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Die Gefahr auf der Straße

Lüneburg. 14 tödliche Unfälle hat es im ersten Halbjahr 2017 bereits im Bereich der Polizeiinspektion Lüneburg gegeben. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2016 war en es 18. Eine Erklärung, warum es so oft zu Unfällen mit so dramatischen Folgen kam, hat Polizeisprecher Kai Richter nicht. Im vorigen Jahr habe es zu Beginn auch mehrere Unglücke mit tödlichen Folgen gegeben, in der zweiten Jahreshälfte habe es anders ausgesehen. Seine Hoffnung; So möge es auch 2017 sein.

Zur Inspektion gehören die Landkreise Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen. Im Kreis Lüneburg starben seit Jahresbeginn vier Menschen. Im Januar wurde an der Hindenburgstraße eine Fußgängerin angefahren, sie starb an den Folgen. Wenige Tage später kam ein Mann mit seinem Auto bei Wendisch Evern von der Straße ab, auch er konnte nicht gerettet werden. Ende Februar gab es auf der B404 bei Handorf einen tödlichen Unfall. Und erst kürzlich starb ein Motorradfahrer in Barum, er war mit dem Auto einer Frau zusammengestoßen.
Gerade Motorradfahrer seien immer wieder in schwere Unfälle verwickelt, berichtet der Polizeisprecher. So werde Bikern häufig die Vorfahrt genommen: „Da kann man kaum noch reagieren.“ Aber es gibt auch reichlich Motorradfahrer, die mit Vollgas über die Straßen rasen und dabei die Risiken unterschätzen.

Unaufmerksamkeit spiele häufig eine Rolle bei Unfällen. „Auch wenn wir es nicht immer beweisen können, gehen wir davon aus, dass mancher abgelenkt ist, weil er sich während der Fahrt mit seinem Handy beschäftigt“, sagt Richter. Das liegt nahe, wenn die Ordnungshüter das Smartphone im Fußraum des Autos oder unmittelbar neben einem Verletzten finden. Nicht immer könne man die Verbindungsdaten auslesen, um Gewissheit zu erlangen, ob das Opfer möglicherweise telefonierte oder Textbotschaften tippte.

Die Polizei setzte auch weiterhin auf Kontrollen, um Raser auszubremsen, sagt der Hauptkommissar. Allerdings berichten Beamte, dass die Kollegen nicht so oft ausrücken können, wie sie gern möchten. So kosten die Begleitung von Stadtfesten und Festivals ebenso Stunden wie der jüngste G 20-Gipfel in Hamburg. Ein weiterer Wermutstropfen: In Lüneburg war ein PS-starker Videoüberwachungswagen stationiert, der auf Bundes- und Landesstraßen Verkehrsrowdies verfolgen konnte. Aus Sicht der Beamten ein effektives Mittel, um Raser zu stellen. Doch Ende 2015 mussten die Lüneburger ihren unauffälligen „schnellen Hirschen“ abgeben, da sie hier kaum Autobahnkilometer überwachen. Das Land wollte sparen und hatte die Zahl der Fahrzeuge landesweit etwa halbiert. So reduzieren sich auch die Kosten für die aufwändige Ausbildung der Fahrer, die unter anderem auf Rennstrecken für den Ernstfall probten.

Von Carlo Eggeling

One comment

  1. Ach, den gibt’s nicht mehr? Das wird einige hier interessieren. Wenn das in einschlägigen Kreisen bekannt ist, könnte das vielleicht auch ein Grund für die höhere Zahl tödlicher Unfälle sein?