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Doppelter Erfolg für den Hannoveraner Verband: Die Roydorferin Sarah Scheerer (l.) ist Weltmeisterin der Jungzüchter, neben ihr die amtierende Deutsche Meisterin Henrike Gehrdau-Schröder. Foto: phs

Jungzüchter-WM in Kanada: Winsenerin holt Siegertitel

Winsen/Luhe. Noch scheint es Sarah Scheerer aus Roydorf nicht ganz realisiert zu haben. „Das braucht, glaube ich, noch ein wenig Zeit“, sagt die 18-Jährige zurü ckhaltend. Das Mitglied des Pferdezuchtvereins Winsen hat gerade in Kanada die größte Auszeichnung errungen, die man als Pferde-Jungzüchterin bekommen kann: den Weltmeister-Titel. Und sie ist in guter Gesellschaft: Über einen großen Erfolg freute sich kürzlich auch ihre Kollegin aus dem Hannoveraner Verband, Henrike Gehrdau-Schröder aus Stelle: Die 23-Jährige ist Deutsche Meisterin. Sie mischte ebenfalls in Kanada mit.

Neue Erfahrung weit weg von zu Hause

Ein wenig hängen Sarah Scheerer und Henrike Gehrdau-Schröder der Jetlag und Schlafmangel der letzten Tage noch in den Knochen. Aber neben Erschöpfung ist da auch ganz viel Freude und Stolz. Letzte Woche haben die Weltmeisterschaften der Jungzüchter im kanadischen Calgary stattgefunden, ausgetragen wurden diese in Spruce Mea-dows, dem größten Reitsportzentrum weltweit. Und dort haben die beiden jungen Frauen aus Roydorf und Stelle im Kreis Harburg zusammen mit ihren Teamkollegen des Hannoveraner Verbandes so richtig abgesahnt. Das Juniorenteam belegte den ersten Platz, die Gesamtmannschaft gewann Bronze und Sarah Scheerer die Einzelwertung der Junioren – sie ist nun frischgebackene Weltmeisterin. Insgesamt nahmen acht deutsche sowie acht internationale Mannschaften an der Weltmeisterschaft teil.

Für die beiden Jungzüchterinnen war es das erste Mal, so weit von zu Hause weg zu sein – sowohl privat, als auch für ihr Hobby. Denn bisher fanden die Meisterschaften immer in Europa statt. „Über den großen Teich zu fliegen, war eine spannende Erfahrung“, sind sich die beiden einig. „Man trifft alte Freunde und kommt wieder zusammen, das ist schön“, berichtet Henrike Gehrdau-Schröder, die bereits bei den Meisterschaften in Frankreich (2013) und England (2015) dabei war.

Für Sarah Scheerer hingegen war es die erste Teilnahme an der WM. Monatelang hat sie trainiert. Doch neben einer guten Vorbereitung gehört auch etwas Glück dazu: „Jeder bekommt ein fremdes Pferd zugelost, mit dem man sich dann erst 15 Minuten vor dem Start vertraut machen kann“, erklärt Scheerer das Prozedere, das sie – so wie 110 andere Teilnehmer – in Calgary durchlaufen hat. „Man weiß vorher nicht, wie gut man mit dem Tier harmoniert.“ Die Pferde wurden von kanadischen Züchtern für die WM zur Verfügung gestellt. „Dann geht es los, und man führt das Tier vor einer Jury vor.“

Zusammen­halt ist gewachsen

Hierbei müssen die Teilnehmer Name, Alter, Abstimmung sowie die Rasse des Pferdes vortragen, anschließend stehen Exterieurbeurteilung, Beurteilen von Freispringen und Vormustern auf der Dreiecksbahn an. Auch ein Theorietest auf Englisch ist Teil des Wettbewerbes – mit Fragen zu Gesundheit und Haltung sowie Aktuellem aus Zucht und Sport. Mit der ihr zugelosten zehnjährigen Kanadischen Warmblut-Stute „Cocomo“ habe Sarah großes Glück gehabt, sagt sie bescheiden. „Es kommt immer auf das Pferd an, ob das gut mitmacht oder nicht. Und Cocomo hat das super gemacht.“

Stolz auf die beiden Jungzüchterinnen sind ihre Trainerinnen Hanna Westermann und Nadine Dittmer: „Wir sind immer noch geplättet, dass es dieses Jahr so eingeschlagen hat“, schwärmt Westermann. Auch der Spaß kam nicht zu kurz: Das Team des Hannoveraner Verbandes bewunderte die kanadische Landschaft und knüpfte internationale Kontakte. „Es war eine tolle Zeit, vor allem für unser Team“, sagt Gehrdau-Schröder. „Man hat sich noch besser kennen- und schätzengelernt. Der Zusammenhalt ist dadurch gewachsen.“

Von Patricia Luft