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Teilen der ehemaligen Jugendbildungsstätte in Neetze droht am Ende des Jahres der Abriss, wenn der Gebäudekomplex bis dahin nicht verkauft ist. Die Verhandlungen laufen.

Neue Hoffnung für die Jubi in Neetze

Neetze. Es könnte die Rettung im letzten Moment werden. Für die Ausbildung und Unterbringung junger Flüchtlinge möchte der Verein OneWorld in die Jugendbildungs stätte (Jubi) Neetze ziehen (siehe Bericht auf dieser Seite). Der konkrete Plan der Initiatoren Frank Hagedorn und Jens Thomsen: Ein Investor kauft das Gebäude vom Kirchenkreis Lüneburg. „Und wir nutzen es für unser Projekt, öffnen es zudem für andere gemeinnützige Zwecke“, erklärt Hagedorn. Die Verhandlungen mit Sponsor und dem Kirchenkreis als Eigentümer laufen bereits. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr. Ist bis Ende des Jahres keine Lösung für die Jubi gefunden, plant der Kirchenkreis den Abriss von Teilen des Gebäudeensembles.

Wie berichtet, steht das Gebäude im Neetzer Ortskern seit 2013 in großen Teilen leer, versucht der Kirchenkreis seine ehemalige Bildungsstätte zu verkaufen. „Es gab auch Ideen und Interessenten“, berichtet Superintendent Christian Cordes. Die Visionen reichten vom Bau von Wohnungen für Studenten bis zur Einrichtung einer Jugendherberge. „Doch letztendlich ist daraus aus den verschiedensten Gründe nichts geworden.“ Nun, kurz vor dem Ende der Galgenfrist, gibt es doch nochmal Hoffnung. „Tatsächlich verhandeln wir aktuell sogar mit zwei Interessenten“, verrät Cordes. Beide wüssten voneinander, Cordes schweigt allerdings zu der Frage, wer der zweite Interessent ist. Ganz deutlich sagt er hingegen: „Ich hoffe, dass es dieses Mal gelingt, eine Lösung für die Jubi zu finden.“

Auch Frank Hagedorn, Kirchenvorsteher aus Reinstorf und seit Jahren aktiv in der Flüchtlingshilfe, setzt große Hoffnungen in die Neetzer Immobilie. „Wir haben ein erstes Gespräch mit dem anderen Interessenten bereits geführt, eventuell lässt sich ja gemeinsam ein Konzept finden.“ Parallel sind Hagedorn und Thomsen in Verhandlungen mit der Stiftung „Umverteilen!“. Hagedorn sagt: „Die prüft derzeit, unter welchen Bedingungen sie bereits sind, die Jubi Neetze zu kaufen.“

Es gibt genügend Ausbildungsräume

Die Samtgemeinde Ostheide und die Gemeinde Neetze indes haben sich von jeglichen Plänen zur Übernahme der Jubi verabschiedet. Im Gespräch war unter anderem der Umzug des Kindergartens in den Gebäudetrakt. „Da gibt es keine Bestrebungen mehr zum Kauf“, sagt Neetzes Gemeindebürgermeister Karsten Johansson, „das ist für uns vom Tisch.“

Weiterhin ein Thema für den Gemeinde- und Samtgemeinderat wäre allerdings eine eventuelle Änderung des Flächennutzungsplans und eine Aufstellung des Bebauungsplans. Noch lässt die Ausweisung als Fläche für Bildung und Schule nur eine begrenzte Entwicklung zu. „Doch wir haben signalisiert, dass wir bereit wären, das Thema in der Politik zu diskutieren“, erklärt Johansson.

Gelingt es tatsächlich dem Verein OneWord, die Jubi vor dem Abriss zu retten, soll das Gebäude Schritt für Schritt wieder belebt werden. „Aus den Zimmern ließen sich meiner Meinung nach ohne großen Aufwand kleine Apartments machen“, sagt Hagedorn, „außerdem gebe es genügend Ausbildungsräume.“ Der Reins­torfer macht sich allerdings keine Illusionen: „Das ist ein großes Projekt, und es gibt es in dem Gebäude einiges zu tun.“ Dennoch will er mit seinem Mitstreiter die Herausforderung annehmen. „Denn, wenn wir es erst gar nicht versuchen, ist es schon jetzt verloren.“
Von Anna Sprockhoff

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