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Gerade fertiggestellt, schon beschmiert und eingeschlagen: Unter der neuen Wandrahmbrücke haben Vandalen zugeschlagen. Foto: us

Günstiger als gedacht: Wandrahmbrücke tut dem Lüneburger Etat gut

Lüneburg. Das kommt nicht alle Tage vor: Deutlich schneller als geplant hatte die Stadt im vergangenen Jahr die neue Wandrahmbrücke fertiggestellt. Nach nur kna pp acht Monaten Bauzeit konnte der Verkehr auf dem Stadtring wieder wie gewohnt fließen. Besonders erfreulich: Auch die Kosten waren geringer ausgefallen als geplant. Die Jamaika-Gruppe im Rat der Stadt wollte es trotzdem noch einmal genau wissen. Dahinter verbarg sich auch die Frage, wo das überschüssige Geld geblieben ist.

800.000 Euro weniger als geplant

3,6 Millionen Euro, mit diesem Betrag hatte die Stadt für den Neubau des in die Jahre gekommenen Bauwerks ursprünglich gerechnet. Doch es wurde deutlich günstiger, wie Stadtbaurätin Heike Gundermann in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses darlegte. Danach entfielen 1,8 Millionen Euro auf die reinen Bauleistungen, hinzu kamen 359 000 Euro für Ingenieurleistungen sowie 73 000 Euro für Sonstiges, darunter auch die Graffiti-Bemalung unterhalb der Brücke. Weitere 631 000 Euro gab die Stadt für die erforderlichen Umleitungen aus, mit dabei auch die Erneuerung der betroffenen Ampelanlagen für 450 000 Euro, „wir haben diese Chance gleich mitgenutzt“, wie Gundermann erklärte. Unterm Strich ergaben sich Kosten von 2,8 Millionen Euro, knapp 800 000 Euro weniger als geplant.

Um eine „Aufschlüsselung der Maßnahme Wandrahmbrücke“ hatte der Sprecher der Jamaika-Gruppe Niels Webersinn (CDU) gebeten. Weil diese Anfrage bei den Haushaltsberatungen im Rat zwar bereits eingereicht, zum Ärger Webersinns aber unberücksichtigt geblieben war, hatte er jetzt noch einmal im Finanzausschuss um Aufklärung gebeten. Oberbürgermeister Ulrich Mädge bedauerte das Versehen im Rat, „das ist uns durchgerutscht“.

Fördermittel des Landes sinken

Stadtbaurätin Gundermann zog bei der Wandrahmbrücke insgesamt eine positive Bilanz: „Das war eine gute Baustelle, da hat alles geklappt.“ Einziger Wermutstropfen: Weil die Kosten sanken, sanken auch die zugesagten Fördermittel des Landes. Statt der ursprünglich zugesagten 1,7 Millionen Euro kann die Stadt jetzt nur noch mit 1,3 Millionen Euro rechnen, machte Gundermann deutlich.

Von den damit verbliebenen Einsparungen in Höhe von knapp 400 000 Euro zweigte die Stadt nochmals 100 000 Euro für die geplante Kreuzung Universitätsallee/Düvelsbrooker Weg und Anbindung des Leuphana-Neubaus an die Universitätsallee ab – ein Vorgehen, das laut Gundermann innerhalb sogenannter Deckungskreise auch zulässig sei: „Anders wäre es, wenn wir die Mittel beispielsweise für kulturelle Zwecke verwendet hätten.“ Unterm Strich blieben Einsparungen von 293 000 Euro, die laut Gundermann für den Schuldenabbau der Stadt verwendet werden.

Am Rande der Ausschusssitzung erklärte Gundermann, dass die Leuphana an den Anschlusskosten ebenfalls beteiligt werde. Mit den Arbeiten soll im Herbst begonnen werden. Sie bezifferte die Eigenleistung der Uni mit schätzungsweise 400 000 Euro.

Von Ulf Stüwe

Vandalismus: Erste Schäden

An der neuen Wandrahmbrücke gibt es erste Vandalismus-Schäden. So sind Plexiglasscheiben unterhalb der Brücke an einem der beiden Auflieger zerstört worden. Außerdem wurde das von der Stadt in Auftrag gegebene Graffiti an mehreren Stellen übersprayt.

Wie die Stadt erklärte, sollen die schadhaften Stellen ausgebessert werden, die Kosten belaufen sich auf rund 700 Euro. Außerdem prüfe man, künftig anderes Material einzusetzen.

One comment

  1. Wo soll die Leuphana für die Anschlusskosten denn 400.000 Euro hernehmen wenn sie schon nicht mal mehr zur Finanzierung ihres Zentralgebäudes beitragen kann. Ist das vielleicht nur graue Theorie?