Aktuell
Home | Lokales | Ilmenau | Dr. Frank Mertin tritt eine Pfarrstelle in Luxemburg an
Pastor Dr. Frank Mertin verlässt Ende August die Martinuskirchengemeinde in Deutsch Evern, um eine neue Pfarrstelle in Luxemburg anzutreten. Foto: A/t&w

Dr. Frank Mertin tritt eine Pfarrstelle in Luxemburg an

Deutsch Evern. Es ist eine berufliche Herausforderung: Aber genau das ist es, was Pastor Dr. Frank Mertin reizt. Eine neue Aufgabe, eine neue Gemeinde, ein and eres Land. Am Sonntag, 27. August, wird der Deutsch Everner Pastor zum letzten Mal am Altar der Martinuskirchengemeinde stehen. Es ist der Tag, an dem die Leitende Superintendentin des Kirchenkreises Lüneburg, Christine Schmid, Mertin offiziell verabschieden wird. Der Seelsorger verlässt die Martinuskirchengemeinde, um zum 1. November in Luxemburg seine neue „Pfarrstelle bei der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache“ anzutreten.

Gemeindearbeit war prägend

Zwölf Jahre war Dr. Mertin Gemeindepastor in Deutsch Evern. Eine Zeit, die ihn nach eigenem Bekunden geprägt hat, eine Zeit, die er nicht missen möchte. Schon deshalb nicht, weil in den zurückliegenden Jahren ganz viel passiert ist in der Martinuskirchengemeinde. Angefangen von der Gründung der Martinusstiftung über diverse Projekt-arbeit, Singewochenenden und die gemeinsamen Neujahrs-Empfänge mit der politischen Gemeinde bis hin zur Ausstrahlung des Fernsehgottesdienstes live im ZDF. „Deutsch Evern ist eine attraktive Kirchengemeinde; und sie wird eine attraktive Kirchengemeinde bleiben“, ist Pastor Dr. Mertin überzeugt – „mit starken Strukturen, starken Konfi-Jahrgängen und vielfältiger Projektarbeit“, betont der scheidende Seelsorger, um dann aber noch einmal seine Motivation deutlich zu machen: „Ich verlasse die Gemeinde ja auch nicht, weil ich Deutsch Evern nicht mehr mag, sondern weil die neue Aufgabe für mich und meine Familie noch einmal eine neue Herausforderung bietet.“

Und das beginnt mit dem Erlernen einer neuen Sprache. Weil Mertin als Theologe zwar die alten Sprachen wie Latein, Griechisch und Hebräisch beherrscht, nicht aber die französische, muss er ab September nochmal die Schulbank drücken. An einem Ort, an dem andere Urlaub machen. Nämlich in Nizza an der dortigen Sprachenschule. „Untergebracht sind er und seine Frau in einer Gastfamilie – damit wir auch gezwungen sind, französisch zu sprechen“, sagt Mertin schmunzelnd.

Mertin muss neue Aufgaben wahrnehmen

Morgens zwei Stunden Grammatik pauken, dann zwei Stunden Vokabeln lernen, anschließend zwei Stunden Konversation – so sieht der tägliche Lehrplan im Einzel- und Gruppenunterricht für die Mertins aus. Als Vorbereitung auf ihre neuen Aufgaben in Luxemburg – auch wenn der Noch-Deutsch Everner als Seelsorger an der „Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache“ tätig sein wird, den Gottesdienst also in deutscher Sprache hält.

„In der Stadt und in der Geschäftswelt allerdings wird Französisch gesprochen“, erläutert Dr. Mertin, dessen künftige Gemeinde mit 650 Mitgliedern deutlich kleiner sein wird als die Martinuskirchengemeinde mit ihren rund 2000 Mitgliedern. Dafür ist die Stadt Luxemburg mit 111.000 Einwohnern deutlich größer als seine bisherige Wirkungsstätte.

Künftig muss Mertin aber auch Aufgaben wahrnehmen, die er aus Deutsch Evern so bisher nicht kannte – unter anderem als Lehrbeauftragter an der Europäischen Schule für evangelische Religion.

Religionslehrer an der Schule

Zudem erwartet die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Mertins künftiger Dienstherr, dass er die Kirche angemessen repräsentiert. „Meine ersten Antrittsbesuche werden bei der Deutschen, der Schweizer und der Österreichischen Botschaft sein“, berichtet er. Und auch der Gastredner zum Neujahrsempfang in seiner neuen Gemeinde stehe schon fest – der deutsche Botschafter höchstselbst.

120 Auslandspfarrstellen hat die EKD weltweit zu vergeben, eine davon ist die in Luxemburg. Einmal im Jahr kommen alle Seelsorger zusammen – bei den Regionalkonferenzen, alle zwei Jahre bei den Weltkonferenzen. Die nächste Zusammenkunft findet in Helsinki statt. Dann erstmals mit Pastor Mertin.
Von Klaus Reschke