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Im Raum, in dem die Ebstorfer Weltkarte hängt, sorgt ein mobiles Gerät für die richtige Luftfeuchtigkeit. Foto: t&w

Im Lüneburger Museum stimmt die Luft nicht

Lüneburg. Erst waren Licht und Schatten ein Problem, jetzt ist es die Luftfeuchtigkeit. Die Be- und Entlüftung im neuen Museum muss nachgerüstet werden. Nach LZ -Informationen werden die Kosten dafür mit 300 000 bis 500 000 Euro veranschlagt. Das bestätigt Direktorin Prof. Dr. Heike Düselder. Exponate seien nicht gefährdet, aber mittelfristig müsse man reagieren. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass man nachsteuern muss“, sagt die Museumschefin. „Das kenne ich auch aus anderen Häusern.“ Das gelte eben auch für Neubauten, bekanntlich läuft der Betrieb im Lüneburger Museum seit rund zwei Jahren.

Keine Probleme mit Fossilien und Gesteinen

Das Problem der Luftfeuchtigkeit stellt sich nicht überall. „Bei Fossilien und Gesteinen müssen wir nichts machen“, sagt Heike Düselder. Anders sehe es bei Räumen aus, in denen Gemälde hängen, etwa das frisch restaurierte Bild des Lüneburger Bürgermeisters Töbing.
Die Mitarbeiter haben Messgeräte installiert, die aufzeichnen, wie die Luftfeuchtigkeit schwankt. Das Ergebnis ist in Teilen zu erwarten: Im Winter liegt sie höher als im Sommer. Wichtig sei es aber, quasi einen halbwegs einheitlichen Wert von Temperatur und Feuchtigkeit zu erzielen.

Im Altbau kennen die Museumsleute ähnliche Herausforderungen. Dort haben sie neben der Ebstorfer Weltkarte, die das Weltbild des mittelalterlichen Menschen dokumentiert, ein mobiles Gerät aufgestellt. Doch das sei keine Lösung für das gesamte Haus, erklärt die Museumsleiterin. Nun solle das bestehende Lüftungssystem entsprechend aufgerüstet werden, um die Werte entsprechend zu steuern.

Stadt macht sich für Fördermittel stark

Die Planungen der städtischen Gebäudewirtschaft laufen, man sei im Gespräch. Eine Konzeption solle Ende des Jahres vorliegen, 2018 könnten die Arbeiten beginnen, berichtet Heike Düselder. Allerdings sei die Finanzierung zu klären.
Da will Oberbürgermeister Ulrich Mädge helfen: „Die Stadt wird sich um Fördermittel über Stiftungen bemühen.“ Er sei da optimistisch. Der OB sieht angesichts der Probleme aber keinen Planungsfehler, wie Heike Düselder sagt er: „Manches stellt sich erst im laufenden Betrieb heraus.“

Auch beim Stadtarchiv habe man nachjustiert. Nach dem Umzug aus dem Rathaus an die Wallstraße zeigte sich, dass das Klima alten Büchern und Unterlagen nicht bekommt. So wurde dort für rund 400 000 Euro entsprechende Technik eingebaut, um das Gedächtnis der Stadt optimal zu konservieren.

Das Museum hat in den vergangenen Monaten bereits eine Nachrüstung erlebt. Der Lichteinfall tat der Ausstellung nicht gut. Zwar hatten Handwerker an den mächtigen Glasfronten zur Stadt außen Jalousien angeschraubt. Doch laut Heike Düselder fahren die bei einer Windstärke von 5 nach oben – also ziemlich schnell. Nun machen Vorhänge das Haus ein bisschen schummriger.

Von Carlo Eggeling