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Hermann Kraake ist sauer – mehr als zwei Wochen war sein Ferien- und Gasthof telefonisch nicht erreichbar. Und das mitten in der Sommersaison. Foto: be

Kein Anschluss für Urlaubsgäste in Ellringen

Ellringen. Traute und Hermann Kraake vermieten in Ellringen Schlafplätze in ihrem Heuhotel, Ferienhäuser und Zimmer. Bei großen und kleinen Feiern verwöhnen sie bis zu 100 Personen im Saal des Gast- und Ferienhofs Trapp. Viele der Gäste aus nah und fern informieren sich über Telefon über das Angebot oder buchen auf diesem Weg ihr Fest oder ihre Übernachtung – mehr als zwei Wochen lang ging das nicht: Der Festnetzanschluss der Kraakes war „tot“ – und das mitten in der Sommersaison.

Am Mittwoch, 26. Juli, nahm das Unheil seinen Lauf: „Seitdem waren wir auf Festnetz nicht mehr erreichbar“, sagt Traute Kraake. Über das Internet, das über einen Anschluss beim privaten Internetbetreiber LüneCom läuft, meldeten die Kraakes den Telefonausfall an die Telekom. Rund 90 Prozent der Anschlüsse im Ort laufen schon über das Glasfasernetz der LüneCom, bei den Kraakes hat die Portierung der Rufnummer, die Übertragung vom bisherigen an den neuen Anbieter, noch nicht stattgefunden. Hermann Kraake sagt: „Die Telekom gibt uns nicht frei.“

Ein paar Tage, nachdem das Problem aufgetreten war, am Montag, 31. Juli, kam dann ein Mitarbeiter eines Telekom-Subunternehmens. Der sah sich den Schaden an, stellte die Vermutung auf: „Da muss man buddeln.“ Und verschwand. „Seitdem haben wir nichts mehr von der Telekom gehört“, schimpft Hermann Kraake.

Immerhin: Seit Mittwochnachmittag ist der Gast- und Ferienhof jetzt wieder telefonisch erreichbar – durch einen Trick: Von der LüneCom, mit der sie bereits einen Internet-/Telefonvertrag geschlossen haben, haben die Kraakes Anfang der Woche eine Telefonnummer bekommen. Auf die wird jetzt umgeleitet, wer die gewohnte Nummer des Gasthauses Trapp wählt: (05851)7469. „Und die Resonanz ist groß“, berichtet Hermann Kraake.

Warum sie denn schon so lange nicht mehr erreichbar gewesen sind, hätten Kunden gefragt, andere hätten gleich Termine gebucht. Wie viele Gäste ihnen verloren gegangen sind, weil sie so lange nicht erreichbar waren, darüber mögen die Kraakes lieber gar nicht nachdenken. „Gerade bei möglichen neuen Gästen ist es doch so: Wenn sie keinen Kontakt zu uns bekommen, sehen sie sich eben anderweitig um.“

Speziell zum Ausfall des Telefons bei den Kraakes konnte sich Andreas Leigers, Sprecher der Deutschen Telekom in Bonn, nicht äußern. Er schreibt: „Wir haben derzeit in mehreren Regionen aufgrund des Hochwassers bzw. der Unwetter der vergangenen Wochen verstärkt Störungen. Die von Ihnen angesprochene Region wird von einem Team der Telekom technisch betreut, das sich auch um die Folgeschäden des Hochwassers kümmert.“

So gut wie kein Handynetz in Ellringen

Und weiter: „In der aktuellen Situation können und wollen wir unsere Kollegen vom Technischen Service nicht mit Recherche-Anfragen beanspruchen, die die schnellstmögliche Behebung der Störung im Kundeninteresse verzögern. Jetzt, so Andreas Leigers, „stehen Störungsbehebungen absolut im Fokus und dafür wird derzeit im Schichtbetrieb mit voller Kraft gearbeitet.“

Hermann Kraake interessieren diese Probleme eher wenig. Er sagt: „Es muss doch möglich sein, ein Subunternehmen zu uns zu schicken, damit der Schaden behoben wird.“ Schadensersatzansprüche behalten sich die Kraakes vor.

Und auch die Aussage der Telekom: „Das Mobilfunknetz war jederzeit verfügbar. Es kann also mobil gesurft und telefoniert werden“, kann er nur bitter belächeln. „Hier gibt es so gut wie kein Handynetz.“ Will Kraake telefonieren, muss er ein Stück aus dem Haus gehen und einen günstigen Standort suchen. Einen Mobilfunkmast fordern die Ellringer schon lange.

Von Ingo Petersen