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Über große Geldsummen sprechen (v.l.) der Lüneburger Beratungsstellen-Leiter Stephen Struwe-Ramoth, die Landesbeauftragte für Landesentwicklung Jutta Schiecke, NBank-Vorstandsmitglied Dr. Sabine Johannsen, Vorstandsvorsitzender Michael Kiesewetter und der neue Staatssekretär im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium Dr. Frank Nägele, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der NBank. Foto: be

Region profitiert von Landesfördergeldern

Lüneburg. Mit einem deutlichen Förderungsplus setzte die Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank) 2016 Impulse für Innovation und Infrastruktur: Das Fördervolumen stieg von 452 Millionen Euro in 2015 auf 653 Millionen Euro im vergangenen Jahr. „Wir wollen, dass Niedersachsen wirtschaftlich vorne ist“, sagte Dr. Frank Nägele, seit knapp vier Wochen neuer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium in Hannover, bei der Präsentation der NBank-Bilanz im Lüneburger Haus der Wirtschaft. Die Region Lüneburg sieht er als klaren Gewinner.
Das bestätigte der NBank-Vorstandsvorsitzende Michael Kiesewetter: „Von den 653 Millionen flossen 193,5 Millionen Euro in das Lüneburger Gebiet, das identisch ist mit dem ehemaligen Regierungsbezirk. Bei In­frastrukturmaßnahmen gingen sogar 45 Prozent der landesweiten Förderung nach Lüneburg – insgesamt 117 Millionen Euro.“

Bardowicker Firma mit 500 000 Euro gefördert

Aufgabe der NBank ist es, Fördermittel der Europäischen Union, des Bundes und des Landes im Namen des Landes Niedersachsen zu bewilligen, um die Regionen in einer Bündelung von Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Wohnraum- und Infrastrukturförderung voranzubringen. Das geschieht über Darlehen, Beteiligungen und Zuschüsse. Der Leiter der Beratungsstelle Lüneburg, Stephen Struwe-Ramoth, ist mit seinem Team im Dezember 2016 vom Domizil An der Münze ins neue Haus der Wirtschaft gezogen: „Mit den Partnern im Haus gibt es eine exzellente Zusammenarbeit, so bieten NBank, Arbeitgeberverband und Wirtschaftsförderung beispielsweise gemeinsame Beratungen an.“

In der Region wurden 443 Unternehmen finanziell unterstützt. So gibt es zum Beispiel das Innovationsförderprogramm für Forschung und Entwicklung in Unternehmen, von dem die Bardowicker KRD Coatings GmbH profitierte, die hochwertige Beschichtungsstoffe etwa für Lärmschutzwände, Fahrzeug-, Flugzeug- und Sicherheitsverglasungen entwickelt und vertreibt: Für die Entwicklung einer optisch verzerrungsfreien Verglasung für Helikopter gab es bei einem Investitionsvolumen von 1,43 Millionen Euro die NBank-Förderung von 500 000 Euro. Geld bekam auch das Lüneburger Unternehmen Securepoint, das IT-Sicherheitslösungen entwickelt und vertreibt: Für die 2,2 Millionen teure Erweiterung der Betriebsstätte flossen 285 000 Euro.
„50 gut angelegte Millionen flossen landesweit ins MeisterBAföG, das jetzt AufstiegsBAföG heißt und erstmals die 50-Millionen-Grenze überschritt. Lüneburg profitierte davon mit 25 Prozent der Gesamtsumme“, sagte Nägele und mahnte: „Ohne Meister wird es keine Handwerksbetriebe mehr geben.“ 325 Weiterbildungsmaßnahmen wurden landesweit mit insgesamt 7,2 Millionen Euro gefördert.

Förderungen für Kleinstgründer begehrt

Soziale Innovationen liegen Vorstandsmitglied Dr. Sabine Johannsen besonders am Herzen, für die Bildungsvereinigung Arbeit und Leben gab es für das im Landkreis Lüneburg laufende Projekt „Arbeitswelt im Wandel“ 176 000 Euro: „Das Projekt will die Prävention zur Reduktion von psychischen Belastungen in Betrieben der Chemiebranche und anderer Branchen fördern.“ 189 000 Euro gingen an die VitaAkademie im Kreis Lüneburg, die den Aufbau eines pflegebezogenen Netzwerks im Fokus hat. Regionale Akteure sollen dabei fachübergreifend zusammenarbeiten und Ideen zur Sicherung der Pflegequalität in ländlichen Räumen entwickeln.

Gefragt ist weiterhin das sogenannte MikroSTARTer-Programm: Mit dieser Förderung unterstützt das Land Gründungen und Unternehmensnachfolgen insbesondere von Kleinstgründern. Es sichere Existenzen und schaffe oder erhalte dauerhaft Arbeits- und Ausbildungsplätze. Das im April 2016 gegründete Lüneburger Unternehmen Rene Gravenhorst, das Kinderkrippen und Schulen mit Cateringleistungen bedient, erhielt eine Förderung von 22 000 Euro für den Kauf der Küchenausstattung, Wareneinkauf und Werbung. Der Lüneburger Prozubi GmbH wurden aus Hannover 45 120 Euro überwiesen, mit dem Geld wurde die Onlineplattform für Auszubildende mit Lernvideos, Übungsaufgaben und Experten-Chat weiterentwickelt.

Von Rainer Schubert