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„Lüneburg lädt ein“ heißt es auf den alten Bons. Geschichte: Mangels Nachfrage ist das Rabattsystem eingeschlafen.

Park-Angebot „LüneBon“ ist eingeschlafen

Lüneburg. Das Projekt fand schnell Anhänger, Geschäftsleute konnten ihre Kunden belohnen: Wer bei ihnen einkaufte, bekam ab einem bestimmten Wert einen Gutschei n über einen Euro für das Parkhaus. Diese Art der Subvention freute Kunden. Doch inzwischen ist das Rabattsystem verschieden. Ein Lüneburger Zahnarzt, der sich daran beteiligt hatte, sagt: „Eine Patientin stand in der Praxis und erklärte, dass die Gutscheine nicht mehr angenommen werden. Uns hat aber niemand darüber informiert.“

Felix Manzke ist Geschäftsführer der Gesellschaft Lüneparken, in deren Parkhäuser Kunden verbilligt ihren Wagen abstellen konnten. „Wir haben das im vergangenen Jahr eingestellt, die Nachfrage war nicht mehr da.“ Allerdings könnte das Gutscheinangebot auf Wunsch wieder hochgefahren werden.

Mit großem Aufschlag hatten Lüneparken und Kaufmannschaft das Projekt Ende 2003 gestartet. Schon damals schwächelte das Vorhaben, sodass es überarbeitet wurde. Die Kunden verstanden nicht so recht, wie‘s funktionierte, der Handel ließ sich nur zögernd ein. Die LZ berichtete im Frühjahr 2004 von einer neuen Informationskampagne und nannte die Unternehmen, welche die Rabatt-Tickets offerierten. Das waren 18 Betriebe und sollten mehr werden. Eine Handvoll davon gibt es heute nicht mehr.

Nachfrage war nicht mehr da

Auch wenn „LüneBon“, so der Name, sanft entschlafen ist, könnte man sich im Handel und bei der Lüneburg Marketinggesellschaft (LMG) vorstellen, den Patienten wiederzubeleben. LMG-Chef Claudio-Patrik Schrock-Opitz ist „offen für Kundenbindungsmaßnahmen, aber wir sind nicht die, die vorweggehen“. Sinnvoll sei das Vorhaben, denn das Einkaufen im Internet sei eine Konkurrenz für den Handel in den Städten. Der Handel sollte daher eigene Pluspunkte schaffen. Über Ansätze könnten LMG, Stadt und die Handelsorganisation LCM sprechen.

Deren Vorsitzender, Heiko Meyer, erklärt, dass er mit seinen Kollegen über ein Bon-System gesprochen habe. „Doch das ist nichts geworden.“ Denn es gebe Sorge, dass man so nur die Autofahrer begünstigen könnte. Dem stimmt Cornelius Schnabel zu. Der Schuhhändler hatte sich damals an dem Rabatt-Parken beteiligt: „Radfahrer und Fußgänger haben gefragt, warum sie nicht bedacht werden.“ Dazu noch einmal Marketing-Geschäftsführer Schrock-Opitz: „Vielleicht kann man eine Lösung finden, die den öffentlichen Busverkehr berücksichtigt.“

So ganz überlebt habe sich das alte vergünstigte Parkangebot übrigens noch nicht, berichtet Felix Manzke: Es gebe noch Wirte und Hoteliers, die mit Lüneparken entsprechende Vereinbarungen haben und ihren Gästen das Abstellen ihres Wagens subventionieren, die Automaten seien so zu programmieren. Man sei gern bereit, mit Handel und Marketing ins Gespräch zu kommen. Und auch mit dem Zahnarzt, der noch alte LüneBons besitzt, werde man eine Vereinbarung finden.
Von Carlo Eggeling

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