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Arne Glück (v.l.), Thimo Bojanowski, Luka Zblewski und Tim Schulz versuchten sich ebenfalls als Raketenbauer.

Raketen steigen an Lüneburger Berufsschule auf

Lüneburg. „Oha! Ein Spitzenstart! Die ging ja richtig weit nach oben! Aber die Flugbahn … naja … die wird uns sicher noch einige Wochen im Matheunterricht b eschäftigen.“ Mit launigen Sprüchen kommentierte Lehrer Hanno Kallies die Raketenstarts der zirka 90 neuen Elft-Klässler der Georg-Sonnin-Schule, Berufsbildende Schule II. Anlässlich des Einstiegstages des beruflichen Gymnasiums Technik hatte Lehrer Ulrich Foss mit seinen Kollegen den PET-Raketenwettbewerb organisiert. Auch wenn die Konstruktionen der Plastikflaschen-Raketen nicht immer hielten, was sich die jungen Tüftler davon versprachen, waren die Ergebnisse auf jeden Fall sehenswert.

Die Aufgabe bestand für die neuen Schüler darin, in Gruppenarbeit aus 1,5 Liter-PET-Flaschen eine flugfähige Rakete zu bauen. Dafür stand nicht viel zusätzliches Material zur Verfügung: ein Korken mit Fahrradventil, Tonpapier, Klebeband und Leitungswasser. Das Prinzip dahinter: Zum Antrieb werden die Flaschen über das Fahrradventil mit Druckluft gefüllt, bis sich der Korken aus dem nach unten gerichteten Flaschenhals löst und das Gefäß mit einem lauten Plopp und Wasserrauschen möglichst gerade abhebt. Zur Befestigung an der Startrampe wurden Strohhalme benutzt. Doch neben Ideenreichtum und Sachverstand stand etwas ganz anderes im Vordergrund.

Verantwortung für die Arbeit übernehmen

„Wir wollen den Schülern vermitteln, dass sie selbst Verantwortung für ihre Arbeit übernehmen. Und sie sollen lernen, kooperativ in Gruppen zu arbeiten. Die Schüler sollen mitbekommen, dass es sinnvoll ist, gemeinsam an ein Problem heranzugehen und so zum Erfolg zu kommen“, sagt Lehrer Ulrich Foss. Dem zugrunde liegt das pädagogische Konzept „COOL“ aus Österreich, das „Cooperative Offene Lernformen“ zum Inhalt hat. Das kam nicht immer gut an. „Vor zwei Jahren hatten wir hier einen Schülerstreik. Die wollten lieber Frontalunterricht“, erinnert sich Foss. Ein anderes Bild zeigte sich am Mittwoch. Viele der zumeist ehemaligen Realschüler, die ihren weiteren Bildungsweg nun an der BBS II beschreiten, zeigten sich offen und interessiert für den lockeren und kreativen Start in den Schulalltag.

„Ich finde so
einen Wettbewerb
zum Auftakt
gut. Man
lernt die
Mitschüler
schneller kennen.“
Luka Zblewski (17)

Bei den ersten Raketentests fand die Schülergruppe um Thimo Bojanowski (18) der Klasse 11b schnell heraus, dass sie auf dem richtigen Weg war. Aus Tonpapier empfanden sie die Federn eines Pfeils nach, die sie an die umgedrehte PET-Flasche klebten sowie eine Spitze. Und: „Damit die Spitze nicht zu schnell anfängt zu drehen, haben wir oberhalb weitere kleine Flügel angebracht, damit der Luftstrom in die richtige Richtung gelenkt wird.“ Luka Zblewski (17), der zuletzt die Oberschule Am Dorn in Dahlenburg besucht hat, sagte: „Ich finde so einen Wettbewerb zum Auftakt gut. Man lernt die Mitschüler schneller kennen.“

Mit Höhen von schätzungsweise 15 bis 20 Metern setzen sich in den drei Klassen folgende Schülergruppen mit ihren PET-Raketen als Sieger durch: Jasper Buske, Malte Jakobi, Daniel Schmidt (11a), Leonie Pope, Patrick Purmann, Paul Wisotzky und Finn Diekmann (11b) sowie Felix Layher, Kristian Klotzbücher, Mathis Läge und Manuel Most (11c). dth

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