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Das Lim‘s in Erbstorf steht nun unter einer sogenannten Sachwaltung, eine milde Form des Insolvenzverfahrens. Foto: be

Lim‘s will sich aus Steuer-Krise kämpfen

Erbstorf. Allan Beng Keat Lim, Wirt des großen Lim‘s in Erbs­torf, ist in schweres Fahrwasser geraten, Schuld sind vermutlich die Steuern. Der Wirt hat sein Lokal durch das Amtsgericht unter eine sogenannte Sachverwaltung stellen lassen. Das ist quasi die mildeste Form des Insolvenzverfahrens. Das bestätigen Lim, sein Rechtsanwalt und sein vorläufiger Sachwalter. Alle betonen: Das Verfahren habe keine Auswirkungen auf den laufenden Betrieb, der werde unverändert fortgeführt. Alle Reservierungen etwa für Hochzeiten und andere Familienfeiern hätten Bestand. Buchungen habe man bis Ende kommenden Jahres im Kalender stehen. Auch seien die 44 Arbeitsplätze sicher.

Lims Anwalt Jan Antholz und der Hamburger Fachanwalt für Insolvenzrecht Henning Sämisch sehen in dem Betrieb ein hohes Potenzial: Er sei gut geführt, habe auch durch die Parkplätze eine gute Lage und werde angenommen. Es gebe keine rückständigen Löhne und im Wesentlichen keine offenen Rechnungen. Zudem habe die Immobilie einen Wert in Millionenhöhe.
Doch warum rutschte Lim in die Krise? Die beiden Juristen berichten, dass Lim im Jahr 2013 eine Steuerprüfung hatte. Dabei kamen aus Sicht des Finanzamtes Unregelmäßigkeiten zu Tage. Nach LZ-Informationen soll der Fiskus Steuern in erheblicher Höhe fordern. Die Anwälte und auch Lim wollen die Größenordnung nicht kommentieren.

Alle Arbeitsplätze sollen bestehen bleiben

In der Folge der Steuerprüfung hatte sich Lim von weiteren Betrieben in Winsen und Buchholz getrennt. Zum einem, um sich auf ein Geschäft zu konzentrieren, wie Anwalt Antholz sagt, zum anderen, um mit den Erlösen Verbindlichkeiten abzutragen. Doch das habe am Ende nicht für einen Neustart gereicht. Durch das besondere Insolvenzverfahren bekommt Lim nun mehr Luft. Sämisch und Antholz berichten, dass bei der Agentur für Arbeit Anträge auf Insolvenzgeld gestellt seien. Die Agentur übernimmt dann für bis zu drei Monate Gehälter – das entlastet das Unternehmen und erleichtert den Weg in die Zukunft.

Denn das ist das Ziel. Durch die Sachwaltung – in der Sämisch Lim als Berater, aber auch als Kontrolleur zur Seite steht – soll der Betrieb wieder auf gesunde Füße fallen. Im Rahmen eines sogenannten Sanierungsplanes soll der Betrieb unter Verhandlung mit den Gläubigern und dem Finanzamt erhalten werden. Dabei sollen auch alle Arbeitsplätze bestehen bleiben. ca

2 Kommentare

  1. Tja, die „bösen Finanzbehörden“ sind mal wieder Schuld.

  2. …Schuld sind vermutlich die Steuern… Der Satz ist Klasse.