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Welche Versicherung bei Starkregen zahlt

Lüneburg. „Das zahlt ja die Versicherung“, mögen viele gedacht haben nach den Wasserschäden, die das Unwetter in Lüneburg und Umgebung jüngst an Haus und Wohnung verursachte. „Das ist aber ein weit verbreiteter Irrglauben“, sagt Hendrik Hampel, Sprecher des Bezirks Lüneburg im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK): „Nur rund 40 Prozent der Haushalte haben in Deutschland eine sogenannte Elementarversicherung abgeschlossen, die für Schäden durch Starkregen und Überschwemmungen aufkommt.“

Da Hochwasser eine elementare Naturgefahr ist, dürfen nur jene auf Schadenzahlungen hoffen, die an ihre Wohngebäude- oder Hausratversicherungen einen Elementarschadenschutz angekoppelt haben oder die sogenannten Schäden durch Witterungsniederschläge in den Verträgen mitversichert haben.

Hausrat allein reicht nicht aus

Für Folgen von Naturgewalten, wie zum Beispiel Sturm und Hagel, sei die Immobilie meist mit einer Gebäude- und der Haushalt mit einer Hausratversicherung abgesichert. Doch für die jetzigen Schäden, die durch den Starkregen und Rückstaus in der Kanalisation entstanden, sind nur Elementarschadenversicherungen zuständig. Diese decken auch Schäden durch Erdrutsche, Lawinen, Schneedruck, Erdsenkung und durch Erdbeben ab.

Auch Firmen können ihre Betriebsunterbrechungsversicherung mit einem Schutz gegen Elementarschäden komplettieren. Sollte es dann zu einem Schadensfall durch Starkregen kommen, kann diese Versicherung das Unternehmen optimalerweise finanziell so stellen, als hätte diese erzwungene Unterbrechung niemals stattgefunden. Die Versicherungsleistung wird in der Regel ab dem ersten Tag des Ausfalls beziehungsweise nach Ablauf einer vereinbarten Karenzzeit bis zur Wiederaufnahme der ordnungsgemäßen betrieblichen Tätigkeit erbracht.

Wer eine Ölheizung hat, bräuchte Extra-Schutz

Nicht versichert bei Elementarschadenversicherungen sind Gewässer- und Hausschäden, die durch das Auslaufen von Heizöl entstehen, wenn das Hochwasser den Keller überflutet und sich die Tanks aus ihrer Verankerung reißen. „Für diese Ölschäden am eigenen Haus und die Gewässerverunreinigung, für die der Tankbesitzer haftet, reicht eine um Elementarschäden erweiterte Gebäude- oder Hausratversicherung nicht aus“, betont Hampel. „Deshalb sollten Hauseigentümer mit Ölheizungen, selbst wenn sie sich absolut sicher vor Überschwemmungsschäden fühlen, an eine Gewässerschadenhaftpflicht- oder Öltankversicherung denken, die auch eigene Öl-Schäden am Haus abdeckt.“

Eine besondere Warnung gilt den Autofahrern. Die Teil- beziehungsweise Vollkasko-Versicherungen sind zuständig, wenn ein Auto in einer überfluteten Straße oder Tiefgarage beschädigt wird. Wer aber mutwillig ausprobiert, ob er es mit dem Auto durch eine überflutete Straße schafft und dann stecken bleibt, erhalte keine Leistung. lz