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Die Wildschweine haben sich in der Region stark vermehrt, ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest wäre verheerend. Foto: A/nh

Afrikanische Schweinepest rückt bedrohlich nah

Lüneburg. Eine Nachricht aus Tschechien versetzt Bauern und Jäger im Landkreis Lüneburg in Alarmbereitschaft. Ende Juni ist in der Nähe der Stadt Zlin die Afrik anische Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen erstmals in Tschechien nachgewiesen worden. Damit ist die Seuche nur noch rund 300 Kilometer von Deutschland entfernt. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, rufen die Veterinärämter der Region Jäger, Schweinehalter und Reisende aus den betroffenen osteuropäischen Gebieten zu Aufmerksamkeit und Vorsichtsmaßnahmen auf. „Die Lage ist ernst“, sagt Lüneburgs Kreisjägermeister Hans-Christoph Cohrs. Auch das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) bewertet das Risiko für eine Einschleppung aktuell als „hoch“.

Seuche für Menschen ungefährlich

Für den Menschen ist die Seuche ungefährlich, endet bei Schweinen allerdings meist tödlich. Ein Ausbruch der hochansteckenden Krankheit unter Wildschweinen hätte vor allem für die Landwirtschaft in der Region verheerende Folgen, denn hiesige Schweinebestände wären der Seuche schutzlos ausgeliefert. Ein Impfstoff gegen die ASP gibt es nicht, einzige Möglichkeit zur Bekämpfung ist das Töten ganzer Bestände.

„Mir als Schweinehalter kommt kein geschossenes Wildschwein auf den Hof.“
Hans-Christoph Cohrs, Kreisjägermeister

Wie genau sich das Virus in Tschechien ausgebreitet hat, ist bisher nicht endgültig geklärt. Das FLI geht davon aus, dass der Mensch für die Einschleppung der Seuche verantwortlich ist, schreibt in seiner aktuellen Risikobewertung: „In nicht gegarten Schweineprodukten bleibt das Virus über längere Zeit stabil. Über das Verfüttern oder die unsachgemäße Entsorgung entsprechender Produkte können sich Wildschweine mit dem Erreger infizieren.“ Personen, die aus betroffenen Gebieten nach Deutschland einreisen, sind von den hiesigen Veterinärämtern aufgerufen, „keine Schweinefleischprodukte, Jagdtrophäen und kein Wildschweinfleisch mitzubringen“.

Jedes verendete Wildschwein melden

Gefragt sind beim Seuchenschutz zudem die Jäger. „Wir sind schon seit Jahren in Sachen Afrikanische Schweinepest sensibilisiert“, sagt Kreisjägermeister Cohrs, „ich selbst weise bei allen Versammlungen der Hegeringe darauf hin.“ Konkret sollten Jäger jedes verendete Wildschwein bei den Behörden melden, „außerdem muss das Schwarzwild intensiv bejagt werden“. Zu ganz besonderer Vorsicht ruft er Jäger auf, die wie er selbst Schweine halten. „Mir als Schweinehalter kommt kein geschossenes Wildschwein auf den Hof“, sagt er. Außerdem achtet er nach der Jagd auf strenge Hygienemaßnahmen, um sicherzustellen, dass keine Viren in seine Schweinebestände getragen werden können. Wer Schweine im Freiland hält, muss seine Tiere darüber hinaus so einzäunen, dass sie keinen Kontakt mit Wildschweinen haben können.

Weitere Informationen zur ASP gibt es unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de sowie direkt beim Veterinäramt des Landkreises Lüneburg.

Von Anna Sprockhoff