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Lenkrad, Steuerungselemente und Audioanlage fehlen. Die Automarder haben allein im Juni in diesem Fall einen Schaden von mehreren Tausend Euro angerichtet. Doch insgesamt sinkt die Zahl der Taten. Foto: polizei

Autoknacker schlagen in Lüneburg seltener zu

Lüneburg. Anfang Juni dürfte eine reisende Bande zugeschlagen haben, ein Dutzend Taten meldete die Polizei: Die Täter hatten aus Fahrzeugen der Marke BMW in Sta dt und Kreis Lenkräder, Steuerungselemente und Audioanlagen ausgebaut. Der Verdacht: Es war Diebstahl von Ersatzteilen auf Bestellung. Schaden: mehr als 100 000 Euro. Doch das war quasi ein statistischer Ausreißer. Denn seit Jahresbeginn ist die Zahl der Autoaufbrüche in Stadt und Landkreis Lüneburg zurückgegangen. „Wir haben ein Minus von etwa 15 Prozent, wenn man den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Juli mit dem Vorjahr vergleicht“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. Einen generellen Trend will er aus diesen Zahlen aber nicht ablesen: „Da müssen wir am Ende das gesamte Jahr auswerten.“

Die Polizei geht davon aus, dass immer wieder „überörtlich agierende Täter“ in der Region und darüber hinaus auf Beutezug gehen. Denn ähnliche Taten der „BMW-Bande“ gab es auch in anderen Städten im Norden. Daneben sind die üblichen Autoknacker unterwegs. „Da geht es oftmals um Beschaffungskriminalität“, bilanziert der Hauptkommissar. Junkies, die sich für ihren nächsten Schuss Bares oder etwas für ihren Hehler besorgen müssen, schlagen Autoscheiben ein und greifen zu.

So sind ganze Serien zu erklären – und ihr abruptes Ende: Wenn die Polizei Verdächtige – oftmals aus der bekannten Drogen- und Alkoholszene – schnappt, gehen zig Taten auf und es kehrt Ruhe ein. Zumindest vorübergehend. Der Polizeibericht nennt Schwerpunkte für Autoaufbrüche, in der Stadt gehören beispielsweise die Parkplätze an den Sülzwiesen und Am Bargenturm dazu.

Doch wer glaubt, es handle sich um ein Lüneburger Phänomen, der irrt. Auch im Landkreis greifen Diebe bei günstigen Gelegenheiten zu. An Friedhöfen wie in Erbstorf, aber auch am Inselsee in Scharnebeck, bei Luhmühlen und auf Pendler-Parkplätzen sind Täter immer wieder aktiv.

Die Polizei mahnt stets: „Ein Auto ist kein Safe. Lassen Sie keine Wertgegenstände im Fahrzeug liegen. Vor allem nicht offen. Das wirkt wie eine Einladung.“
Während die Zahl der Autoaufbrüche sinkt, ist die der Autodiebstähle gestiegen. Mehr als 30 Taten registrierte die Polizei in den ersten sieben Monaten des Jahres, ein Plus von rund 25 Prozent. Auch hier sei es schwierig, eine Erklärung zu liefern, sagt Richter. Dafür seinen die Zahlen gering, man müsse die Jahresentwicklung abwarten. Und auch hier gilt: Es gibt Banden, die Fahrzeuge nach Osteuropa schaffen, aber auch Jugendliche, die sich ein Auto für eine Spritztour „ausborgen“. ca