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Auf der 900 Meter langen Stover Grasbahn liefern sich Fahrer und Pferde vor Tausenden Zuschauern ein spannendes Rennen. Foto: phs

Stove im Rennfieber: Kampf unter erschwerten Bedingungen

Stove. Ein Bayer in Stove – und das bereits zum zehnten Mal. Extra aus Würzburg ist Michael Diermeier an die Elbe gereist, um sich das diesjährige Stover Rennen anzuschauen und die eine oder andere Wette auf seine Favoriten zu setzen.

Dauergast aus Würzburg

Michael Diermeier aus Würzburg ist Dauergast beim Stover Rennen.

Dass der sympatische Pferdesportfan aus Bayern stammt, ist schwer zu übersehen: Weißblau ist seine außergewöhnliche Tracht, sogar die Fingernägel hat sich Diermeier in den bayrischen Farben lackiert. „Die Stimmung hier in Stove ist besonders schön“, schwärmt der 70-Jährige, der quer durch Europa von einem Trabrennen zum nächsten reist. „In zehn Tagen geht es nach Berlin zum Derby“, erzählt er, „und im Januar fahre ich wieder nach Paris zum Prix d’Amérique.“ Schon im Kinderwagen sei er auf Trabrennbahnen „daheim“ gewesen, berichtet der begeisterte Pferdesportliebhaber. Kein Wunder, dass er alle Fahrer und Pferde vor Ort kennt. So weiß er: „Der Manfred, der hat morgen Geburtstag.“

Lokalmatador Manfred Walter hat sich vorab bereits zwei prächtige Geburtstagsgeschenke gemacht. „Zwei Starts, zwei Siege“, verkündet Rennbahnsprecher Jan von Witzleben um kurz nach eins. „Er ist ganz einfach ein Supertyp im Sulky.“

Alte Hasen mit Kennerblick

Das findet auch Jenny Janz, die mit ihrer Familie aus Hamburg nach Stove gekommen ist. Die junge Frau kennt sich mit Pferden gut aus und studiert das Programmheft, in dem sämtliche Pferde, Fahrer und Reiter aufgeführt sind, ganz genau. Die 17-Jährige jubelt nach dem zweiten Rennen, denn sie hat auf Manfred Walter – auf Platz und Sieg – gesetzt. „Der hat immer gute Pferde“, sagt sie, bevor sie sich ihren Gewinn am Totoschalter abholt. Ihr Großonkel John West ist extra aus England angereist, hat ebenfalls eine Wette platziert – aber diesmal nichts gewonnen. Egal, „Jenny und Johnny“ wetten weiter und haben wie Tausende andere Besucher mächtig Spaß beim 143. Rennen in Stove.

Jenny Janz aus Hamburg und ihr Großonkel John West hoffen, dass ihr Favorit gewinnt und ihre Wette aufgeht. Foto: phs

Dass das Traditionsrennen auf der 900 Meter langen Naturrennbahn zwischen Deich und Elbe überhaupt stattfinden konnte, haben die Veranstalter einem überaus engagierten Team aus freiwilligen Helfern und Sponsoren zu verdanken. „Wir hatten im Vorfeld wirklich zu kämpfen, um das Geläuf einigermaßen trocken zu kriegen“, sagt Carsten Fechner. Außerdem würden die Auflagen, etwa in Fragen der Sicherheit, mit jedem Jahr strenger. „Auch Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth hat uns enorm geholfen“, ergänzt der Geschäftsführer des Stover Rennvereins, dessen Blick immer wieder sorgenvoll gen Himmel geht. „Hoffentlich hält das Geläuf. Bislang hat sich zum Glück niemand verletzt“. Denn bei dem aufgeweichten Boden sind die beiden engen Bögen für die Pferde noch schwieriger als sonst zu nehmen. So sagt Manfred Walter nach seinem zweiten Sieg: „Da können die Pferde schnell mal aus dem Takt kommen.“

Wetter und Geläuf halten – 15 Mal werden Rennen, davon zehn Trabrennen, gestartet. Die Stimmung bestens, die Atmosphäre besonders – in Stove springt der Funke schnell von der „Elbchaussee“ aufs Bahninnere über, wo sich Besucher vor den Totokassen drängen. Der Umsatz erreicht Vorjahresniveau, auch der Platz füllt sich mehr und mehr, sodass auch beim Stover Rennen die Zehntausendermarke der Gäste wieder geknackt wurde.

Von Silke Eisermann