Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Kameraden der Feuerwehren Göddingen und Alt Garge eilen mit einer Pumpe einem Pferdehof in Hildesheim zur Hilfe. Fotos: ffw/schmidt

Feuerwehr Lüneburg im Einsatz bei Flut und Horror-Crash

Lüneburg/Hildesheim/Laave. Sie haben beim Hochwasser in Hildesheim geholfen, gegen die Fluten anzukämpfen: Mit rund 170 Frauen und Männern sowie 35 Fahrzeugen war die Kreisfeuerwehrbereitschaft 1 der Kreisfeuerwehr Lüneburg bis gestern früh rund 20 Stunden im Einsatz. Als wenn das noch nicht genug gewesen wäre, halfen auf dem Rückweg 29 Einsatzkräfte bei der Personenrettung nach einem Verkehrsunfall auf der A7 zwischen der Raststätte Allertal und der Anschlussstelle Westenholz – bis die örtlichen Feuerwehren vor Ort waren. Und während die Kreisbereitschaft zuvor mit Kräften von Amelinghausen bis Neuhaus in Hildesheim zutun hatte, kam es in der Gemeinde Amt Neuhaus am Donnerstagabend an dem Fluss Rögnitz ebenfalls zu einem lokalen Hochwassereinsatz.

Nachdem bereits am Mittwoch auch die Kreisfeuerwehrbereitschaft Uelzen nach Hildesheim ausgerückt war (LZ berichtete), wurden die Lüneburger am Donnerstag um 14 Uhr alarmiert. Sie lösten dann gegen 18 Uhr die Bereitschaft aus Northeim ab und sorgten beispielsweise auf dem Bauhof der Stadt Hildesheim für gefüllte Sandsäcke, die Lkw-weise an die Gefahrenstellen gebracht wurden, berichtet Feuerwehrsprecher Carsten Schmidt. Der Bleckeder sagt: „So ähnlich, wie wir es beim Elbe-Hochwasser 2013 erlebt haben, waren auch dort hunderte freiwillige Helfer im Einsatz, die die ganze Nacht über mit angepackt haben.“ Außerdem half die Lüneburger Kreisbereitschaft unter Leitung von Uwe Rahlfs Wege frei zu halten und bei der Sicherung mehrerer Gebäude, beispielsweise um den Betrieb einer Trafostation und eines Pumpwerks zu gewährleisten.

Der Hochwassereinsatz in Hildesheim endete für die Lüneburger gestern früh gegen 6.30 Uhr, doch ihre Hilfe in der Not sollte noch anderswo dringend benötigt werden – nach einem Horror-Crash auf der A7. Eine vierköpfige Familie war mit ihrem Wohnwagengespann in einen auf dem Standstreifen haltenden Lkw-Anhänger gekracht. Wie durch ein Wunder haben alle überlebt. Die Lüneburger waren gerade auf dem Rückweg, sie machten nichtsahnend eine Pause an der Raststätte Allertal. Das kam für den Rettungsdienst, der gerade auf dem Weg zur Unfallstelle war, wie gerufen und bat die Feuerwehr um Unterstützung.

29 Einsatzkräfte mit sechs Fahrzeugen der Feuerwehren Lüneburg, Bardowick, Amelinghausen, Brietlingen und Neetze waren schnell am Unfallort und begannen mit der technischen Rettung, um die eingeklemmte Beifahrerin aus dem Autowrack zu befreien. Sie wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Hannoveraner Klinik geflogen. Die weiteren Verletzten kamen mit Rettungswagen in Krankenhäuser in Celle und der Region Hannover. Die A7 war wegen des Unfalls zwei Stunden lang in Fahrtrichtung Norden gesperrt.

Gefordert in Sachen Hochwasser waren am Donnerstag auch die Ortsfeuerwehren aus Laave, Kaarßen und Zeetze, bestätigt auf LZ-Nachfrage Ortsbrandmeister Jörg Garloff. Bei Laave war der Fluss Rögnitz auf einer Länge von rund 200 Metern über die Ufer getreten, hatte die nur gut einen Meter hohen Verwallungen überspült und landwirtschaftliche Flächen geflutet. Garloff sagt: „Wir waren von 15 bis 22 Uhr mit rund 30 Leuten im Einsatz und haben rund 2500 Sandsäcke verbaut.“ Er fügt an: „Die Situation vor allem nach Starkregen wurde in den letzten Jahren immer schlimmer. Aber es kann sich kaum einer in der Bevölkerung daran erinnern, dass die Rögnitz so übergelaufen ist.“ Die Ursache meint Landwirt Jürgen Voß aus Laave zu kennen, der insgesamt rund 40 Hektar Grünland an der Rögnitz bewirtschaftet. Da drücke das Wasser schon seit Tagen aus dem Boden. „Die Sude und Rögnitz werden nicht richtig gepflegt. Und einerseits wird im Biosphärenreservat immer an uns appelliert, weniger Mais anzubauen, aber unser gutes Grünland lassen sie absaufen.“

Von Dennis Thomas