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Gleich ist auch der letzte Raum in der neu gemieteten ersten Etage des VHS-Domizils an der Haagestraße eingerichtet. Die stellvertretende VHS-Leiterin Claudia Kutzick und Birgit Borchert als Verantwortliche für den Bereich Integration und Flüchtlinge helfen Hausmeister Evgenij Fischer. Foto: be

Mehr Platz zum lernen: die Volkshochschule expandiert

Lüneburg. Obwohl sich das Wetter wenig sommerhaft präsentierte, kamen die Mitarbeiter der Volkshochschule ganz schön ins Schwitzen: Sie richteten die erste Etage in der Haagestraße 4 mit einer Fläche von etwa 1000 bis 1200 Quadratmetern komplett neu ein, erstmals wird dort in dieser Woche unterrichtet. Bis Osterdienstag war hier noch die Barmer GEK untergebracht, die Bildungs- und Kulturgesellschaft als Träger der Lüneburger VHS hat für diesen Bereich einen zwei Jahre laufenden Mietvertrag unterschrieben – „mit der Option auf Verlängerung“, sagt die stellvertretende VHS-Leiterin Claudia Kutzick. Darin sieht sie ein Bekenntnis zum Standort Haagestraße, ein Auszug aus dem Haus aus Kostengründen, der lange diskutiert wurde, sei aktuell kein Thema mehr.

Insgesamt verfügt die VHS nun in der Haagestraße 4 über 30 reine Unterrichtsräume, im Nebengebäude 3d über drei Räume, hinzu kommen Büros. Darüber hinaus gibt es die Dependance an der Kalandstraße mit vier Unterrichtsräumen und einen Raum über der Post an der Sülztorstraße. Um die Kosten für die neue Etage zu kompensieren, trennte sich die Bildungseinrichtung von sechs externen Räumen: von dreien über der Post, einem in der Johannes-Rabeler-Schule, einem im Institut für Weiterbildung in der Kranken- & Altenpflege an der Stadtkoppel und einem an der Kefersteinstraße.

Über das neue Platzangebot freut sich vor allem Birgit Borchert, sie ist verantwortlich für den Programmbereich Integration und Flüchtlinge: „In der ersten Etage bilden vormittags die Kurse für Geflüchtete und die Integrationskurse den Schwerpunkt. Sie werden zentralisiert mit dem Ziel, dass diese Kurse mit den sich anschließenden Angeboten mit den berufsbezogenen Kursen und den Gesundheitskursen zusammenwachsen.“ Dass der zusätzliche Platz vonnöten ist, zeigen Zahlen: Aktuell gibt es 28 Integrationskurse – 22 vormittags, sechs nachmittags – mit zusammen 585 Teilnehmern an jedem Werktag. Hinzu kommen zwölf Kurse für Flüchtlinge mit insgesamt 320 Teilnehmern und sechs speziell auf diese Personengruppe zugeschnittenen berufsbezogenen Kurse mit 125 Interessierten. Birgit Borchert: „In all diesen Bereichen haben wir Wartelisten, auf denen aktuell rund 320 Personen gelistet sind, die erst 2018 in die Kurse einsteigen können.“
Durch die Umstrukturierung profitieren laut Claudia Kutzick auch andere Bereiche: „In der Etage darüber haben wir nun die Möglichkeit, unseren klassischen Bereich mit Kunst, Kultur, Gesundheit und beruflicher Bildung mit mehr Qualität in großzügigen Räumen anzubieten, in denen das Lernen Spaß macht.“

VHS-Hausmeister Evgenij Fischer fand fürs Umräumen von Tischen, Stühlen und anderen Einrichtungsgegenständen unter den Mitarbeitern viele Helfer. Die hatten allerdings noch mehr zu tun, Claudia Kutzick: „So mussten beispielsweise neue Türschilder angebracht, Aushänge geändert und die Internetseite aktualisiert werden.“ Denn nun trägt jeder Raum eine neue Nummer, der Raum 35 beispielsweise ist heute mit V 308 gekennzeichnet, wobei das V fürs VHS-Haupthaus steht.

„Wir sind ein großes Unternehmen mit 70 festen Mitarbeitern und vielen Honorarkräften“, sagt Claudia Kutzick und freut sich für all diese Kollegen, dass ihnen nun erstmals ein Sozialraum zur Verfügung steht – im ersten Stock mit direktem Zugang zu einer weiteren Neuerung: der Dachterrasse. Dort können alle Kollegen dann vor allem bei gutem Wetter in ihren Pausen entspannen. Dass das neue Terrain auch ideal für eine Open-Air-Party ist, soll am 25. August unter Beweis gestellt werden – zu dem Termin lädt die VHS alle ihre Kursleiter zu einem großen Sommerfest ein, zu dem sie erstmals auch ihre Familien mitbringen können.

Von Rainer Schubert