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In der Oldendorfer Totenstatt steht die Heideblüte kurz vor der flächigen Ausbreitung. Vor allem an den Wegesrändern leuchtet es schon in kräftigem Lila. Foto: dth

Lüneburger Heide: Und so beginnt es

Schwindebeck/Amelinghausen. Die Heideblüte beginnt. Sowohl im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, den größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas, als auch in Flächen rund um Amelinghausen, zeigt sich die Besenheide „Calluna vulgaris“ zunehmend in ihrem prachtvollen lilafarbenen Kleid. „Die Heide hält sich an die grobe Faustregel, nach der sie vom 8.8. bis 9.9. blüht“, sagt Steffen Albers von der Stiftung des Vereins Naturschutzpark (VNP) Lüneburger Heide.

Zuletzt zeigte das von der Tourismusagentur „Lüneburger Heide GmbH“ gepflegte „Heidebarometer“ nur einen Blütenstand von zirka fünf Prozent. Nach Albers Einschätzung seien es aber vielerorts schon um die 50 Prozent blühend. Das hängt von dem Standort ab. „Je nach Witterung kann sich das von Tag zu Tag schlagartig ändern.“ Die LZ hat sich zudem im Landkreis Lüneburg umgesehen – von der Kronsbergheide bei Amelinghausen bis zur Rehrhofer Wacholderheide. Letztere können Besucher derzeit getrost meiden. Die verkommt nämlich in Höhe des B209-Parkplatzes zusehends zu einer öffentlichen Toilette.

Stand der Heideblüte am 7. August

Von dem feuchten Frühjahr hat nicht nur die Besenheide profitiert, sondern laut Albers auch der Heideblattkäfer, sodass die Pflanzen vereinzelt braun sind und bleiben. Dem Gesamteindruck dürfte das allerdings kaum abträglich sein. Ganz persönlich favorisiert Albers die Aussicht über Heideflächen rund um Wilsede, beim Totengrund oder beim Tütsberg. Wer nicht ganz so weit fahren möchte, wird rund um Amelinghausen fündig.

„Die Heide hält sich an die grobe Faustregel, nach der sie vom 8.8. bis bis 9.9. blüht.“
Steffen Albers, Stiftung Naturschutzpark

Vom Parkplatz an der K 44 zwischen Schwindbeck und Grevenhof erstreckt sich die Weite der Schwindebecker Heide. Gestern noch dominierte eher das dunkle Grün der Heidepflanzen den Blick über die Landschaft. Doch aus nächster Nähe sind die zarten, noch verschlossenen Blütenknospen zu erkennen gewesen. Vor allem an den Wegesrändern leuchteten bereits hoch gewachsene Heidesträucher in sattem Lila. Auf der ersten Anhöhe auf dem Weg zum Aussichtspunkt „Feldherrenhügel“ änderte sich die farbliche Zusammensetzung: die ersten lila Inseln waren im grün-braunen Meer der Heidesträucher zu erkennen.

Bereits kräftiger im Saft stand jetzt die Heideblüte in der Oldendorfer Totenstatt. Viele starke Farbtupfer waren in der gesamten Fläche rund um die Steingräber der archäologischen Stätte verteilt, zudem lag bereits, je nach Sonneneinfall, ein sanfter lila Schimmer über den Zwergsträuchern. Am eindrucksvollsten präsentierte sich die Kronsbergheide bei Amelinghausen. Je näher der Besucher dem Bienenstand und dem Heidschnuckenstall kommt, desto farbenprächtiger zeigt sich Calluna Vulgaris.

Ein weniger schönes Bild gibt derzeit die Rehrhofer Heide her. Zumindest in Höhe des Parkplatzes an der B 209 zeichnet sich die Heidefläche durch wilde Trampelpfade aus, die hinter den nächsten Busch oder Baum führen, dekoriert mit benutzten Papiertüchern. „Das ist ein Riesen-Problem“, bestätigt auf LZ-Nachfrage Jürgen Vogt vom Rehrhof, zu dem die Heideflächen gehören. Zuletzt hatte die Samtgemeinde Amelinghausen aus Spargründen das Aufstellen mobiler Toiletten gestrichen – mit entsprechenden Konsequenzen. Vogt sagt: „Ich sehe auch die Straßenmeisterei Soltau in der Pflicht, die für den Parkplatz an der B 209 zuständig ist.“ Er wolle nun das Gespräch suchen. Bis eine Lösung gefunden wurde, empfiehlt Vogt Besuchern, die Rehrhofer Heide nicht direkt vom Parkplatz aus zu betreten, sondern von einem öffentlichen Weg aus, der zirka 100 Meter weiter an der B 209 in Fahrtrichtung Soltau hineinführt. Neben den bereits vereinzelt blühenden Heidesträuchern zeichnet sich die Rehrhofer Heide grundsätzlich durch ihren reichen Wacholderbestand aus.

Von Dennis Thomas