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Projektplaner Udo Barth vor der abgeräumten Fläche im Gotenweg in St. Dionys. Künftig sollen dort neue Wohnhäuser entstehen, aber anders als gedacht. Der aufgeschüttete Wall soll nach seiner Aussage begrünt werden. Foto: dth

St. Dionys: Die einstigen Träume sind Geschichte

St. Dionys. Nach Monaten des Stillstands kommt wieder Bewegung in den einst prominentesten Dorfkern des Landkreises Lüneburg: Nach langem Warten hat der Grundst ückseigentümer den Schuttberg des abgerissenen Gasthauses Fehlhaber abräumen lassen. Das rund 4000 Quadratmeter große Areal wurde glattgezogen und ist nun von Erdwällen umsäumt. Künftig sollen dort neue Wohnhäuser entstehen. Allerdings in kleinerer Dimension, als es sich Projektplaner Udo Barth mit seinem Geschäftspartner Eberhard Manzke vorgestellt hatte. Eine neue Bauvoranfrage liegt beim Landkreis vor. Die vormals hochfliegenden Ideen des Projektplaners haben eine Bruchlandung hingelegt. Barth selbst sagt: „Die Träume von anno dazumal sind Geschichte.“

Wohnhäuser in kleiner Dimension als ursprünglich geplant

Bei dem letzten Anlauf hatte sich die Gemeinde Barum gegen die Eröffnung einer zweiten Baureihe auf dem Areal ausgesprochen. Also sollen am Gotenweg laut Barth jetzt nur noch zwei Einfamilienhäuser mit Grundstücken von je 1100 Quadratmetern entstehen sowie ein Zweifamilienhaus mit 1800 Quadratmeter großem Grundstück. Orientieren soll sich die bauliche Gestaltung mit Fachwerk und Reetdächern laut Barth weiter am „Heidedorf“. Das war ein Bauprojekt aus den 1970er-Jahren, das einst Drehort für die Fernsehserie „Lokalseite unten links“ war und heute noch mit seinen malerischen Wohnhäusern das Dorf prägt. Doch noch wurde über die neue, etwas abgespeckte Bauvoranfrage beim Kreis noch nicht entschieden.

Unterdessen nimmt Barth auch Abstand von einem anderen Projekt. Die von ihm initiierte Gut St. Dionys GmbH sollte eigentlich auf dem Nachbargrundstück im Gotenweg 1 das dortige Fachwerkhaus sanieren und gleichzeitig das nebenstehende, kleine Stallgebäude zugunsten eines weiteren Einfamilienhauses abreißen lassen. Da spielt aber die Denkmalschutzbehörde nicht mit.

Weidegrundstück fällt als Refinanzierungsmöglichkeit weg

Ein weiterer Grund für das Scheitern des Teilprojekts dürfte sein, dass das dahinterliegende Weidegrundstück nicht mehr als Bauland für Wohnhäuser in Frage kommt, somit als Refinanzierungsmöglichkeit wegfällt, nachdem die Gemeinde den eigentlich geplanten Bebauungsplan in die Tonne geworfen hat. Jetzt sagt Barth: „Ich habe zwei Interessenten, die das Bauensemble kaufen wollen. Der künftige Eigentümer hätte die Möglichkeit, mit altem Material die Zehntscheune als Stallgebäude wieder aufzubauen.“ Er selbst scheint also derzeit kein aktives Interesse mehr daran zu haben.

Mit Interesse hat auch Barums Bürgermeister Torsten Rödenbeck die Veränderungen auf dem Areal zur Kenntnis genommen. Auf LZ-Anfrage sagt er mit etwas resigniert klingender Stimme: „Ich finde es auf jeden Fall gut, wenn da endlich mal etwas passiert, und das karge Land wieder für einen ansehnlichen Ortskern weicht.“

Von Dennis Thomas