick . Die historischen Stätten Dom, Viti-Turm, Gildehaus und Nikolaihof sind berühmt. Allerdings nicht dafür, dass es in ihnen spukt. Doch wer weiß, ob sic h das nicht vielleicht noch ändert. Denn Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 15 Jahren sorgen zurzeit dafür, dass es dort doch gruselig und schaurig zugeht. Sie drehen zusammen mit dem Lüneburger Unternehmen HollaenderART in und an den alten Gemäuern einen Geisterfilm. Die geschichtsträchtigen Gebäude und Plätze bilden die Kulisse für den gespenstischen Streifen, in dem es aber nicht nur schaurig, sondern auch lustig zugehen wird.

„Das Projekt verknüpft Bildung mit Ferienspaß“, sagt Mike Witschi von der Jugendabteilung der Samtgemeinde Bardowick. Die Jugendlichen schreiben das Drehbuch, entwickeln, gestalten und drehen die Filmszenen, wirken zudem als Schauspieler vor der Kamera mit. Das Team von Hol­laenderART mit Lana Kloodt, Katharina Gundlach und Bente Mölck übernimmt die pädagogische Betreuung und Produktion, gibt fachkundige Hilfestellung bei der Arbeit mit der Profi-Ausrüstung und bei der Realisierung des Streifens.
„So ganz nebenbei lernen die jungen Leute die historischen Orte in Bardowick kennen“, berichtet Witschi. Denn die 17 jungen Leute aus den Dörfern der Samtgemeinde drehen nicht nur ihren Geisterfilm, sondern besichtigen die Sehenswürdigkeiten des Ortes auch. Fachkundige Führungen stehen auf dem Programm, zum Beispiel mit Bernd Wald, dem Vorsitzenden des Bardowicker Windmühlenvereins und Vereins für Heimatkunde, der den Jugendlichen das Gildehaus zeigt, das dem Ort einst als Rathaus diente. „Die Teilnehmer erfahren viel über die Geschichte Bardowicks“, sagt Witschi. Er ist gespannt, wie viel aus der Historie in den Geisterfilm einfließen wird.

Zusammen mit dem Jugendzentrum Bardowick und dem Ortsverband Lüneburg des Deutschen Kinderschutzbundes hat die Volkshochschule in Lüneburg die Jugendlichen eingeladen, in den Sommerferien den Geisterfilm zu produzieren. Das Projekt ist Teil der Veranstaltungsreihe „Talentcampus“ und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell gefördert. Es soll nicht nur der Kreativität und der guten Laune Zeit und Raum geben, sondern auch eine Plattform sein, um das zielorientierte Arbeiten mit anderen und die eigenen kommunikativen Fähigkeiten zu erproben und zu stärken.
„Die pädagogische Arbeit in der Filmproduktion ist gut, weil die Teilnehmer nachhaltig in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstständigkeit gestärkt werden“, sagt Johanna Ludwig von der Volkshochschule. „Schließlich gehört viel Mut dazu, vor der Kamera zu schauspielern.“.

Die Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Lüneburg, Monika Montz, sieht einen weiteren sinnvollen Ansatz in dem Ferienprojekt: die Medienerziehung. „Die Kinder und Jugendlichen kommen direkt mit einem Teil der Medien in Berührung, weil sie selber als Filmproduzenten etwas gestalten. Sie bekommen so einen Eindruck davon, wie die Medien funktionieren“, sagt sie. Vielleicht werden die jungen Leute auf diese Art sensibilisiert im Umgang damit, hofft Monika Montz.
Die Dreharbeiten werden nämlich zudem dokumentarisch mit einer Videokamera begleitet, sodass die Teilnehmer am Ende der Ferienaktion neben dem Geisterfilm einen weiteren Film auf DVD mit nach Hause nehmen, der Verwandten, Freunden und Bekannten zeigt, was in dieser Projektwoche hinter den Kulissen alles passiert ist. Zudem wird der Film bei diversen Veranstaltungen der Jugendabteilung gezeigt.

Von Stefan Bohlmann