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Die Lüneburger stehen fürs Zwillings-Gruppenfoto vorne in der ersten Reihe, Adrian (r.) und Clemens haben sich einen Platz direkt neben den knieenden Organisatoren Christian und Andreas Bergel ausgesucht. Foto: uhlemann

Zwillinge haben doppelt Spaß

Lüneburg. Die Besucher der Internationalen Gartenausstellung IGA in Berlin sahen jetzt doppelt: Zwillinge aus ganz Deutschland im Alter von fünf bis 90 Jahren m arschierten in einer Zwillingsparade mit Musik über das farbenprächtig gestaltete Gelände. 50 Paare waren es, darunter ­Adrian und Clemens Langer aus Lüneburg. Die beiden Zehnjährigen waren zwar, wie sie selbst sagen, „ein wenig traurig, dass nur wenige Kinder bei dem Treffen dabei waren“, hatten aber dennoch einen „tollen Spaß“ – zum Beispiel bei der Seilbahnfahrt über das Areal zusammen mit dem IGA-Maskottchen „Stecky“.

Leben als Zwilling — Beobachtungen

Mit dabei waren auch die Berliner Zwillinge Christian und Andreas Bergel, die die Internetseite www.catwins.de betreiben – C und A sind die Initialen ihrer Vornamen, twins ist der englische Begriff für Zwillinge. Sie hatten das inzwischen 15. CAtwins-Zwillingstreffen organisiert. Die jungen Lüneburger waren erstmals dabei. Und die entdeckten Parallelen zu anderen Zwillingen.
Adrian ist der Ältere, er kam zwei Minuten vor Clemens zur Welt. Schon bei ihren Namen zeigt sich eine Eigenheit von Zwillingen: „Viele Mütter wählen für das ältere Kind einen Vornamen, der im Alphabet vor dem Buchstaben steht, mit dem der Namen des Jüngeren anfängt“, weiß Mutter Heike Langer. Die beiden jüngsten ihrer sechs Kinder („fünf Jungen, ein Mädchen – nur Adrian und Clemens sind Zwillinge“) sind äußerlich für andere kaum zu unterschieden, mehr noch aber fasziniert die Mutter etwas anderes: „Sie haben ähnliche Schwächen und Stärken. Mathematik gehört zu ihren Schwächen, das sehen beide aber nicht so als Problem.“

Ihre Jüngsten würden sich ohne Worte, ohne irgendwelche Absprachen verstehen. „Ihre Entwicklungsschübe kommen immer gleichzeitig, zum Beispiel der Zahnausfall – da konnte man die Uhr nach stellen.“ Beim Essen würden sie zwar unterschiedliche Speisen bevorzugen, „ihr Gewicht ist aber identisch.“ Und beide St.-Ursula-Schüler würden auch „auf großem Fuße“ leben: „Sie haben Schuhgröße 41.“ Bei Freizeitaktivitäten hätten ihre Zwillinge gleich doppelt Spaß. Sollte einer dieser beiden Söhne mal etwas anstellen, ist die Mutter vorbereitet, wohlwissend: „Ein Unglück kommt selten alleine.“

Spiegelzwillinge sind leichter zu identifizieren

Durch eines allerdings unterscheiden sich Adrian und Clemens doch, sind dadurch schnell zu identifizieren. Sie gelten als „Spiegelzwillinge“, bei denen etwas seitenverkehrt abläuft: Adrian ist Rechtshänder, Clemens schreibt mit links.

Adrian und Clemens Langer kamen mit identischen T-Shirts mit Pandabären-Motiv zum Zwillingstreffen, die Shirts hatte ihnen ihre Mutter an ihrem Anreisetag im Berliner Zoo gekauft, in dem sich die Jungs die Tiere anschauten. Natürlich auch die neue Attraktion: Ende Juni kamen zwei Pandas aus Chengdu in China per Flugzeug nach Berlin, seit dem 6. Juli sind Meng Meng (3) und Jiao Qing (7) die neuen Stars im Berliner Zoo. Tags drauf stand das Zwillingstreffen an, das nach dem offiziellen Part noch nicht beendet war, Heike Langer: „Abends waren wir noch mit einer Gruppe essen.“ Der dritte Tag gehörte dann dem Lüneburger Trio alleine, es erkundete die Bundeshauptstadt.

Von Rainer Schubert