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Aus der Vogelperspektive hat man einen guten Blick auf das neue Haus der Brandschützer der Gemeinde Hohnstorf. Foto: nh

Hohnstorf: Bau für eine moderne Wehr

Hohnstorf. Es war ein Tag der großen Gesten, der Emotionen und für die Feuerwehr Hohnstorf der Tag zum Feiern überhaupt: Am Freitagabend wurde das neue Feuerweh rhaus in Hohns­­torf eröffnet. Vier Jahre hatte die Wehr darauf gewartet, seit beim Hochwasser 2013 eindringendes Qualmwasser das alte Gebäude in der Dorfstraße unbrauchbar gemacht hatte. Kein Wunder, dass das halbe Dorf vor dem Bau wartete, während die Kameraden mit allen Fahrzeugen und dem Musikzug von der Dorfstraße zum neuen Standort zogen.

„Es war der Wunsch der Kameraden, dass unsere Pastorin den Bau segnet“, verkündete Ortsbrandmeister Matthias Lanius vor der offiziellen Schlüsselübergabe. „Ich fühle mich geehrt“, sagte Ursula Schaefers-Weskott mit Blick auf die vollständig angetretene Wehr. Sie gratulierte zu dem „beeindruckenden Haus“ und machte deutlich, dass die „Gesellschaft den Feuerwehren die notwendige Ausstattung schuldig ist“, bevor sie den Segen sprach.

Die Schlüsselübergabe ging dann sehr schnell: Horst Günter Adam, der für den Bau verantwortlich zeichnete, erklärte, ihm falle ein Stein vom Herzen, und reichte den knallroten Schlüssel an Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn weiter.

Der reichte ihn an Gemeindebrandmeister Arne Westphal, der übergab ihn wiederum an Ortbrandmeister Lanius. Den Bogen von der Vergangenheit zur Zukunft schlossen die Kameraden, als jeder – vom Ältesten bis zur Jüngsten – den Schlüssel an den nächsten weitergab. Die fünfjährige Maria war es dann, die die Tür offiziell aufschließen durfte. Schüchtern lief sie in Begleitung einer Kameradin über den Platz bis zur Tür, drehte den Schlüssel erst unsicher in die falsche Richtung, bevor sie die schwere Tür mit aller Kraft aufzog. Unsicher trat sie einen Schritt hinein, bevor der laute Applaus sie bremste.

Als alle Gäste sich in der großen Fahrzeughalle versammelt hatten, ließ Matthias Lanius die Geschichte des Hauses noch einmal kurz Revue passieren. Er erinnerte an den Schimmelbefall nach dem Wasserschaden und die vier Jahre im Container. „Es war zu eng, zu kalt und zu heiß und wir haben trotzdem weitergemacht“, sagte er. „Ich bin euch unendlich dankbar, dass Ihr durchgehalten habt: Ihr seid großartig.“ Lanius betonte auch, dass gerade der moderne Bau, der für die Gegend eher untypisch sei, zur Hohnstorfer Wehr passt. „Wir sind modern und jung und wissen trotzdem um unsere Tradition“, erklärte er mit Blick auf die alte Feuerspritze, die im Haus ausgestellt ist.

Zum Schluss dankte er seiner Frau Nicole, die lange von ihm zwar wenig gesehen, aber immer zu ihm gehalten habe. „Dafür liebe ich dich.“ Er zauberte einen riesigen Strauß Rosen hervor. Der passende Kuss durfte auch nicht fehlen, der Lohn: donnernder Applaus.

Von Claudia Wesch