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Blattzeit: Vorsicht vor dem liebestollen Wild

Lüneburg. Jetzt beginnt wieder die „Blattzeit“ – also die Paarungszeit des Rehwildes. Sie dauert von Mitte Juli bis Mitte August und macht das Wild im Wortsinn e blind vor Liebe. „Dadurch steigt auch wieder die Gefahr der Wildunfälle“, warnt Kreisjägermeister Hans Christoph Cohrs. Denn in dieser Zeit verfolgen Rehböcke paarungsbereite Ricken oft stundenlang.

Bei wilden Fluchten quer über Straßen und Wege lassen die Tiere ihre sonst natürliche Scheu vor dem Straßenverkehr vermissen. „In ihrem Liebesrausch bemerken die Rehe oft das herannahende Fahrzeug viel später als zu anderen Jahreszeiten“, erläutert Cohrs – mitunter mit dramatischen Folgen. Denn während die Kollision im Straßenverkehr für das Reh meist tödlich endet, können am Fahrzeug erhebliche Schäden entstehen. In diesem Jahr registrierte die Polizei­inspektion Lüneburg bereits 405 Wildunfälle allein im Landkreis Lüneburg. Dabei dürfte die Dunkelziffer noch weitaus höher liegen, denn nicht alle Wildunfälle werden der Polizei gemeldet.

Wildunfälle sind aber nicht nur ein Lüneburger Problem: 2016 weist die Statistik für ganz Deutschland 230 000 Wildunfälle mit Schalenwild aus, davon 194 410 Rehe. In Niedersachsen waren allein im vergangenen Jahr 25 280 Rehe unter die Räder gekommen und verendet.
Und nicht immer ist nur das Wild Opfer von Kollisionen im Straßenverkehr. 2015 registrierte das Statistische Bundesamt 2 830 Wildunfälle mit Personenschaden, 18 Menschen wurden dabei sogar getötet. „Umsichtiges, vorausschauendes Autofahren besonders im Bereich der Warnschilder ‚Wildwechsel‘ und der von der Jägerschaft Lüneburg aufgestellten orangefarbenen ‚Warndreibeinen‘ helfen dabei, die Zahl der Wildunfälle zu minimieren“, sagt Kreisjägermeister Cohrs.

Kommt es trotz aller Vorsicht zur Kollision mit Wild, trägt die Teilkasko-Versicherung den Schaden, der durch das Haarwild am Fahrzeug verursacht wurde. Grundsätzlich aber gilt: Taucht plötzlich Wild auf der Straße auf, Abblendlicht einschalten, Hupen, das Lenkrad festhalten und bremsen. Lässt sich der Zusammenprall nicht mehr verhindern, ist es erforderlich, dass die Polizei den Schaden aufnimmt und eine Wildunfallbescheinigung ausstellt. Dieses Dokument kann auch der Revierinhaber oder ein Förster ausstellen.

Von Oskar Lüning