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Günther Wagener (v.r.), Helga und Gerhard Bast sowie Bürgermeister Thomas Maack freuen sich über die neuen Adendorfer Ortsschilder auf Platt. Foto: be

Nach Adendörp und Arvstörp

Adendorf. Auf „Platt“, wie auch sonst, informierte Günther Wagener, Plattdeutschbeauftragter für Stadt und Landkreis Lüneburg, seine Vorstandskollegen vom Verei n „LünePlatt“ über das große Ereignis: „Ik kann´t noch nich glöven, aver Adendörp hett sik op´n Padd maakt un de ersten twee Ortsschiller mit de plattdüütschen Naams dorop opstellt.“

Auf Hochdeutsch: „Ich kann es noch nicht glauben, aber Adendorf hat sich auf den Weg gemacht und die ersten zwei Ortsschilder mit den plattdeutschen Namen darauf aufgestellt.“ Und weiter schreibt Wagener: „Na un na schüllt de annern 15 Schiller ok ännert weern, wenn´t nödig deit.“ Übersetzt: „Und nun sollen die anderen 15 Schilder auch ausgetauscht werden, wenn es nötig ist.“

Nach Adendorf, aber auch nach „Adendörp“, nach Erbstorf, aber auch nach „Arvstörp“, kommt jetzt, wer die Dorfstraße in Höhe der Heine-Siedlung befährt. Entdeckt hatten die neuen Schilder Helga und Gerhard Bast, beide sind seit 15 Jahren bei den Adendorfer Plattsnackers dabei, die sich zwei Mal im Monat im Hotel Teichaue treffen.

Prompt riefen die beiden Günther Wagener an. „Ich bin gleich in die Dorfstraße gefahren. Meines Wissens sind das auch die ersten plattdeutschen Ortsschilder im Landkreis Lüneburg“, erklärte der pensionierte Lehrer.

Plattdeutsche Ortsschilder für den Landkreis Lüneburg

Seit sechs Jahren schon hat Günther Wagener das Projekt „Plattdeutsche Ortsschilder für den Landkreis Lüneburg“ im Kopf. Vor zwei Jahren legte er die Plattdeutsche Landkarte vor, alle darin enthaltenen Ortsnamen waren vom Institut für Niederdeutsche Sprache in Bremen überprüft worden und dürfen deshalb auch für Ortsschilder verwendet werden. Im November 2015 hatte der Adendorfer Ratsausschuss für Kultur, Sport und Freizeit aus Kostengründen abgelehnt, die insgesamt 17 Ortsschilder an den Ortseingängen auszutauschen. Aber: Man war sich darüber einig, Schilder dort um die plattdeutsche Schreibweise zu ergänzen, wo sie „abgängig“ sind.

Das war jetzt an der Dorfstraße der Fall. Weitere Austauschaktionen, etwa an der Artlenburger Landstraße, in Höhe Bültenweg, stellte Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack (SPD) in Aussicht.

„Adendorf ist der Vorreiter“, freut sich Plattdeutschbeauftragter Günther Wagener. „Jetzt wünschen wir uns natürlich, dass es weitergeht. Wir hoffen, dass die Methode, Schilder dort auszutauschen, wo es nötig ist, Nachahmer im Landkreis findet.“ In den nächsten Tagen will Wagener noch einmal alle Gemeinden anschreiben und sie bitten mitzumachen und damit Landkreisen wie Harburg, Cuxhaven oder auch dem Heidekreis nachzueifern.

An den Kosten sollte das nicht scheitern – auf rund 100 Euro beziffert Bürgermeister Maack die Materialkosten für ein neues Ortsschild.

Von Ingo Petersen