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Manfred Kosub am sportlichen Motor seines Berlina. Alle Teile sind zu erkennen, viele italienisch beschriftet. Foto: cw

Alte Liebe rostet nicht: Mit dem Alfa zum Oldtimertreff

Bleckede. Für manche ist es wie eine alte Liebe, die einem nie mehr so ganz aus dem Kopf geht: das erste eigene Auto. Oftmals war es auch noch eine Maschine aus Mechanik, Technik und Blech und nicht ein Computer aus Kunststoff. „Die Autos waren sensibler als heute, da musste man ganz anders fahren können“, sagt Manfred Kosub. Der 69-jährige Bleckeder hat sich vor zwei Jahren seinen Traum erfüllt und noch einmal in seine erste mobile Liebe investiert: Er kaufte sich einen Alfa Romeo 2000 Berlina, Erstzulassung 1. März 1974.

Die schnittige Limousine hatte damals nicht gerade eine große Fangemeinde – schließlich war der Alfa Romeo zu der Zeit bekannt als Rennwagen. Doch Kosub hatte es die elegante, von Bertone entworfene Karosserie angetan und außerdem: „Da kann ich auch noch einsteigen, wenn meine Hüfte nicht mehr will“, schmunzelt er.
In seiner Jugend war der Italiener sein bevorzugtes Auto, später lösten deutsche Dienstwagen den Alfa ab. „Aber wenn ich ehrlich bin: Ich hatte in meinem BMW nie so viel Freude am Fahren“, sagt Kosub mit glänzenden Augen. Für ihn war klar: „Im Alfa hat alles angefangen und mit dem Alfa wird es auch enden.“

Manfred Kosub am Steuer seines Alfa Berlinas. Holzarmaturen und chromgefasste Anzeigen haben auch heute noch ihren ästhetischen Reiz. (Foto: cw)

Lange hat er nach dem Berlina gesucht, bis er in München endlich fündig wurde. „Das war so ein Sammler mit einer riesigen Garage und da stand er einfach nur rum“, erinnert sich Kosub. Ursprünglich hatte der Sammler den Berlina als Ausflugswagen gekauft, dann aber doch immer die sportlichen Renner bevorzugt.
Zwar war der Alfa in einem guten Zustand, aber nicht alles war mehr original. Doch das war Kosub egal: Er wollte kein Museumsstück, sondern einen Wagen, mit dem er jeden Tag unterwegs sein kann. Mit der Bahn machte er sich auf nach München und fuhr seine automobile Jugendliebe auf eigener Achse mit rund 80 Stundenkilometern bei Schnee zurück nach Bleckede.
Das Fahren mit dem kleinen Italiener musste er erst wieder lernen: Der sportliche Motor mit seinen zwei Nockenwellen und den 132 PS verfügt zwar über ein Fünf-Gang-Differenzialgetriebe, aber Handgas und Choke verlangen ebenso Fingerspitzengefühl wie Schalten mit Zwischengas und Einparken ohne Servolenkung.

Ein paar Dinge mussten noch repariert werden. „Fenster und Türdichtungen waren hinüber und einiges andere auch noch“, erinnert sich der 69-Jährige. Ein Grund, warum er den Oldtimer-Freunden „Elbtalaue“ Bleckede beigetreten ist. Hier bekommt er Hilfe und hat vor allem Gleichgesinnte, mit denen er über die echten Autos von damals schwärmen kann. Seinen Töchtern ist der Alfa ziemlich egal, seine Frau unterstützt ihn zwar bei der Vereinsarbeit, aber „so richtig Herzblut für das Auto hat sie nicht“. Außerdem findet er es wichtig, dass der Verein mit seinem alljährlichen Oldtimertreffen, das nächstes Wochenende wieder in Bleckede stattfindet, das Kinderhospiz Sternenbrücke unterstützt.
Wenn am Sonntag, 13. August, der Oldtimertreff „Oldie’s achtern Diek“ um 7 Uhr morgens seine Pforten öffnet, steht Kosub mit seinem Alfa Berlina auf dem Platz und wird die anderen Freunde alten Blechs einweisen.

Von Claudia Wesch

One comment

  1. Alfa Romeo ist eine Marke, die Tausende begeistert. Ich selber fahre einen Alfa Spider 916 und muss sagen: Ich bin in ihn verliebt. Nirgends versenke ich so begeistert mein Geld in Reparaturen und Detailarbeit wie da! Und es macht mich glücklich ….

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