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Beim Ortstermin Anfang Juni blickte Richterin Dr. Alexandra Heliosch auf die Kiesfläche, auf der Torsten Blümle seinen Traveller gerne abstellen würde. Hinter der Richterin ist das Wohnmobil zu sehen, das vorschriftsmäßig auf dem Parkstreifen steht. Foto: A/t&w

Nun parkt das Wohnmobil auf der Straße

Lüneburg. E r parkte sein bulliges Wohnmobil auf seinem Grundstück am Brambusch, auf einem etwa 6,40 Meter langen und etwa zwei Meter breiten, mit Kies aufgefül lten Bereich zwischen einem Carport und der Straße. Dort störe sein Sport Traveller niemanden, war Torsten Blümle überzeugt, im Gegenteil: „So hatten die Nachbarn freie Sicht, wurden beim Rausfahren mit ihren Autos oder Fahrrädern nicht beeinträchtigt.“ Doch jetzt darf der Lüneburger da nicht mehr parken, entschied das Verwaltungsgericht, das einen Verstoß gegen das Baurecht sieht. Nun stellt der 46-Jährige sein riesiges Fahrzeug auf dem Parkstreifen direkt an der Straße ab. Hier darf er parken. Richterin Dr. Alexandra Heliosch hatte bereits bei einem Ortstermin am 1. Juni geäußert: „Das Baurecht ist manchmal skurril.“

Hintergrund ist ein Zwist zwischen der Stadt und dem Wohnmobil-Besitzer, wobei – mutmaßte die Richterin – die eigentliche Ursache in einem Nachbarschaftsstreit zu suchen sei. Torsten Blümle hatte Haus und Grundstück vor mehr als 20 Jahren gekauft, laut Baugenehmigung von 1993 ist der heutige Kiesstreifen als „Pflanzstreifen“ ausgewiesen. Der 46-Jährige hatte dort eine Tanne gefällt und den Bereich mit Split gefüllt – als Stellplatz für das Wohnmobil. Für diese Nutzung als Stellplatz wollte er eine Baugenehmigung von der Stadt haben, die wurde ihm versagt. Die Stadt hatte argumentiert, dass der Platz zu klein sei für ein Wohnmobil.

Ortstermin war im Juni

Bei dem Ortstermin im Juni hatte der städtische Rechtsamts­leiter darauf gepocht, dass die Baugenehmigung mit Ausweisung des Kiesstreifens als „Pflanzstreifen“ seit vielen Jahren bestandskräftig sei. Dem Besitzer hielt er vor: „Beim Kauf wusste er, dass die Fläche nicht genutzt werden darf. Pflanzstreifen heißt ja nicht Kiesweg.“ Auch Richterin Heliosch war der Ansicht: „Die Fläche ist zu klein für einen Wohnmobilstellplatz.“

Hintergrund sei wohl ein Streit Blümles mit einem Nachbarn, der länger dort wohnte und dem der Neubau der Blümles von Anfang an nicht passte. Die Richterin schlug eine Mediation, also eine Streitschlichtung, zwischen den Nachbarn vor. Doch der Nachbar, dem das Haus nebenan noch gehört, der aber inzwischen woanders wohnt, lehnte ab. Also fällte die Kammer ihr Urteil, wegen „formeller Illegalität“ darf der Streifen nicht als Stellplatz genutzt werden. Blümle reagiert gelassen: „Unser Wohnmobil steht ja gut an der Straße.“ rast

2 Kommentare

  1. Wilfried Bergmann

    Sach einmal, wie krank kann das Bau“recht“ noch sein! Eine Provinzposse allererster Güte. Gerade richtig für xtra3! Man fasst sich als Bürger nur noch an den Kopf! Ach so und der Nachbar wohnt jetzt woanders. Wunderbar. Dafür muss die Stadt also ein Gericht beschäftigen. Wenn man sonst nichts Besseres zu tun hat! Wohl der Stadt, die keine anderen Probleme hat!

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