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Vastorf: Großeinsatz der Feuerwehr bei Brand in Altenheim

Vastorf. Vermutlich hat eine glimmende Zigarette am Sonntagmorgen für einen Großeinsatz von rund 200 Kräften von Feuerwehr und Rettungsdienst gesorgt: Um 3.26 Uhr läuft der Alarm der Brandmeldeanlage des Seniorenheims Linda in Vastorf in der Leitstelle in Lüneburg auf. Die schickt ihre Leute los.

Diesmal kein Fehlalarm

Feuerwehreinsatzleiter Chris Teske und der stellvertretende Vastorfer Ortsbrandmeister Hans-Günter Meyer reagieren zunächst gelassen, denn in den vergangenen Wochen hatte es mehrmals Fehlauslösungen gegeben. Doch dieses Mal ist alles anders. „Binnen drei, vier Minuten kam die Nachalarmierung“, sagt Meyer. Und Teske ergänzt: „Das gesamte Haus war verqualmt.“ 57 Bewohner müssen sofort in Sicherheit gebracht werden.

Das Programm läuft an: Die Leitstelle schickt alle Wehren der Ostheide in den Einsatz, dazu Unterstützung aus Lüneburg. Gleichzeitig setzen sich die Schnellen Einsatzgruppen von Rotem Kreuz und Arbeitersamariterbund in Marsch. Der Leitende Notarzt und Chefanästhesist des Klinikums, Prof. Dr. Christian Frenkel, und zwei weitere Mediziner preschen ebenfalls nach Vastorf.

Es war nur ein kleiner Brand 

Dort haben die Feuerwehrleute angefangen, die pflegebedürftigen Menschen in ihr Gerätehaus zu bringen. Es liegt einen Steinwurf entfernt. „Wir haben die Betten der Jugendfeuerwehr für die bettlägrigen Patienten aufgestellt“, sagt Meyer. Sie organisieren mithilfe des Altenheimpersonals Betreuung und Getränke. „Einige sind dement, wir müssen aufpassen, dass sie nicht weglaufen.“ Derweil löschen Teske und seine Kräfte im Altenheim im Raucherzimmer: „Das war nur ein kleiner Brand“, sagt der Einsatzleiter. „Aber alles ist verqualmt.“

Der Leiter der Kreisbereitschaft des DRK, Holger Pilch bilanziert später: „Ein Bewohner hat eine leichte Rauchvergiftung erlitten. Vier weitere sind ins Klinikum nach Lüneburg gekommen, neun in die Psychiatrische Klinik und 43 in die Notunterkunft, die Turnhalle in Barendorf.“ Der Rettungsdienst hat Versorgung und Transport der Menschen mit rund 20 Fahrzeugen und 50 Ehrenamtlichen organisiert, aber auch die Feuerwehr fährt Betroffene laut ihres Sprechers Andreas Bahr in VW-Bussen in Richtung Barendorf.

Verwandte und Freunde der Mitarbeiter helfen

Im Pflegeheim betreiben Chef Wilfried Bartel und sein Personal Notfallmanagement. „Wir haben Urlaubszeit und Wochenende. Aber meine Mitarbeiter haben auch Verwandte und Freunde dazugeholt, die helfen.“ Im Heim sind Techniker im Einsatz, die die Sicherheitstechnik wieder in Gang bringen. Dazu Putzkolonen, die versuchen, den Ruß abzuwischen. Bartelt sagt: „Später soll hier gemessen werden, wie hoch die Belastung in der Luft ist.“ Die Hoffnung: Keine bedenklichen Schadstoffwerte, und die Bewohner können zurückkehren.

Gut 40 von ihnen haben in der Turnhalle in Barendorf ein Dach über dem Kopf – auf das am Morgen heftig der Regen prasselt. Brunhilde Wulf arbeitet in der Pflege des Heimes und engagiert sich zudem in der Feuerwehr, sie hält die Fäden zusammen: „Es ist schwierig, weil wir nur wenig Kleidung haben. Medikamente konnten wir für einen Tag aus dem Büro holen. An vieles kommen wir durch die Belastung durch den Rauch nicht heran.“

Der Rettungsdienst hat Feldbetten, Tische und Bänke aufgestellt. Senioren und Demenzpatienten stehen am Eingang, sie rauchen. Andere hocken in der Halle oder schlafen. Inzwischen stehen Essen und Getränke parat. Mitarbeiter des Heimes kümmern sich um die Betroffenen. Brunhilde Wulf atmet auf: „Alle haben bislang gefasst reagiert.“ Aber die Unruhe könne kommen, wenn die Patienten verstehen, was passiert ist. Deshalb sei wichtig, möglichst schnell zurückkehren zu können.

Von Carlo Egeling