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Karin Gerhardt ist mit ihrer Bleckeder Kleiderkammer umgezogen. Foto: plu

Bleckede: Kleiderkammer in neuen Räumen

Bleckede. Das Sortieren von Kleiderbergen in enger und unübersichtlicher Atmosphäre hat für Karin Gerhardt aus Vogelsang ein Ende: Seit zwei Jahren betreibt sie in Bleckede die Kleiderkammer, genügend Platz hatte sie dafür jedoch nie. Nun hat sie endlich neue Räumlichkeiten für ihre Kleiderkammer gefunden und weiht sie morgen unter dem Namen „Bleckeder Secondhand Family Chic“ ein.

Seit zwei Jahren versorgt Karin Gerhardt gemeinsam mit zwei weiteren ehrenamtlichen Helfern Menschen in Bleckede gegen eine Geldspende mit Klamotten. Für die Ausgabe der Kleidung stand ihr im Mehrgenerationenhaus an der Breetzer Straße jedoch nur der Gemeinschaftsraum zur Verfügung. Nach wochenlangen Renovierungsarbeiten, stundenlangem Einsortieren und hübschem Herrichten kann Karin Gerhardt ihrer Aufgabe jetzt in der ehe-maligen Kleiderkammer der Bleckeder Feuerwehr am Rathaus neben dem Postgebäude nachkommen. Und dort hat sie dafür jetzt richtig viel Platz.

Keine festen Preise, alles auf Spendenbasis

„Es ist einfach schön, die Sachen ordentlich sortieren und präsentieren zu können. Da haben die Leute auch viel mehr Lust durchzuschauen“, freut sich die 75-Jährige. Ihre Kleiderspenden erhält sie von Privatpersonen oder Bekleidungsgeschäften, die schließen müssen.

Auf 65 Quadratmetern bietet sie ab Sonnabend Schuhe, Jacken, Unter- und Nachtwäsche sowie Sommer- und Winterbekleidung für Damen, Herren und Kinder an. „Das Angebot richtet sich an jeden, ganz gleich wie viel Geld ihm zur Verfügung steht“, betont sie. „Wir wollten auf keinen Fall, dass sich hier irgendjemand mit seinem Hartz-IV-Bescheid ausweisen muss!“ In ihrem Laden gibt es keine festen Preise, alles basiert auf Spenden. Die Einnahmen lässt Karin Gerhardt wiederum sozialen Projekten und Einrichtungen in Bleckede zugute kommen. „Von Bleckeder Bürgern für Bleckeder Bürger“, beschreibt die Ehrenamtliche ihr Konzept, mit dem sie nun unter das Dach der Arbeiterwohlfahrt (Awo) geschlüpft ist.

Unerfüllt bleibt allerdings der Wunsch nach einem Bürgerzentrum in Bleckede. Schon lange hoffen Karin Gerhardt, ihr Mann Bernd und die anderen Mitgliedern der Bleckeder „Willkommensinitiative“ auf einen gemeinschaftlichen Konferenzraum für Beratungen, auf einen Treffpunkt für die Bleckeder Bürger, ein Zentrum, in dem sämtliche soziale Einrichtungen ihren Platz finden können.

Wunsch nach Bürgerzentrum bleibt

Doch Bürgermeister Jens Böther fand Anfang Mai klare Worte: Für ein Bürgerzentrum stünden aktuell weder die Räumlichkeiten noch die finanziellen Mittel zur Verfügung (LZ berichtete). Die Mitglieder der Initiative forderten daraufhin eine Interimslösung. „Kurz darauf kam Herr Böther auf uns zu und bot uns die ehemalige Feuerwehrkleiderkammer an“, erzählt Karin Gerhardt. Diese bietet auch Platz für einen kleinen Kommunikationsraum. „Ein Bürgerzentrum light sozusagen.“

Dort können sich Bleckeder Bürger nun treffen, sich bei kostenlosem Kaffee und Tee austauschen und Kontakte knüpfen. In den frisch gestrichenen Fluren möchte Bernd Gerhardt noch Pinnwände anbringen. „Darauf können sich soziale Projekte und Einrichtungen präsentieren.“ Miete, Heiz- und Stromkosten übernimmt die Stadt Bleckede.

Abgeschrieben ist der Wunsch nach einem Bürgerzentrum für Karin und Bernd Gerhardt aber noch nicht. „Das spukt uns schon noch im Kopf herum. Aber wir freuen uns jetzt erstmal sehr über den neuen Platz.“

Zunächst wird der „Bleckeder Secondhand Family Chic“ einmal die Woche, immer donnerstags von 11 bis 17 Uhr, geöffnet haben – in dieser Zeit nimmt Karin Gerhardt auch Kleiderspenden entgegen. Weitere Öffnungstage sind angedacht. Die Eröffnungsfeier findet morgen von 10.30 bis 15.30 Uhr statt.

Von Patricia Luft