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Der Plastikmüll nimmt immer mehr zu, den Schaden hat die Umwelt und langfristig auch der Mensch. Foto: A/nh

Zero waste: Ein Leben ohne Plastik

Lüneburg. Schaut man sich im Supermarkt genauer um, sieht man von einem ganz viel: Plastik. Fast alles wird in Plastik verpackt, selbst Bananen gibt es eingesch weißt zu kaufen. Dabei ist seit Langem bekannt, dass Plastik der Umwelt schadet. Es landet zum Beispiel im Meer, Millionen Fische und Vögel verwechseln die kleinen Teile mit Nahrung und sterben an dem unverdaulichen Material in ihrem Magen. Weil sie auch selbst etwas dagegen tun möchte, hat die Lüneburgerin Henriette Reinhardt eine Organisation gegründet. Die 21-Jährige stellte sie bei einer Veranstaltung im Permakulturgarten an der Bleckeder Landstraße vor, die Abfallvermeidung zum Kernthema hatte.

Abfallvermeidung als Kernthema

Henriette Reinhardt

Ihre Freundin Caroline sei vor drei Jahren bei einer Veranstaltung auf „Think Big“ gestoßen, ein Programm zur Förderung von Projekten junger Menschen. Mit der Unterstützung des Programms wollten beide erstmal ein kleines Projekt starten. Noch 2014 haben sie daraufhin die Organisation „Stay with me. Taste life, not plastic“ gegründet. „Wir wussten nicht, dass es so ernst wird“, erzählt Studentin Henriette Reinhardt im Rückblick.

Ihr Umfeld habe zunächst eher skeptisch reagiert, doch für die beiden jungen Frauen wurde das Anliegen mehr und mehr zur Herzensangelegenheit. Ihr Augenmerk lag darauf, über den Plastikkonsum und seine Auswirkungen auf Mensch und Umwelt aufzuklären. Mittlerweile ist ihre Organisation gewachsen und Henriette Reinhardt viel unterwegs mit eigenen Ständen auf Festivals – unter anderem auf dem Lollapalooza in Berlin und beim Lunatic an der Leuphana. Sie plant plastikfreie Partys, gibt Workshops, in denen sie zeigt, wie man seinen Plastikverbrauch reduzieren kann. So stellt sie beispielsweise mit Interessierten Deo selbst her – damit täten die Teilnehmer nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern „die Leute freuen sich auch, wenn sie was mit nach Hause nehmen können“, hat die Studentin beobachtet.

Jeder kann seinen Teil beitragen

Bewusst stelle sie ihre Botschaften nicht stringent unter den „Zero Waste“-Trend – das Bestreben, ganz auf Müll zu verzichten. „Bei so etwas denken die Leute: ‚Das ist viel zu schwer, da brauch ich gar nicht erst anzufangen‘“, begründet sie. Auch sie selbst lebe nicht ganz plastikfrei, weil es noch ein sehr großer Aufwand sei, alles unverpackt einzukaufen. Stattdessen orientiere sie sich mit ihrer Organisation an der Verbreitung des „less waste“-Prinzips, also dem Vorsatz, weniger Müll zu produzieren. Erste Schritte dazu könne jeder leicht selbst beschreiten, in dem er beispielsweise auf Plastiktüten und Plastikflaschen verzichte, stattdessen zum Jutebeutel und zu Glasflaschen greife.

Henriette Reinhardt freut sich auch schon auf den Unverpackt-Laden, der im Herbst in Lüneburg eröffnen wird (LZ berichtete). Um noch mehr Bewusstsein für einen Alltag ohne Plastik zu schaffen, seien aktivere Aktionen an der Uni und in der Stadt notwendig. „Wir wollen die Einstellung vom öden Hippie-Image wegbringen und zeigen, dass es Spaß macht und cool ist“, erklärt die 21-Jährige. Wer mehr erfahren möchte, findet Informationen auf www.stay-with-me.de im Internet.

Von Franziska Ruf