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Dr. Susanne Eich, Projektkoordinatorin des Naturcampus Bockum, blickt dem Start freudig entgegen. Foto: dth

Berufsorientierung und Umweltbildung: Der Naturcampus ist startklar

Bockum. Nachdem das Rattern der Bohrmeißel verstummt, die letzte Wand frisch gestrichen und das letzte Zimmer eingerichtet ist, herrscht gespannte Stille in dem umgestalteten, dreigeschossigen Gutshaus auf Hof Bockum. Gut ein Jahr lang wurde das Gebäude hergerichtet. Nun ist der „NaturCampus Bockum“, initiiert und getragen von der gemeinnützigen Lüneburger Hebrok Stiftung, startklar für den Tagungs- und Seminarbetrieb, sei es für Schulen, Firmen oder Familien.

Den ersten Testlauf hat die neu geschaffene Umweltbildungseinrichtung mit Übernachtungsmöglichkeit kürzlich hinter sich gebracht, eine Konfirmandengruppe weihte die Räumlichkeiten ein. Projektleiterin Dr. Susanne Eich zeigt sich mit dem Verlauf zufrieden: „Wir sind bereit!“

Führung durch den neuen Naturcampus Bockum

Refugium für Kinder und Jugendliche

Der Naturcampus, in direkter Nachbarschaft zur Betreuteneinrichtung SOS-Hof Bockum in der Gemeinde Rehlingen, soll vor allem Kindern und Jugendlichen ein neues Refugium bieten, um während eines mehrtägigen Aufenthaltes Umweltbildungsprojekte durchzuführen. „Wir wollen Kinder und Jugendliche auch bei ihrer Berufsorientierung unterstützen und in ihrer Entwicklung fördern, ihnen hier die Möglichkeit geben, sich intensiver mit verschiedenen Themen auseinanderzusetzen.“

„Wir wollen Jugendliche in ihrer Entwicklung fördern.“
Dr. Susanne Eich, Projektleiterin

Typische Themen für Schüler der Klassen drei bis acht seien Ökologische Landwirtschaft, Landschaftspflege bis hin zum Lebensraum Wasser am Beispiel des Heideflusses Lopau, der sich um das Areal schlängelt. In der Berufs-orientierung gehe es perspektivisch um die Förderung von Schlüsselkompetenzen wie vorausschauendes Denken, zielorientiertes Arbeiten und Teamfähigkeit.

Versorgung durch den SOS-Hof Bockum

Für den Bildungsbetrieb wurde ein Aufenthalts- und Seminarbereich im Erdgeschoss des Gutshauses eingerichtet, der auch von Firmen und Vereinen gebucht werden kann. Der große Seminarraum mit dem schönen Namen „Kloogschnacker“ ist für bis zu 32 Personen ausgelegt, die kleine Variante „Heidbeek“ für bis zu zwölf. Auch eine große Teeküche steht den künftigen Nutzern zur Verfügung. Eich sagt: „Die sieht erst einmal sehr verlockend aus, aber das ist keine Kochküche.“ Dort sollen vor allem in Gruppenarbeit Lerninhalte zum Bereich gesunde Ernährung vermittelt werden. Die Versorgung mit Mahlzeiten übernimmt hauptsächlich der Hauswirtschaftsbereich des SOS-Hofs Bockum.

Insgesamt verfügt das komplett sanierte Gutshaus über 21 Betten in Einzel- und Zweibettzimmern. Auch die Zimmer tragen plattdeutsche Namen von Tieren oder Pflanzen wie „Kaninken“ (Kaninchen) oder „Machangel“ (Wacholder). Jedes Zimmer hat ein eigenes Bad und ist robust, aber gemütlich eingerichtet. Zusätzlich zum Gutshaus steht beispielsweise Schulklassen ein seperates Gästehaus mit zwölf Mehrbettzimmern sowie ein Zimmer für zwei Begleitpersonen zur Verfügung.

Am Außenbereich wurde zuletzt noch gearbeitet. Eich sagt: „Hier wollen wir noch etwas für Sport und Spiel einrichten.“ Ein Beach-Volleyballplatz ist schon angelegt. „Ergänzt werden soll das noch um einen Grillplatz, an dem man Stockbot backen oder einfach gemütlich am Feuer sitzen kann.“

Von Dennis Thomas

Unterstützung: 3000 Euro vom „Charity-Golf“

Anlässlich des einjährigen Bestehens der Lüneburger Eventlocation „Provinzperle“ hatten kürzlich die Inhaberinnen Antje Blumenbach und Manuela Vossenberg zum Charity-Golf in Lüdersburg eingeladen.

Bei der abschließenden Tombola kamen zu Gunsten des Naturcampus Bockum 1805 Euro zusammen. „Dieses ehrgeizige und schöne Vorhaben der Hebrok Stiftung ist absolut unterstützenswert“, teilte Blumenbach mit. Aufgestockt auf 3000 Euro wurde die Spende von der Lüneburger Übersetzungsagentur „elativum“.